Inzidenz wieder unter 100

Kreis setzt auf Luca

Ellina Frizler
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Immer mehr Unternehmen und auch Pirvatpersonen im Landkreis Rotenburg nutzen die Luca-App für die Kontaktnachverfolgung in der Pandemie. So auch beim Haarstudio Ralf Wesseloh in Rotenburg, wo sich Mitarbeiterin Ellina Frizler (unter der Maske) freut, dass die bisherige Zettelwirtschaft bald ein Ende hat.

Der Landkreis setzt mehr auf digitale Nachverfolgung von Infektionsketten - das ist angesichts hoher Zahlen auch nötig.

Rotenburg – Die gute Nachricht vorweg: Der Inzidenzwert im Landkreis ist wieder unter den Grenzwert von 100 gefallen. Zwar sind den Angaben nach seit Dienstag 40 neue Coronafälle in der Statistik verzeichnet worden, aber die vom Robert-Koch-Institut ermittelte Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis liegt nur noch bei 96 Neuinfektionen in Bezug auf 100 000 Einwohner, nachdem sie am Dienstag auf 102 gestiegen war. Die „Bundes-Notbremse“ ist damit zunächst einmal vom Tisch.

Allerdings beobachtet das Gesundheitsamt einige Entwicklungen mit Sorge: In der mit 113 aktuellen Coronafällen kommunal gesehen am stärksten betroffenen Kreisstadt gibt es ein sogenanntes Cluster in einer freikirchlichen Gemeinde. Diesem könnten bislang rund 30 positive Fälle zugeordnet werden. Die Infektionsketten haben den Angaben nach bereits unterschiedliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erreicht. So seien unter anderem mehrere Schulklassen und Arbeitsplätze betroffen. Das Gesundheitsamt ermittele mit Hochdruck nach weiteren Betroffenen. Genauere Angaben macht die Kreisverwaltung auf Nachfrage nicht – weder dazu, welche Gemeinde betroffen ist, noch dazu, durch welche Zusammentreffen es zu dem Ausbruchsgeschehen gekommen ist.

Mehr als 47.000 Menschen geimpft

Im Bereich Zeven hat das Gesundheitsamt zudem ein Ausbruchsgeschehen bei einem größerem Arbeitgeber mit mehr als 20 positiven Fällen festgestellt. Kreisweit seien aktuell 16 Schulklassen von einzelnen Infektionsfällen betroffen. Hier scheinen die Hygienekonzepte der Schulen weiterhin erfolgreich zu wirken, heißt es. Die bisher durchgeführten PCR-Untersuchungen zeigten keine nennenswerten Folgeinfektionen in den Schulklassen. Aufgrund der immensen Arbeitsbelastung des Gesundheitsamtes würden daher Quarantänemaßnahmen in Schulklassen nicht mehr routinemäßig von PCR-Abstrichen begleitet. Das Gesundheitsamt wird diese Untersuchungen nur noch bei gezielter Einzelindikation durchführen. Zum Ende der Quarantänezeit werde aber weiterhin ein negativer Schnelltest erforderlich sein. Insgesamt gelten im Landkreis derzeit 339 Menschen als infiziert, 18 Covid-Patienten werden im Krankenhaus behandelt. Für 659 Kontaktpersonen gilt häusliche Quarantäne.

47.664 der gut 163.000 Landkreisbewohner haben laut den aktuellsten Zahlen des Gesundheitsamts wenigstens ihre Corona-Erstimpfung erhalten – 42.893 vom Impfzentrum des Landkreises und 4.771 bei Hausärzten. Allein 5.115 Menschen haben demzufolge am vergangenen Impfwochenende in Rotenburg, Bremervörde und Zeven ihre Corona-Erstimpfung erhalten.

Landrat Luttmann lobt Luca

Der Landkreis kann nun zur Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infektionsketten die verschlüsselten Daten aus der App Luca nutzen. Nachdem das Land einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen hat, ist das hiesige Gesundheitsamt nun angeschlossen. Zudem hat der Landkreis für die kostenlose App in seinen Besprechungsräumen und in den Bereichen mit hohem Kundenaufkommen selbst QR-Codes angebracht. Landrat Hermann Luttmann (CDU) betont die Freiwilligkeit der Nutzung, ermuntert aber alle Bürger und Unternehmen, sich mit dem System auseinanderzusetzen und es in privatem Rahmen sowie öffentlichen Bereichen einzusetzen: „Je mehr Menschen so eine App nutzen und je mehr Betriebe so ein System anbieten, desto mehr steigt auch die Akzeptanz in der Bevölkerung, und das Gesundheitsamt kann im Falle eines Ausbruchs alle Personen, die sich zum Zeitpunkt im direkten Umfeld aufgehalten haben, über die App benachrichtigen.“

Und so funktioniert Luca: Nutzer, die die App auf das Smartphone geladen haben, hinterlegen bei der Anmeldung ihre Kontaktdaten. Über einen QR-Code checken die Nutzer zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch ein und sind so in der Anwendung registriert. Kommt es in der Folge zu einer Infektion der registrierten Personen, kann das Gesundheitsamt alle Personen, die sich zum Zeitpunkt im direkten Umfeld aufgehalten haben, über die App benachrichtigen. Durch die schnellere Übermittlung von Kontaktdaten im Infektionsfall, sollen Infektionsherde so klein wie möglich gehalten werden. Auch Personen ohne Smartphone können Luca nutzen, indem sie ihre Daten vor Ort in ein Kontaktformular eingeben, das dann verschlüsselt wird. Zudem kann Luca im Browser genutzt werden. Die App kann laut Luttmann wie andere Apps dieser Art „ein wirksames Mittel sein, um uns allen wieder ein Stück Normalität zurückzugeben. Neben Impfen, Testen, Maske tragen, Abstand halten und Lüften ist die App ein zusätzlicher Baustein, um aus der Pandemie herauszufinden und den Bürgern sowie Unternehmen eine Perspektive zu ermöglichen“.

Informationen zu Luca sind unter www.luca-app.de zusammengestellt.

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