Feierlicher Gelöbnisappell 

Klingbeil: Soldaten müssen in viele Rollen schlüpfen

Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil (SPD) schritt gemeinsam mit dem Kommandeur des Jägerbataillons 91, Oberstleutnant York Buchholtz, die Front der 348 angetretenen Rekruten in der Rotenburger Lent-Kaserne ab. - Fotos: Goldstein

Rotenburg - Von Heinz Goldstein. Ein wichtiger Tag für 348 Rekruten der Ausbildungsunterstützungskompanie aus drei Standorten: Beim feierlichen Gelöbnis haben sie gestern beteuert, dem Land treu zu dienen und die Demokratie zu tapfer zu verteidigen. Damit ist die Grundausbildung beendet, und die Soldaten werden in ihre vorgesehenen Einheiten versetzt.

Der Kommandeur des Rotenburger Jägerbataillons 91, Oberstleutnant York Buchholtz, erinnerte an die drei Monate Ausbildung vom Zivilisten zum Soldaten, die sicher nicht einfach gewesen seien. Im Sport und Gefechtsdienst seien die Soldaten vom Jägerbataillon 91 aus Rotenburg, vom Panzergrenadierlehrbataillon 92 aus Munster und der Rekrutenkompanie 1 vom Fallschirmjägerregiment 31 aus Seedorf körperlich stark gefordert worden. Ein über mehrere Tage und Nächte andauerndes Übungslager musste überstanden werden. „Das zeigt uns, dass kein Arbeitgeber in Deutschland vergleichbare Anforderungen an Berufsanfänger stellt wie die Bundeswehr“, so Buchholtz. Der Beruf eines Soldaten sei nicht mit dem normalen Berufsleben zu vergleichen.

Anforderungen an Soldaten seien gestiegen

An die Rekruten gewandt erklärte er: „Ich bezeuge Ihnen meine Anerkennung. Sie haben die Belastungen freiwillig auf sich genommen und sind nicht ausgestiegen.“ Das sei in der heutigen Zeit ohne Wehrpflicht jederzeit möglich. Die erworbenen militärischen Grundkenntnisse seien der Schlüssel zum Erfolg bei der Durchführung der Aufträge.

Die Lage für die deutschen Soldaten habe sich in den vergangenen Jahren verändert. „Wir sprechen wieder von Landes- und Bündnisverteidigung und intensivem Gefecht mit einem Gegner auf Augenhöhe“, so Buchholtz. Dazu kämen noch die stabilisierenden Einsätze der Bundeswehr im Ausland. Die Anforderungen an geistige Flexibilität, körperliche Robustheit sowie die mentale Stressbewältigung der Soldaten seien gestiegen. Die Konsequenz sei eine harte, fordernde Ausbildung der Soldaten.

Rekruten legen in Rotenburg Gelöbnis ab

Auch der Ehrengast aus Berlin, der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil (SPD), betonte in seiner Gelöbnisrede, dass der Beruf den Soldaten viel abverlange. „Die Bundeswehr erwartet von Ihnen, verschiedene Rollen zu übernehmen – Beschützer, Kämpfer, Katastrophen- und Aufbauhelfer oder Botschafter.“ Mit dem Eid könne es in letzter Konsequenz bedeuten, das eigene Leben einsetzen zu müssen. Sein eigener Beruf komme ihm manchmal unglaublich klein vor, im Vergleich zu der Verantwortung, die die Soldaten für ihr Land übernehmen würden.

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