Auf dem Kulturpfad

Kreisstadt gibt Bildband von Redakteur Guido Menker heraus

Das Buch zum Kulturpfad Rotenburg liegt vor. Es trägt den Titel „Zwischen Kirche, Kunst und Kaffeemühlen“.

Rotenburg - Sein Anliegen hat er bereits vor anderthalb Jahren deutlich formuliert. Damals eröffnete Guido Menker im Foyer des Rotenburger Kantor-Helmke-Hauses eine Fotoausstellung mit zahlreichen Aufnahmen vom Kulturpfad Rotenburg. Eben den wollte er damit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Jetzt legt der 53-jährige Redakteur der Rotenburger Kreiszeitung nach – und veröffentlicht ein 80 Seiten umfassendes Buch im Format 30 mal 30 Zentimeter. Darin: Viele Fotos von seinen Rundtouren auf dem Kulturpfad sowie neun Geschichten, mit denen er einzelne Stationen zusätzlich hervorhebt. Der Titel: „Zwischen Kirche, Kunst und Kaffeemühlen“.

Herausgeberin ist die Stadt Rotenburg. Sein Dank dafür sowie für die tatkräftige Unterstützung bei der Organisation und der Produktion gilt nicht nur Bürgermeister Andreas Weber (SPD), der den Weg für dieses Buch freigemacht hat, sondern auch Info-Büro-Leiter Benjamin Roolfs sowie Michael Burgwald, dem Leiter der Volkshochschule. „Sie alle waren ganz dicht dran an. Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen“, so Menker. Das Buch ist vom kommenden Dienstag an zum Preis von 19,80 Euro zu haben.

Für Fotograf Guido Menker geht mit der Veröffentlichung eine spannende Zeit zu Ende. „Das Veröffentlichen von Texten und Fotos gehört bei mir zur Tagesordnung, aber so ein Buch ist dann doch eine ganz besondere Herausforderung“, sagt er. Da gehe es zunächst um die Auswahl der Fotos. Die stammen aus einem Fundus, der während der Fototouren ein erhebliches Ausmaß angenommen hat. Fast 5 000 Bilder landeten auf der Festplatte. Eine erste Auswahl ergab sich später für die Ausstellung, die schließlich Grundlage für das Buch sein sollte. Doch das Angebot an Aufnahmen geht im Buch über das der Ausstellung noch einmal deutlich hinaus. Die Feinplanung war allerdings erst möglich, nachdem Format und Umfang des Buches feststanden.

Dann konnte es losgehen. Und es sollten mehrere lange Abende folgen, an denen es mit Benjamin Roolfs immer wieder um die Auswahl der Motive sowie um deren Größe und Platzierung ging. Schließlich waren auch die Texte entsprechend anzuordnen. Die Umsetzung hat Paul Röhlsberger von der Agentur BPR Design in Salzhausen übernommen.

„Doch danach ging es ja erst richtig los“, erinnert sich Menker an die insgesamt vier Korrekturphasen. „Dabei ging es um jedes Komma und jedes Wort, um jede Überschrift und natürlich auch um Fototausch und Neuplatzierungen.“

Redakteur, Autor und Fotograf Guido Menker mit seinem Buch vor der Cohn-Scheune.

Mit dem Buch ist aus Sicht von Guido Menker das Projekt Kulturpfad noch längst nicht abgeschlossen. Er hofft, dass dieses Angebot in der Kreisstadt auch einen modernen Platz im Internet findet. „Erst dann wird es die gewünschte Wahrnehmung auch bei Menschen geben, die die Stadt besuchen und sich hier ein wenig mehr umschauen möchten.“ Lange Zeit habe der vor rund zwölf Jahren geschaffene Kulturpfad ein Schattendasein geführt – das soll vorbei sein.

Inszeniert sei übrigens fast keines der Fotos. Aber dennoch erfordere es sehr viel Zeit, um Perspektiven zu finden und ein Auge für ein gutes Bild zu entwickeln, das sich von einer Standardaufnahme abhebt. Menker: „Das geht mal mehr, mal weniger gut. In vielen Fällen habe ich die Stationen mehrmals angesteuert – je nach Witterung und Licht beziehungsweise Tageszeit.“ In der Phase, in der die Fotos entstanden sind, habe er immer eine Kamera dabei gehabt, wenn er in Rotenburg unterwegs war. „Denn manchmal lassen sich Details oder spannende Blickwinkel erst entdecken, wenn der eigene Blick – zum Beispiel beim Radfahren auf dem Weg zur Arbeit oder zum Bäcker – nur sporadisch oder eher zufällig anders ist als sonst.“

Diese Perspektiven zu finden, sei äußerst interessant. „Denn dadurch nehme ich selbst die Stationen ganz anders wahr“, sagt der 53-Jährige, der bei dieser Arbeit seine Begeisterung für den Kulturpfad entwickelte.

Ein besonderes Augenmerk legt er in seinem Buch auf neun Stationen, die ihm aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr ans Herz gewachsen sind. Die Cohn-Scheune ist der textliche „Opener“ des Buches. Im weiteren Verlauf erfahren die Leser ebenso Interessantes über die Meinungsfreiheit vor dem Pressehaus, das Rudolf-Schäfer-Haus, das Sparkassenmuseum, das Kaffeemühlenmuseum, das Museum am Diakonissen-Mutterhaus, den Skulpturengarten in der Ahe, die Alte Apotheke und den Goertzbrunnen auf dem Neuen Markt.

Menker beschreibt in seinen Texten vielfach eigene Wahrnehmungen und kleine Erlebnisse, die er auf seinem Weg auf dem Kulturpfad hatte. „Zwischen Kirche, Kunst und Kaffeemühlen“ ist alles andere als ein Reiseführer und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Bilder sollen vor allem Lust machen, selbst einmal auf „Entdeckungstour“ zu gehen und dazu beitragen, dass es nicht weiterhin so ruhig um den Kulturpfad bleibt, wie es in den vergangenen Jahren geworden war.

Hier gibt es das Buch

Das Buch ist ab Dienstag nicht nur in der Geschäftsstelle der Mediengruppe Kreiszeitung an der Großen Straße 37, sondern auch im Info-Büro der Stadt Rotenburg sowie in den drei Rotenburger Buchhandlungen Müller (Goethestraße), Mauer (Große Straße) sowie „Buch & Aktuelles“ (Am Neuen Markt) zu haben. Es kostet 19,80 Euro. Vom neuen Jahr an erhalten Neubürger bei ihrer Anmeldung übrigens einen Gutschein für dieses Buch.

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