Kreismitgliederversammlung in Rotenburg / „Ziele verständlich machen“

Kommunalwahl bereitet dem Grünen-Chef Sorge

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Marianne Knabbe macht sich für Menschen stark, die Flüchtlingen ehrenamtlich helfen.

Rotenburg - Von Stefanie Heitmann. Es scheint nicht leicht in diesen Tagen, ein Mitglied bei Bündnis 90 / Die Grünen zu sein. Diesen Eindruck vermittelte Grünen-Kreisvorstandssprecher Ulrich Thiart bei der Mitgliederversammlung des Kreisverbands Rotenburg am Mittwochabend im Rotenburger Rathaus. Dort suchten die Anwesenden nach Antworten auf die wachsende Enttäuschung auch bei Wählern der Grünen.

„Auf mich kommen Menschen zu, die sagen, sie wollen die Grünen nicht mehr wählen. Die Partei sei ihnen nicht mehr konsequent genug“, sagte Thiart zu Beginn der Versammlung. Die anstehenden Kommunalwahlen am 11. September bereiten Thiart Sorge. „Umweltschutz und ein starkes Engagement für die Gemeinschaft sind wichtig für die Menschen. Wir müssen verständlich machen, welche Ziele wir haben und wofür wir wirklich stehen.“ Die Parteimitglieder hätten die Aufgabe, einem Erstarken der rechtspopulistischen Kräfte auch im Landkreis Rotenburg entgegenzuwirken. „Die Wahl in Hessen hat den rechten Kräften 15 Prozent beschert. Machen wir uns keine Illusionen, das könnte im September auch in Niedersachsen passieren“, sagte Rolf Hüchting vom Grünen-Ortsverband Bremervörde. Die Flüchtlingskrise polarisiere die Gesellschaft, und die Parteimitglieder dürften nicht einfach darüber hinwegschauen und abwarten, bis sich die Lage wieder entspanne. „Es werden sich gewisse Sachen nicht von selbst regeln. Wir müssen aktiv darauf reagieren und uns stärker engagieren“, so Hüchting weiter.

Und genau das haben die Grünen im Landkreis Rotenburg auch vor. Für die anstehenden Wahlen soll vor allem im Vorfeld verstärkt das Profil der Grünen den Bürgern vermittelt werden. 15500 bis 16000 Euro sind dafür im aktuellen Haushaltsplan für den Wahlkampf eingeplant, stellte Marianne Knabbe, Mitglied der Kreistagsfraktion, in ihrem Bericht vor. Das Geld dafür sei da, so Knabbe. „2015 sind etwa 20000 Euro Überschuss zu verzeichnen. Damit können wir in diesem Jahr verstärkt in den Wahlkampf investieren.“ Im vergangenen Jahr hatte der Kreisverband insgesamt 40032 Euro eingenommen und 21000 Euro ausgegeben. Auch für 2016 rechnete Knabbe mit einem ähnlichen Ergebnis. „Die Ausgaben sollten bei maximal 21350 Euro liegen.“

Um im Wahlkampf für die Bürger noch präsenter zu sein, beschlossen die Mitglieder eine Überholung der Homepage des Kreisverbands. Moderner, weniger überladen und übersichtlicher soll der Internetauftritt der Rotenburger Grünen werden. Zusätzlich sollen Themen des Wahlprogramms einzeln aufbereitet und mit vielen Infos, Bildern und weiteren Zusätzen für Interessierte auf der Seite zur Verfügung stehen.

Damit die Zahlen auch weiterhin stimmen, wurde von den anwesenden Mitgliedern ein neuer Kassenprüfer gewählt. Dieter Szczesny, der für die Grünen im Samtgemeinderat Sottrum sitzt, ist nun nach Marianne Knabbe neuer Kassenprüfer und äußerte seinen Dank für die Ernennung. „Ich bedanke mich für das entgegen gebrachte Vertrauen. Ich bin sattelfest in allen vier Grundrechenarten und werde mein Amt so gut es geht ausführen“, scherzte Szczesny.

Ein weiterer Punkt war vor allem Marianne Knabbe wichtig: „Es gibt so viele engagierte Helfer, die Tag für Tag geflüchteten Menschen helfen. Es wäre schön, auch ihnen etwas zurückzugeben.“ Ein bunter Nachmittag soll für besonders hilfsbereite Ehrenamtliche im Frühsommer organisiert werden. „Es geht aber nicht nur um einen schönen Tag“, sagte Knabbe. Vielmehr soll das Treffen auch dazu dienen, herauszufinden, wo noch mehr Hilfe für die Helfer gebraucht wird, auch um zu verhindern, dass mancher Ehrenamtliche seine Tätigkeit wegen Überlastung aufgibt. „Wir wollen damit unsere Wertschätzung zeigen“, sagte Knabbe und bat die Mitglieder um Abstimmung, ob die Aktion geplant werden soll. Klarer Fall: Die Mitglieder sind einstimmig dafür.

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