Krebszahlen: Linken-Abgeordneter Zdebel fordert Hilfe des Bundes

Kurze Antwort aus Berlin

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Noch ist unklar, welche Rolle die Erdgasförderung bei den erhöhten Krebszahlen spielt. Aber der politische Druck steigt.

Rotenburg/Berlin - Die Suche nach der Ursache der erhöhten Krebszahlen in Rotenburg und Bothel bleibt ein Politikum. Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel, Obmann der Fraktion Die Linke im Umweltausschuss, wollte am Mittwoch in der Fragestunde der Bundestagsdebatte vom Gesundheitsministerium wissen, wie Berlin zur Aufklärung beitragen will. Die Antwort? „Alles relativ ausweichend und ungenau“, bedauerte Zdebel gestern auf Nachfrage.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) sagte dazu, „die Aufklärung der Ursachen von statistisch auffällig hohen Zahlen von Krebserkrankungen in bestimmten Regionen liegt in der Zuständigkeit der jeweiligen Landesbehörden“. Im Landkreis Rotenburg laufe momentan die Auswertung der Botheler Fragebogenaktion. „Auf der Grundlage der Informationen aus der Befragung wird versucht werden, die Ursache für die vermehrten Krebserkrankungen zu identifizieren“, so die Antwort der Staatssekretärin.

Zusätzlich habe das niedersächsische Gesundheitsministerium eine Literaturstudie zu den Risikofaktoren des in diesem Zusammenhang gehäuft auftretenden Multiplen Myeloms in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse würden in der zweiten Jahreshälfte erwartet werden und sollen mit den Ergebnissen aus der Befragung abgeglichen werden, um daraus gegebenenfalls auf Landes- oder kommunaler Ebene weitere Schritte abzuleiten.

Für Zdebel ist das Verhalten des Bundesregierung insbesondere vor dem Hintergrund der in der vergangenen Woche von 212 Rotenburger Ärzten gestellten Forderungen „unbefriedigend“. Er sieht auch Berlin in der Pflicht, mehr zur Aufklärung beizutragen, zum Beispiel mit der Einrichtung eines Fonds, der helfen könnte, eine Studie über die gesundheitsbezogenen Folgen von 70 Jahren Erdgas- und Erdölförderung in Niedersachsen zu erstellen.

Doch dafür gebe es auch von der niedersächsischen rot-grünen Landesregierung wenig Unterstützung. Der Linken-Politiker vermutet dahinter starke Lobbyarbeit der Industrie: „Das hat auch etwas mit Steuereinnahmen zu tun.“ Mit den hiesigen Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) und Reihard Grindel (CDU) gab es laut Zdebel bislang keine Gespräche zu dem Thema.

mk

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