Konzert mit Knorkator muss dem Sturm und Regen weichen

Race Days Open Air unterm Hallendach

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Knorkator-Sänger Stumpen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Zwei Mal muss die Bühne am Samstagnachmittag abgebaut werden, es ist zu windig auf dem Rotenburger Flugplatz. Dann kommt der Dauerregen, die PS-Boliden können nicht mehr auf die Rennstrecke, es droht auch das Aus für das Race Days Open Air. Kurzfristig wird improvisiert und aus dem Frischluftspaß ein Hallenkonzert: Die rockende Meute zieht ins Haus am Luhner Forst.

„Immerhin können wir überhaupt ein Konzert durchführen“, sagt Mitveranstalter Christoph Hoppe und klammert sich an Zweckoptimismus. Dabei ist ihm und dem ganzen Team des Open Air die Enttäuschung anzumerken. Aus dem großen Konzert wird spontan und notgedrungen ein improvisierter Abend.

Das geht nicht ohne Verzögerungen und Kompromisse: Erst gegen 21.30 Uhr steht Ohrendfeindt als erste Band auf der Bühne, weil die gesamte Technik draußen ab- und drinnen wieder aufgebaut werden muss. Die Lokalmatadoren Iron Priest sind die Leidtragenden – ihr Auftritt wird aus Zeitgründen komplett gestrichen, was einigen Fans sauer aufstößt. Also obliegt es den selbsternannten Vollgasrockern aus Hamburg St. Pauli, die Besucher zu versöhnen. Die füllen den Saal in der „Oase“ am Flugplatz zwar recht ordentlich, hätten in dieser Zahl beim Open Air aber nur einen kleinen Teil des Areals eingenommen.

Interview mit Knorkator: „Es werde Lied!“

300, vielleicht 400 Gäste haben es zum Open Air unter dem Dach geschafft – gerechnet hatten die Veranstalter mit deutlich mehr. Ohrenfeindt jedenfalls befassen sich mit diesen Randerscheinungen weniger und fetzen gleich mächtig los. Es röhrt und kracht ähnlich wie nebenan auf der Rennstrecke aus den Boxen, der AC/DC-Einschlag ist bei alldem stets zugegen. Ein herrlich erfrischender, dreckiger Batzen Musik, der in einer stickigen, verrauchten und überfüllten Kellerkneipe im Kiez sicherlich noch besser funktioniert.

Race Days in Rotenburg am Sonntag

Etwas deplatziert wirkt daraufhin Andrew James Witzke alias „Ski King“ mit seiner Rockabilly-Solonummer inmitten der emsigen Techniker, die den Auftritt von Knorkator vorbereiten. Als Zwischenspiel in der Umbaupause steht er an einem Technik-Pult und röhrt Elvis-, Cash- und sonstige Nummern übers Playback. Das mag vom Stil her zu den Race Days insgesamt passen, das Forum ist an diesem Samstagabend aber das falsche. Das sehen viele Besucher auch so und frequentieren lieber den Tresen nebenan.

Race Days auf dem Rotenburger Flugplatz am Samstag 

Rotenburg Race Days: Freies Training

Pünktlich zu den Chaos-Metallern von Knorkator sind aber alle zurück, und es lohnt sich. Auch im kleineren Rahmen ohne größere Effekthascherei zeigen die Berliner, wie die Show laufen muss. Insbesondere Sänger Stumpen gibt sich quer durch den gesamten Saal wetzend alle Mühe, es dem Sturm draußen gleich zu tun – die Bühne soll Kleinholz werden. Dem Auftakt „Schwanzlich Willkommen“ folgen 90 Minuten irrwitzige Achterbahnfahrt durch 20 Jahre Bandgeschichte. „Ich hasse Musik“, lässt die Band verlauten und beweist doch das genaue Gegenteil. Und das funktioniert einwandfrei – immerhin etwas an diesem Tag.

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