Kreisjugendblasorchester brilliert bei Abschlusskonzert mit Filmklassikern

Frühstück mit Audrey

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Andreas Deschka aus Schwanewede zeigte in der Zugabe seine solistischen Fähigkeiten.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Einmal mit Audrey Hepburn bei Tiffany frühstücken, mit der Star-Trek-Besatzung in ferne Galaxien abheben oder mit der Dampflok quer durch Oregon fahren: Die Besucher des Abschlusskonzerts der jüngsten Probenphase des Kreisjugendblasorchesters brauchten dazu einen kurzen Weg in die Aula der Realschule zu machen – und die Ohren aufzusperren.

Denn all diese Reisen spiegelten sich nur in den musikalischen Schwingungen wider, die 51 ambitionierte Hobbymusiker mit ihren Instrumenten erzeugten. So viele wie nie: „Zum ersten Mal haben wir die Zielvorgaben für alle Instrumente erfüllt“, freut sich Organisator Jürgen Rudolph von der Kontaktstelle Musik. „Wir haben vier Hörner, sogar Exoten wie Metallophon, Fagott oder Euphonium konnten wir besetzen.“ Das war nicht allein dem Zufall geschuldet, hatte der umtriebige Musiker und Netzwerker doch eigene Kontakte bemüht, um gezielt Bläser anzusprechen.

Darüber freuten sich auch die Dozenten Christian Kirchfeld (Blech und Dirigat) und Katharina Pooch (Holzregister). Der Dirigent: „Ein Traum, den ich hier vorgefunden habe: Die Musiker waren alle gut vorbereitet, wir konnten gleich voll in die Arbeit einsteigen.“ Drei Tage lang übten die Bläser aus dem gesamten Landkreis, einzelne sogar darüber hinaus, an anspruchsvollen Stücken wie Van der Roosts „Flashing Winds“. Aber auch „Klassiker“ der Blasmusik wie der Florentiner Marsch standen auf dem Programm, denn, so erklärte Kirchfeld den rund 100 Zuhörern: „Wir sollten niemals unsere Wurzeln vergessen.“ Die Aufnahme des Stücks ins Repertoire hatte allerdings noch einen anderen Hintergrund: Seit Jahren war es der Herzenswunsch von Ehrenmitglied Alfred Hoffmann gewesen, der nun erfüllt wurde. Mit anderen Stücken wie „Oregon“ des Holländers Jacob de Hahn, in dem die Posaunen wunderbar die Dampflok pfeifen lassen, erfüllte sich der Dirigent selbst einen Wunsch: „Das wollte ich seit 20 Jahren spielen.“

Die Auswahl des Musikers des Heeresmusikkorps Hannover kam nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Akteuren an. Nico Marx aus Worpswede, der gleich in sechs Ensembles spielt und mit dem Xylophon äußerst gefragt ist: „Sonst spiele ich eher Klassik, da muss man ganz schön zählen. Da ist dies hier mal was anderes.“

Auch die zahlreichen Musiker aus Blasorchestern oder Posaunenchören erweiterten so ihren musikalischen Horizont. Und darum geht es in den durchschnittlich zwei Probephasen pro Jahr denn auch: „Ambitionierte junge Musiker zusammenzubringen, die sonst nicht miteinander spielen und etwas mehr wollen“, so Rudolph.

Auch das Dirigat von Kirchfeld kam an, die schwierige Balance aus Spaß und ernsthafter Probenarbeit. Da wurde nach langem Zusammensitzen am Vorabend schon mal das ein oder andere Streichholz verteilt, für einen Trompeter sogar der Alarm gestellt, um dessen solistischen Einsatz sicherzustellen.

Man darf sich schon auf die nächste Auflage des Musizierens auf hohem Niveau freuen. Spätestens im Frühjahr gibt es einen Nachschlag, dann „vielleicht in Zukunft auch mal in voller Konzertlänge“, versprach der sichtlich erfüllte Dirigent.

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