Direktkandidaten antworten

Frage zur Landtagswahl: Bildung für alle machbar?

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Unterrichtsausfall und Schwamm drüber? Mitnichten, sagen die Kandidaten der Landtagswahl.

Rotenburg - Von Manfred Klein. Sechs Kandidaten bewerben sich kommenden Sonntag im Wahlkreis 53 Rotenburg um das Direktmandat im neuen Niedersächsischen Landtag.

Die Redaktion stellte den Politikern Fragen zu relevanten Themen der Zeit und der Zukunft des Landes. Unsere heutige Frage: Bildung für alle, wie wollen Sie das erreichen?

Eike Holsten (CDU): Wir wollen dem massiven Unterrichtsausfall begegnen, indem wir Lehrkräfte von unterrichtsfremden, nicht-pädagogischen Aufgaben entlasten und mehr Verwaltungsmitarbeiter, pädagogische Mitarbeiter und Schulsozialarbeiter einstellen. Es gibt eine „Einstellungsgarantie“ für alle angehenden Lehrkräfte. Die Meisterausbildung soll wie das Studium kostenfrei gestellt werden. Und da die Bildung früh anfängt, kommt die beitragsfreie Kita ab August 2018. 

Tobias Koch (SPD): In den vergangenen Jahren haben wir die dritte Kraft in der Krippe eingeführt und die Studiengebühren abgeschafft. Da machen wir jetzt die nächsten Schritte. Bildung muss kostenlos für alle sein. Dies beginnt im Vorschulalter und zieht sich über das Studium bis hin zur Ausbildung und der Meisterschule. Wer qualifiziertes Personal haben möchte, muss auch bereit sein, dahingehend zu investieren. 

Birgit Brennecke (Grüne): Bildung für alle ist erreichbar, wenn ausreichende Studienplätze für Lehramtsanwärter wieder eingerichtet werden, wenn die Neueinstellungen von Lehrerinnen und Lehrern bedarfsgerecht erfolgen können, wenn zum Beispiel die Besoldung der Funktion Schulleitung in den Grundschulen angehoben wird. Um nur einmal einige Erfordernisse voranzustellen. 

Das Kultusministerium hat einen 17-Punkte-Plan zur Lehrkräftegewinnung vorgelegt. Allein in diesem Jahr sind 1 370 Lehrerstellen dazugekommen, die in 2018 noch einmal um 732 Stellen erhöht werden. Obwohl es mehr Stellen für Lehrkräfte gibt als in den letzten 27 Jahren, ist die Schulstundenabdeckung unter 100 Prozent gesunken. Das kann nicht so schnell ausgeglichen werden, wie gewünscht und ist durch den Inklusionsauftrag, bei gleichzeitigem Defizit an verfügbaren Sonderpädagogen, noch eine Herausforderung. 

Jan-Christoph Oetjen (FDP): Zunächst mal müssen wir dafür sorgen, dass der geplante Unterricht auch tatsächlich stattfindet. Dafür brauchen wir eine Unterrichtsgarantie. Jede Woche fallen mehr als 100.000 Stunden in Niedersachsen aus und gleichzeitig werden Lehrer im Ganztagsbetrieb am Nachmittag eingesetzt. Das passt nicht zusammen, der Ganztagsbetrieb kann auch anders organisiert werden. Außerdem wollen wir die Wahlfreiheit der Eltern stärken und keine Zwangsinklusion. 

Nils Bassen (Die Linke): Bildung für alle beginnt im gut ausgestatteten Bereich der Kindertagesstätten und reicht bis zum Bildungsurlaub, der auch für Geringverdiener bezahlbar sein muss. Dazu gehört auch die Ausstattung der Schulen mit Lehrern, Sozialarbeitern und Material. Dort, wo Eltern es wünschen, sollte es eine Integrierte Gesamtschule bis zum Abitur geben. Wenn große Betriebe nicht ausbilden, sollen sie zahlen. An Unis brauchen wir die Durchlässigkeit vom Bachelor zum Master. 

Günter Scheunemann (Freie Wähler): In einer modernen Dienstleistungsgesellschaft ist die Bedeutung von Wissen für den Erfolg aller Branchen eminent. Wir wollen dafür die erforderlichen Rahmenbedingen optimieren, damit kluge Köpfe von morgen hervorgebracht werden. In einer Wissensökonomie wird dieser Personenkreis zwingend benötigt. Es müssen Anstrengungen unternommen werden, um in den Feldern der Spitzentechnologie Lücken zu schließen. 

Die Marktführerschaft muss, auch im globalen Kontext, erhalten bleiben. Forschung und Entwicklung, vor allem im universitären Bereich, sollte ein hoher Stellenwert beigemessen werden. Damit die Ressource Bildung für alle Menschen, die dazu befähigt sind, zugänglich bleibt, sprechen sich die Freien Wähler konsequent gegen Studiengebühren aus. Unser Landesverband steht für die Losung: „Kostenlos von der Kindertagesstätte bis zum Studium.“

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