Antworten am Donnerstag 

Krebszahlen: Im Kreishaus werden Ergebnisse der Befragung vorgestellt

Exxon hat versprochen: Sind Zusammenhänge von erhöhten Krebszahlen und der Erdgasförderung nachgewiesen, stoppt das Unternehmen seine Projekte vor Ort. - Archivbild: Menker

Rotenburg - Von Michael Krüger. Am Donnerstagabend soll es Antworten geben. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den erhöhten Krebsraten in der Samtgemeinde Bothel und der Erdgasförderung?

Lassen sich bei den Erkrankten Gemeinsamkeiten erkennen? Die Auswertung der Fragebogenaktion, die das Gesundheitsamt des Landkreises mit Unterstützung des Landesgesundheitsamtes aufgrund der auffälligen Krebsraten in der Samtgemeinde Bothel durchgeführt hat, ist abgeschlossen. In einer Bürgerversammlung am Donnerstag ab 18 Uhr werden im großen Sitzungssaal des Rotenburger Kreishauses die Ergebnisse vorgestellt. Alle interessierten Bürger sind dazu eingeladen, hieß es am Montag in einer Mitteilung des Landkreises.

Tatsächlich waren die Ergebnisse deutlich früher erwartet worden, schon vor einem Jahr war davon die Rede. Doch mit dem großen Zuzug von Flüchtlingen und anderen Engpässen in der Verwaltung hatte sich die Auswertung immer mehr in die Länge gezogen. Vertreter des Landkreises, des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes und des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) werden nun am Donnerstag die Auswertungsergebnisse vorstellen.

Das EKN hatte im September 2014 die Ergebnisse einer statistischen Auswertung in der Samtgemeinde Bothel veröffentlicht. Bei insgesamt zwölf ausgewerteten Diagnosegruppen von Krebserkrankungen zeigte sich bei älteren Männern eine statistisch auffällige Häufung für Leukämien und Lymphome. Statt der für diesen Zeitraum zu erwartenden 21 Fälle wurden 41 beobachtet. Sämtliche Bürger Bothels wurden daraufhin angeschrieben, rund 7 000 Fragebögen ausgegeben. In einem zweiten Schritt wurden dann Betroffene persönlich befragt. Frank Stümpel, Leiter des Rotenburger Gesundheitsamtes: „Durch unsere Befragung haben wir 60 Krebsfälle identifizieren können. Die Erkrankten haben wir persönlich intensiv befragt. Auch der Bereich Bellen ist dabei eingeflossen.“ In Bellen liegt die Zentrale des Förderunternehmens „ExxonMobil“. Der Konzern hatte vor einem Jahr für Aufsehen in der Debatte gesorgt, weil er auf einer Pressekonferenz verkündet hatte, auf Basis eigener Untersuchungen zur Erkenntnis gekommen zu sein: „Wir schließen aus, dass die beschriebenen Auffälligkeiten auf unsere Erdgasförderung zurückzuführen sind.“

Kritiker bezweifeln allerdings, dass die Befragung von Bothel direkte Aufschlüsse über Zusammenhänge bringen wird. Exxon hatte versprochen, den Betrieb vor Ort umgehend zu beenden, wenn es nachweisbare gesundheitliche Schäden durch Fracking und Co. geben würde. In der Stadt Rotenburg, in der es ebenfalls auffällige Krebsraten vor allem bei älteren Männern gibt, wurde eine Befragung seitens der Behörden wegen des zu hohen Aufwands abgelehnt.

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