Projekt „Gesunde Schule“: Stadtschule widmet sich der Ernährungserziehung

Mit Konzept essen

Claudia Brandt erarbeitet mit den Schülern, warum eine ausgewogene Ernährung wichtig ist. Foto: Witte

Rotenburg – Wer morgens vor der Schule nicht frühstückt, hat nicht genügend Energie für den Tag. Aber auch die folgenden Mahlzeiten sind entscheidend für die Leistungsfähigkeit. Das erklärt Ernährungsberaterin Claudia Brandt den Kindern in der Stadtschule anhand einer kleinen Geschichte. Brandt möchte sich in zwei Unterrichtsstunden verstärkt der Mittagsmahlzeit mit den Schülern der E3, E6, 3D und 4C widmen und am Ende auch mit ihnen Rezepte für den Mensa-Plan und vielleicht für ein gemeinsames Kochbuch sammeln. Unter dem Projekttitel „Gesunde Schule: Ernährung und Bewegung“ kommt Brandt nun regelmäßig an die Rotenburger Grundschule, um die Lehrkräfte und Schüler bei der Umsetzung der Projektidee zu helfen.

An diesem Vormittag steht das Mittagessen im Vordergrund. Mit dem Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung geht Brandt mit den Schülern die verschiedenen Felder durch, fragt sie, welche Gerichte ihnen dazu jeweils einfallen. Auf die Frage, warum der Anteil des Obsts etwas kleiner ist als der des Gemüses, geben die Schüler nicht nur die erwartete Antwort des Fruchtzuckergehalts, sondern einer von ihnen sagt auch, dass viele Obstsorten nicht aus der Region kommen. Das fasst gut zusammen, was das Ziel des Projekts „Gesunde Schule“ ist, das die Techniker-Krankenkasse fördert. Es geht um Nachhaltigkeit, erklärt Rektorin Susanne Enders. Dies beziehe sich auf das Essen, schließe aber auch alles was dazu gehört mit ein, vom Anbau bis hin zur Verarbeitung. Die möchte ein nachhaltiges Ernährungs- und Gesundheitskonzepts etablieren. „Wir wollen die Kinder zunehmend dafür sensibilisieren, woher die Nahrung kommt“, erklärt Enders. Dabei gehe es auch um einen achtsamen Umgang mit den Lebensmitteln.

Den Anstoß dafür, das Thema Essen im Rahmen eines Projekts stärker im Schulalltag zu behandeln, hat die wiederholte Zertifizierung als „Sportfreundliche Schule“ gegeben. Bewegungsangebote gebe es bereits viele, diese sollen nun durch den Bereich Ernährung ergänzt werden.

Denn es gebe einige Schüler, die schon stark übergewichtig seien und dadurch sogar bewegungseingeschränkt. Immer wieder hätten die Lehrer in Elterngesprächen auf derartige Probleme aufmerksam gemacht. Aber letzten Endes seien die Möglichkeiten für die Schule begrenzt. „Gerade jetzt müssen wir bei den Kindern ansetzen“, meint Enders hinsichtlich der Ernährungserziehung im Grundschulalter.

Einiges, das im Rahmen des Projekts passieren wird, ist bereits jetzt schon Teil des Unterrichts, wie zum Beispiel der Ernährungsführerschein. „Jetzt geht es darum, neuen Input zu bekommen“, sagt Enders. Mit Brandt hätten sie eine Ernährungsberaterin gefunden, die die die Arbeit der Lehrkräfte ideal ergänzt.

Auch einen Schulgarten gibt es bereits. „Der soll aber an anderer Stelle komplett neu gestaltet werden“, erklärt die Rektorin. Zu viele Probleme hat es am jetzigen Standort mit Vandalismus gegeben. Ernährungsberaterin Claudia Brandt werde bei der Neubepflanzung im Frühjahr assistieren. Neu werde dann sein, dass einzelne Klassen sich intensiver um den Garten kümmern.

Die jetzt in Betrieb genommene Mensa ist ein zentraler Aspekt in dem Ernährungsprojekt. Dass die den Alltag der Ganztagsschule erleichtere, sei schon jetzt zu spüren. „Wir merken, wie gern die Kinder sich dort aufhalten. Dort nehmen sie sich richtig Zeit für das Essen“, sagt Enders. In dem Übergangsraum war das vorher nicht möglich.

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