Koordinierungsstelle will Migrantinnen ins Berufsleben begleiten

„Es sind kluge Frauen“

+
Johanna Meeske (l.) und Thea Ole werben für das Programm „Do it – Rotenburger Willkommenskultur“.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Vorurteile und Pauschalisierungen greifen hier nicht. Das betont Thea Ole immer wieder. „Sie wollen ihre Situation verbessern“, berichtet die Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle „Frauen & Wirtschaft im Landkreis Rotenburg“ über die Frauen, die mit dem Projekt „Do it – Rotenburger Willkommenskultur“ gezielt gefördert werden sollen. Migrantinnen sollen ihren Platz im Berufsleben finden. Und Unternehmen dem Fachkräftemangel begegnen. Ole: „Warum soll eine Ärztin als Putzfrau arbeiten?“

Gut ausgebildete Frauen, die im Landkreis Rotenburg eine neue Heimat gefunden haben auf der einen Seite, erfolgreiche Unternehmen, die händeringend nach Mitarbeitern suchen auf der anderen. „Sie wissen einfach nicht genug voneinander“, betont Ole, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Johanna Meeske und dem „Übertrieblichen Verbund“ aus mittelständischen und kleinen Unternehmen das Projekt auf den Weg gebracht hat. Ole: „Wir haben hier viele kluge Frauen, das ist eine Chance.“ Die werde jedoch noch viel zu selten genutzt. Es gehe darum, auf beiden Seiten eine Bewusstseinsänderung hervorzurufen. Dann könne die Wiedereingliederung in die Berufswelt klappen.

Einen ersten Schritt hat „Do it“ bereits hinter sich. Am Dienstag hat im Kreishaus die Auftaktveranstaltung stattgefunden. Zwölf Frauen mit Migrationshintergrund waren gekommen, um sich ein Qualifizierungsprofil erstellen zu lassen und Hilfe für Bewerbungsunterlagen zu bekommen. Unter den Teilnehmerinnen waren auch drei Syrerinnen, die erst seit wenigen Monaten in Deutschland seien und sich gegenseitig bei Sprachkenntnissen und dem Weg durch den „Behördendschungel“ helfen. Für alle Migrantinnen folgen in den kommenden Wochen ein Einzelgespräche – auch um darauf hinzuweisen, weitere Frauen aus dem Bekanntenkreis für das Thema zu sensibilisieren. Ende September sollen dann in einem zweiten Schritt die Betrieb mit ins Boot geholt werden.

Am 29. September soll es bei einem „Job-Dating“ im Rotenburger Heimathaus darum gehen, Kontakte herzustellen. Eine Unternehmen haben laut Ole bereits ihr Kommen zugesagt, Schirmherr der Aktion ist Landrat Hermann Luttmann (CDU). Ole: „Wir hoffen, dass sich noch viele weitere Betriebe bei uns melden.“ Die Koordinierungsstelle des Landkreises sieht den ersten Anlauf von „Do it“ als Pilotprojekt, das im kommenden Jahr unbedingt fortgesetzt werden soll. Denn das Thema bleibe angesichts der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen ein sehr aktuelles – und es berge Chancen für alle.

www.frauenundwirtschaft-lkrow.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Heidekreis-Feuerwehr hilft in Hochwasser-Region

Heidekreis-Feuerwehr hilft in Hochwasser-Region

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Ursachenforschung nach tödlichem Hubschrauberabsturz in Mali

Kinderstadtfest zum Ende der Sommerferien

Kinderstadtfest zum Ende der Sommerferien

Studie: Zehn Berufe, die vom Aussterben bedroht sind

Studie: Zehn Berufe, die vom Aussterben bedroht sind

Meistgelesene Artikel

Kreisbereitschaft Rotenburg Süd auf dem Weg nach Goslar

Kreisbereitschaft Rotenburg Süd auf dem Weg nach Goslar

Fünfköpfige Familie übersteht schlimmen Unfall leicht verletzt

Fünfköpfige Familie übersteht schlimmen Unfall leicht verletzt

Landwirt hätte gerne vorher über Ausgrabungen Bescheid gewusst

Landwirt hätte gerne vorher über Ausgrabungen Bescheid gewusst

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrerin schwer verletzt

Auto prallt frontal gegen Baum - Fahrerin schwer verletzt

Kommentare