Verbote zum 1. Mai

Das Problem ist nur verlagert

Ein Kommentar von Matthias Röhrs. Schon seit vielen Jahren ist die große Wanderung zum Bullensee am 1. Mai der Rotenburger Stadtverwaltung ein Dorn im Auge. Und in jedem Jahr wartet das Rathaus mit neuen fixen Ideen auf, diese Tradition einzuschränken.

Erfolg hatte es damit nie. Nun also eine Verbotszone für Alkohol und Glasflaschen: Es werden wieder einmal nur Symptome bekämpft, aber nicht echte Lösungen gesucht oder ein Dialog mit den jungen Party-Pilgern angestrengt. Sie werden für diese Maßnahmen kein Verständnis aufbringen; zumal es das gute Recht der Jugend ist, zu feiern. Auch öffentlich. Dass eine Verbotszone den gewünschten Erfolg haben wird, ist vehement zu bezweifeln. Niemand wird wegen der Einschränkungen am 1. Mai Zuhause bleiben. Tausende junge Menschen finden andere Wege, sich zu versammeln. Müll, Gewalt und Belästigungen sind uneingeschränkt abzulehnen. Dass die Behörden jetzt aber diesen Weg gehen, wird nur die Gräben zwischen „denen da oben“ und dem Nachwuchs vertiefen. Probleme zu verlagern, reicht nicht aus.

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