Kreisjugendblasorchester meistert in achter Probenphase anspruchsvolles Programm

Vom Albtraum zum Hörgenuss

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„Alte Hasen“ wie Daniela Kolkmann waren ebenso dabei wie „Neuling“ Sven Güssner an der Tuba.

Rotenburg - „Ganz großes Kino“ haben die Zuhörer des Konzerts zum Abschluss der achten Probenphase des Kreisjugendblasorchesters am Sonntag in der Aula der Realschule erlebt – und das nicht nur, weil auch ein Medley aus dem Film und gleichnamigen Musical „Les Miserables“ auf dem Programm stand.

Sondern auch, weil Christian Kirchfeld, zum dritten Mal als Dirigent am virtuellem Taktstock, „seine“ fast 50 Musiker dieses Mal ordentlich gefordert hatte mit einem Stück, das ihm am Herzen liegt und das den Schwerpunkt der zweieinhalb Intensiv-Probentage in der Kreismusikschule bilden sollte: die „Hounds of Spring“ des zeitgenössischen Komponisten Alfred Reed. Der ist für den Profi-Posaunist vom Heeresmusikkorps Hannover so etwas wie ein „Gottvater der Blasmusik“ – und aufgrund seiner Schwierigkeit für nicht wenige der Teilnehmer zunächst der Stoff, aus dem Albträume sind.

Noch am Freitagabend sei er sich nicht sicher gewesen, ob das gut zehnminütige musikalische Epos auch ins diesjährige Repertoire Einzug halten würde: „Das haben wir lange diskutiert“, erläuterte der Dirigent der ambitionierten Hobbymusiker die Entscheidungsfindung mit Partnerin und Registerleiterin Katharina Pooch.

Das sollte sich auszahlen: „Schon am Samstagvormittag wusste ich: Das läuft!“, lobte Kirchfeld die Vorbereitung der Teilnehmer. Was jedoch nicht heiße, dass an diesem und den vier anderen Werken nicht intensiv gefeilt wurde. Dazu gehörte nach dem einleitenden „Fanfare und Flourishes“ von James Curnow und dem obligatorischen Marsch eine von Harmonien geprägte Version des irischen Themas „Old Danny Boy“ in der Zugabe – insgesamt also wieder ein Griff ins stilistische Regal.

Kreisjugendblasorchester in Rotenburg

Das knapp einstündige Ergebnis begeisterte nicht nur die – mit rund 70 vergleichsweise wenigen – Zuhörer, sondern auch die Teilnehmer selbst. Die meisten von ihnen waren „alte Hasen“, darunter zahlreiche Leiter eigener Orchester wie Sandra Behrens (Junges Orchester Auenland), Ralf Köhnken (Original Lilienthaler), Jörg Drenckhan (Jugendblasorchester Tewel) oder Klarinettist Frank Meyer, der das Blasorchester Verden leitet. Aber auch die „Neulinge“ kamen auf ihre Kosten, wie Sven Güssner, der aus Oldenburg angereist war: „Sonst spiele ich ab und zu in klassischen Sinfonie-Orchestern, aber da hat die Tuba eher wenig zu tun – da ist man hier schon anders gefordert.“

Nach der gemeisterten Herausforderung sucht Kirchfeld schon die Nächste: Das nächste Konzert in einem Jahr, nämlich am 19. Februar 2017, soll ein abendfüllendes Programm umfassen – dann unter neuem Namen, die sperrige Bezeichnung „Kreisjugendblasorchester des Landkreises Rotenburg/Wümme“ soll so knackig werden wie die dargebotene musikalische Leistung.

hey

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