Thema auf Gesundheitskonferenz

Demenz tritt mehr in den Mittelpunkt: Ein komplexes Thema

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Sie versuchen, im Landkreis etwas in Sachen Pflege zu bewegen (v.l.): Heike Schwabe vom Rotenburger Demenznetz, Gabriele Mertens-Zündorf (BAGSO), Dezernatsleiterin Heike von Ostrowski, Gesundheitsamtsleiterin Carmen Menzel, Landrat Hermann Luttmann und Jessica Heitmann vom Pflege- und Seniorenstützpunkt Niedersachsen.

Bremervörde – Alte Menschen mit einer Demenzerkrankung spielen in der Pflege eine immer größere Rolle. Doch Netzwerke für Angehörige, Pflegende und selbst Pflegeeinrichtungen sind erst im Aufbau. Das zu ändern haben sich all jene vorgenommen, die in irgendeiner Form in diesem Bereich tätig sind. Einen größeren Anschub erhoffen sie sich von der Gesundheitskonferenz des Landkreises Rotenburg. Im Mittelpunkt der dritten Ausgabe stand am Mittwoch in Bremervörde das Thema Pflege mit all seinen Facetten.

Rund 120 Teilnehmer hatten sich angemeldet, um sich zu informieren, Anregungen zu holen und vor allem zu vernetzen. Dies geschah durch Vorträge, moderierte Themeninseln und Foren. Bei den Themeninseln ging es um „Gesund älter werden“, „Leben mit Demenz“, „Gesund pflegen“ und „Miteinander füreinander – Nachbarschaftshilfen“, die darauffolgenden Foren beschäftigten sich mit „Gerontopsychiatrischer Versorgung“, „Gesundheitsförderung im höheren Lebensalter“ sowie „Gesundheit – auch für Pflegekräfte“.

Das Themenspektrum und die Anzahl der Anmeldungen zeigten laut Gesundheitsamtsleiterin Carmen Menzel: „Die Menschen machen sich einen Kopf.“ Vor allem die gerontopsychiatrische Versorgung älterer Menschen werde wichtiger, zum Beispiel in Sachen Demenz. Diesbezüglich habe der Landkreis einiges nachzuholen. Diese Ansicht vertrat im Pressegespräch nicht nur Menzel, sondern auch Dezernatsleiterin Heike von Ostrowski. Gabriele Mertens-Zündorf von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) und Heike Schwabe als Vertreterin des Rotenburger Demenznetz stimmten dem zu.

Schwabe informierte darüber, dass das Netzwerk bereits vor drei Jahren gegründet worden sei und es funktioniere. Darin seien Pflegende, Angehörige, Senioreneinrichtungen und Pflegedienste vertreten. Allerdings sei das erst der Anfang. Auf dem Schirm indes haben die Fachleute die gerontopsychiatrische Versorgung laut Menzel bereits seit sechs bis sieben Jahren. Die Vernetzung ist bislang jedoch nicht vorangebracht worden, weil es „ein komplexes Thema“ sei. Die Gesundheitsamtsleiterin ergänzte: „Wir sind in der Praxis damit beschäftigt, dass wir das abgearbeitet bekommen.“ Mit anderen Worten: Wer als Pflegeeinrichtung oder als Angehöriger betroffen ist, soll so schnell wie möglich seitens des Landkreises Hilfe bekommen.

Doch das soll es nicht gewesen sein: Wer etwas im Bereich der Pflege bewegen möchte, kann sich von der BAGSO über das Programm „Gesundes älter werden“ beraten lassen. Einen Einblick verschaffte Mertens-Zündorf den Teilnehmern. Die BAGSO habe unter anderem die Möglichkeit, Akteure vor Ort zu beraten und zu schulen. Dies könne bis in die kleinsten kommunalen Strukturen geschehen – in den Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinden genauso wie auf Landkreisebene. „Das muss man von Fall zu Fall sehen“, sagte Mertens-Zündorf.

Was sich am Ende aus der Konferenz für neue Projekte und Ideen ergeben, soll die Auswertung ergeben. Die Impulse fließen nach den Worten von Kreisdezernentin von Ostrowski in die Steuerungsgruppe ein. Sie treffe sich in der kommenden Woche. „Unser Ziel ist es, neue Projekte voranzubringen“, gab sie die Richtung vor.

Eine Gesundheitsregion

Der Landkreis Rotenburg ist seit dem Jahr 2016 eine von mehreren Gesundheitsregionen in Deutschland. Zu diesem vom Bund geförderten Programm gehört die Durchführung einer Gesundheitskonferenz. Die Ergebnisse fließen in eine Steuerungsgruppe ein, die die Ideen und Impulse in Projekte umsetzen soll. Angesichts der steigenden Zahl älterer Menschen stand Konferenz Nummer drei im Zeichen der Pflege. Doch zur Gesundheitsregion gehören zahlreiche andere Angebote. Sie sind unter http://gesundheitsregion.lk-row.de im Internet zu finden. Umfassende Informationen gibt es auch beim Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen, http://pflegestuetzpunkt.lk-row.de.

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