Kreistag genehmigt Pavillon-Projekt am Bullensee / Opposition und Verwaltung skeptisch

„Lotte“ bekommt 260000 Euro

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Die Unterstützer des „Lotte“-Projekts freuen sich über die Zusage des Kreistages.

Bremervörde - Ein kostenloses Grundstück mit einer Größe von 10604 Quadratmetern, dazu 260000 Euro Zuschuss für die Sanierung des Pavillons: Das Projekt „Lotte am Bullensee“ kann nach dem Kreistagbeschluss für die Förderung durch den Landkreis, der am Donnerstag in Bremervörde getroffen wurde, weiter Fahrt aufnehmen. Der im März gegründete Verein will das alte Gelände am Seeufer bekanntermaßen wieder aufleben lassen und ein kleines, ehrenamtlich betriebenes Kultur- und Gastronomiezentrum betreiben.

„Das ist ein Meilenstein“, freute sich die „Lotte“-Vorsitzende Sassa Weyandt nach dem weiterhin politisch umstrittenen Beschluss. Zwar stehen neben der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und WFB auch die Abgeordneten Manfred Damberg (Linke) und Manfred Dammann (NPD) sowie als Kirchwalseder Kreistagsvertreterin Gabriele Hornhardt (CDU) hinter dem Projekt, die Opposition und die Verwaltung üben sich jedoch weiter in demonstrativer Zurückhaltung oder offener Kritik: Unwirtschaftliches Konzept, Verschwendung von Steuergeldern, Missachtung von Förderrichtlinien, so die zentralen Kritikpunkte, die auch gestern in der Kreistagsdebatte wieder munter ausgetauscht wurden.

Für Weyandt und ihre rund 20 Mitstreiter ist das nichts Neues. Und doch ärgert sie vor allem das bürokratische Vorgehen der Verwaltung: „Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, sollten von den Stellen, die Profis sind, eigentlich besonders gut unterstützt werden.“ Genau das hatte auch der Sprecher der Mehrheitsgruppe, Bernd Wölbern (SPD), angemahnt: Es habe sich ein „engagierter Verein gefunden, der mit viel Leidenschaft und Herzblut eine Idee entwickelt hat“. Hier wollten Bürger nicht nur jammern und fordern, sondern sich für das Allgemeinwohl einbringen. Doch anstatt sie zu unterstützen, schlage ihnen die Opposition aus CDU und FDP „Ablehnung um die Ohren“. Die Stadt Rotenburg, die Gemeinde Kirchwalsede, Touristiker, Naturfreunde und Sportler wollen laut Wölbern dieses kulturelle und gastronomische Angebot, das keine Konkurrenz zu anderen Angeboten sei, sondern diese sogar bereichern könnte.

Hartmut Leefers von der CDU sprach wie andere Vertreter seiner Partei während der Sitzung jedoch davon, dass das gesamte Konzept „auf zu dünnem Eis“ gebaut sei. Und nun wolle die Mehrheitsgruppe das Projekt „mit der Brechstange“ durchfechten. Tatsächlich ist der Beschluss des Kreistages nur ein weiterer Schritt zum Gesamtkonzept. Auf 450000 Euro hatte der Verein zuletzt das Gesamtinvestment geschätzt, es müssen weitere Fördergelder angezapft werden. Auch das Grundstück und die 260000 Euro vom Landkreis fließen erst, wenn dem Verein die Gemeinnützigkeit anerkannt wird. Und das könne, bestätigte Weyandt gestern, leider noch dauern.

Große Teile der Kritik glichen einer „Vorverurteilung“, die die Antragstellung nicht einfacher machten, so die Initiatorin. Doch davon lasse man sich nicht abhalten. Weyandt: „Wir haben dicke Bretter zu bohren.“ Es gebe aber viele Möglichkeiten, wenn man Willens ist. Einen ersten Beweis, dass „Lotte“ gebraucht wird, soll „Lottchen“ erbringen – ein gastronomisches Vorläufer-Projekt in einem Holzpavillon auf dem Gelände, das in diesen Tagen an den Start gehen wird.

mk

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