Konzern reagiert auf unklare Gesetzeslage / Walsrode noch nicht ausgebaut

Exxon bremst die Verpress-Pläne

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Exxon hat angekündigt, die Verpressstelle in Sottrum besser zu überprüfen und auch zu schließen – irgendwann. Noch bleibt aber Vieles unklar.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Wohin mit dem Lagerstättenwasser aus den Erdgas-Förderstellen der Region? Diese Frage ist nach der Ankündigung des Förderunternehmens „ExxonMobil“, den geplanten Ausbau des Clusterplatzes Walsrode (Heidekreis) vorerst ruhen zu lassen, offener denn je. Anfang Juni hatte der im Landkreis Rotenburg maßgebliche Erdgaskonzern beim Landesbergamt einen Antrag gestellt, in der Versenkbohrung Walsrode H1 auch Lagerstättenwasser verpressen zu dürfen, das nicht aus dem Bereich Walsrode und Söhlingen kommt. Doch das ist vom Tisch – vorerst.

Man wollte eine Übergangslösung mit mehr Kapazitäten schaffen: Exxon hatte im Vorgriff auf die neue Gesetzeslage versprochen, bis 2020 alle acht Bohrungen im Landkreis Rotenburg zu verfüllen, über die derzeit noch das Lagerstättenwasser in den Kalkarenit verpresst wird. Doch die große Koalition hat die Entscheidung über die Gesetze vertagt, und Exxon wartet nun ab: „Vor dem Hintergrund des laufenden Gesetzgebungsverfahrens hat sich ‚ExxonMobil‘ mit der Stadt Walsrode darauf verständigt, bis voraussichtlich Oktober den bei den zuständigen Behörden gestellten Nachtragsantrag bezüglich des Einbringens anderer als aus dem Bereich Söhlingen/Walsrode kommenden Lagerstättenwässer in die Versenkbohrung Walsrode H1 ruhen zu lassen. In diesem Zusammenhang bereits genehmigte Baumaßnahmen zur Errichtung einer neuen Tanklastwagen-Verladung auf dem Clusterplatz Fulde werden vorerst nicht durchgeführt“, bestätigt Exxon-Pressesprecher Klaus Torp.

Die Stadt Walsrode ist darüber durchaus erfreut. Denn die zunehmende Verpressung des vielfach belasteten Lagerstättenwassers in einer Tiefe von nur 750 Metern unweit der Stadt hatte nicht viele Freunde. Bürgermeisterin Helma Spöring (parteilos): „Von der neuen Gesetzgebung dürfte entscheidend abhängen, ob der Clusterplatz Walsrode H1 überhaupt noch für das Unternehmen zur Verpressung von Lagerstättenwasser interessant ist.“

Und stattdessen? Exxon beteuert, am Zeitplan für die Schließung der acht Verpressstellen im Kreis Rotenburg festzuhalten. Torp: „Der begonnene Ausstieg aus der Versenkung von Lagerstättenwasser im Kalkarenit steht nicht in Frage.“ Auch eine bessere Überwachung der noch bestehenden Verpressstellen wird versprochen. In Sottrum beispielsweise soll eine permanente Untertage-Drucküberwachung und ein Grundwassermonitoring installiert werden. „Parallel prüft und erschließt ‚ExxonMobil‘ Kapazitäten außerhalb des Kalkarenits in tieferliegenden Horizonten sowie weitergehende Möglichkeiten einer Aufbereitung von Lagerstättenwasser“, heißt es von Exxon.

Alles Ziele, die den in Aussicht stehenden neuen Gesetzen angepasst sind. Bislang heißt es dazu im Entwurf noch ungenau, dass Lagerstättenwasser nur noch „in druckabgesenkte kohlenwasserstoffhaltige Gesteinsformationen eingebracht“ werden darf, die „einen sicheren Einschluss“ gewährleisten. Entscheidend wird letztlich auch für Exxon sein, welchen Weg die Politik vorgibt. Die Entscheidung soll im Herbst fallen. SPD-Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil: „Wir müssen mit unserer Entscheidung im Bundestag die Richtung vorgeben. Ich setze mich weiter für Verschärfungen am vorliegenden Gesetzentwurf ein, um die Verpressung von Lagerstättenwasser noch weiter einzuschränken.“

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