72 Stunden ohne Kompetenzgerangel

Landjugend Waffensen saniert den alten Landjugendschuppen

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Die Landfrauen sind da.

Rotenburg – Während Henning Poppe am Donnerstagabend die Aufgabe für die 72-Stunden-Aktion der Landjugend verkündet, hält sich die Überraschung in Grenzen. Diesmal sollen die jungen Leute die drei Tage nutzen, um den Landjugendschuppen – direkt am Eichenhof gelegen – zu sanieren. „Wir hatten vorher schon mal anklingen lassen, dass wir das gerne machen würden“, erzählt der zweite Vorsitzende Jannik Skusa, während wenige Meter weiter mehrere Kollegen eine Schubkarre nach der anderen mit Beton anrollen, um die neuen Fundamente zu gießen. Der Ortsrat hat sich den Wunsch der Landjugend zu Herzen genommen. Henning Poppe, Ortsbürgermeister Hartmut Leefers (CDU) sowie Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) geben den Startschuss. Es kann losgehen.

Bis in die Nacht hinein machen sich die jungen Leute an die Arbeit. „Zuerst mussten wir den Schuppen komplett ausräumen und entkernen“, sagt Skusa. „Die zusätzlichen Fundamente brauchen wir, weil wir den eigentlichen Raum vergrößern. Er wird doppelt so groß“, fügt Felix Leefers hinzu.

Eine große Aufgabe, die allerdings auch geplant werden will. Während am Donnerstagabend die T-Shirt-Ausgabe für die Aktion noch läuft, setzen sich Skusa und Leefers mit dem Vorsitzenden Julian Dittmer und Eichenhof-Wirt Christian Müller zusammen. Der Wirt wünscht sich, dass der offene Bereich unter dem Dach zu zwei Seiten hin geschlossen wird, um für etwas mehr Schallschutz zu sorgen. Jannik Skusa ist inzwischen zum dritten Mal dabei, hat also entsprechende Erfahrungen. Denn für eine Grundsanierung sind nicht nur Material – vor allem Holz und Beton –, sondern auch Werkzeuge und Maschinen erforderlich. Da gilt es, einige Punkte abzusprechen, Bestellungen aufzugeben und erste Aufgaben zu verteilen. Die Maschinen, sagt er, kämen ausschließlich aus privatem Besitz. „Die Landwirte sind da sehr hilfsbereit“, weiß Felix Leefers zu berichten. Doch die Unterstützung im Dorf ist insgesamt außerordentlich groß. Während unter dem Dach die ersten Fundamente entstehen, bringen drei Landfrauen das Mittagessen. Es gibt Spaghetti Bolognese. Sie bereiten ein kleines Büfett vor – gleich neben dem Getränkewagen.

Der Beton kommt pünktlich, und schon lassen sich die Fundamente gießen.

Der Landjugend in Waffensen gehören viele Handwerker an. „Wir haben Elektriker, Maurer, Maler und Tischler“, freut sich Jannik Skusa über die Experten, die bei einem derartigen Projekt Gold wert sind. Denn es gibt viel zu tun. Das Grundgerüst des Schuppens mitsamt dem Dach und den vorhandenen Außenwänden bliebt stehen. Alles andere erneuern die jungen Leute von Grund auf. Die Dämmung, die Innenverkleidung der Wände, den Fußboden sowie den Anstrich. Und um ja keine Zeit zu verlieren, sind die ersten Teilnehmer der Aktion bereits am Freitagmorgen um 6 Uhr auf der Baustelle. Es läuft bis zur Mittagszeit wie geschmiert, „und Kompetenzgerangel gibt es nicht“, versichert Jannik Skusa. Klar, man sei nicht immer einer Meinung, aber kleine Diskussionen führten eigentlich immer zu einem guten Ergebnis. Genau so soll es sein. „Das schweißt die Gruppe noch enger zusammen, und alle lernen sich noch besser kennen“, ist nicht nur Skusa überzeugt. Felix Leefers nickt zustimmend. Den Ton geben letztendlich die an, die vom Fach sind – also die Handwerker. Böse Überraschungen habe es noch keine gegeben.

Auch das Dach muss von Grund auf gereinigt werden.

Doch jetzt ist erst einmal Mittagspause. Dann geht es weiter – mit dem Ziel vor Augen, am Sonntag um 18 Uhr fertig zu sein. Dann kommen viele Dorfbewohner, um zu schauen, was draus geworden ist. Dazu gibt es Gegrilltes, heißt es.

Hintergrund: Landjugendschuppen

Der Landjugendschuppen in Waffensen befindet sich direkt neben dem Eichenhof auf dem Grundstück von Wirt Christian Müller. Vor 20 Jahren hat die Landjugend diesen im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion errichtet. Jetzt kümmern sich die Nachfolger um die Sanierung. Der Schuppen dient den jungen Menschen der Rotenburger Ortschaft als Treffpunkt. Zurzeit gehören 52 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 29 Jahren der Gruppe an, die sich dort immer am ersten Dienstag eines Monats um 20 Uhr und zu weiteren Terminen nach Verabredung trifft.

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