Kommentar zu Grindels Schweigen

Stiller Abschied vom Wahlkreis

Ein Kommentar von Michael Krüger. Dass dem künftigen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel Fragen, womöglich auch noch kritische und dann auch noch aus der Provinz, in den Tagen vor der großen Wahl in Frankfurt lästig sind, ist unverkennbar.

Michael Krüger

Der Lokaljournalist fragt trotzdem, weil genau das seine Aufgabe ist, das müsste auch der ehemalige Redakteur Grindel wissen. Er äußere sich vor der Wahl nicht, heißt es dann zu den 23 Fragen, die zum künftigen DFB-Amt, aber vor allem auch zum Leben und Wirken des künftigen Ex-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel aus Rotenburg gestellt werden. Bemerkenswerterweise teilt dies DFB-Mediendirektor Ralf Köttker mit. Kurz darauf heißt es: Fragen zur Politik doch erlaubt. Aber eben keine Fragen, was die Zukunft betreffen, es müsse ja erst gewählt werden. Grindel und die CDU schweigen bis dahin beharrlich, die lokale Presse werde gemeinsam am 21. April während einer Pressekonferenz informiert, was das Mandat und den Wahlkreis-Kandidaten für die Bundestagswahl 2017 betrifft.

Das ärgert nicht nur den Lokaljournalisten, der auf seinen Fragen sitzen bleibt, sondern auch zunehmend Parteimitglieder der CDU im Heidekreis und in Rotenburg. Auch die wissen offiziell nichts. Politisch ist der Bundestagsabgeordnete Grindel nicht mehr präsent. An 22 von 135 namentlichen Abstimmungen hat er in dieser Legislaturperiode nicht teilgenommen, sein Wahlkreis- und Koalitionskollege Lars Klingbeil von der SPD an fünf. Das mag unterschiedliche Gründe haben, nur werden auch diese nicht erklärt. „Unser Mann in Berlin“ ist weit weg von dem, wofür er 2013 wiederholt gewählt wurde, im Kopf vielleicht schon längst in der DFB-Zentrale in Frankfurt. Das Schweigen Grindels spricht in diesem Fall für sich.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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