Prognosen zeigen Veränderungen

Klimawandel im Kreis Rotenburg: Im schlimmsten Fall 4,8 Grad wärmer

Im Sommer 2018 vertrocknete der Mais auf den Feldern im Landkreis.
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Im Sommer 2018 vertrocknete der Mais auf den Feldern im Landkreis.

Der Landkreis Rotenburg wird sich im Zuge des Klimawandels verändern. Nun liegen erstmals Daten vor, die den Landkreis genau unter die Lupe nehmen.

Rotenburg – Es wird wärmer, starker Regen nimmt zu – den menschengemachten Klimawandel dürfte nicht nur angesichts der jüngsten Extremwetterlagen auch in Deutschland kaum noch jemand anzweifeln. Dass das auch Folgen in eher gemäßigten Gefilden des Nordens für den Landkreis Rotenburg haben wird, untermauern nun Daten des Helmholtz-Zentrums Hereon. Das hat anhand von 85 regionalen Klimamodellsituationen simuliert, welche Entwicklungen es möglicherweise im Landkreis geben wird.

Verschiedene Annahmen führen zu verschiedenen Entwicklungspfaden von Emissionen und Konzentrationen an Treibhausgasen. Im Kern heißt es in der Studie: „Die Analysen ergeben je nach Modell und Szenario einen Anstieg der bodennahen Lufttemperatur um 0,3 Grad Celsius bis 4,8 Grad, bezogen auf den Referenzzeitraum von 1971 bis 2000, bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Die Temperaturzunahme ist für alle Szenarien robust. Die zum Ende des 21. Jahrhunderts projizierten Änderungen des Jahresniederschlags reichen von einer Abnahme von 12,3 Prozent bis zu einer Zunahme von 29,7 Prozent.“

Klimawandel betrifft auch Gesundheit, Wohnraum und Landwirtschaft

Manfred Radtke hat als Kreisvorsitzender des BUND auf die Studie, die online abrufbar ist, hingewiesen. Er sagt: „Dass wir bereits mitten im Klimawandel stecken, wird ernsthaft wohl kaum noch jemand bezweifeln. Die Wissenschaft prognostiziert immer extremere Wetterereignisse. Die trockenen vergangenen Jahre und die verheerende Flutkatastrophe im Westen Deutschlands bestätigen die Richtigkeit dieser Annahmen.“

Folgen dürfte die Klimaerwärmung für fast alle Bereiche des Lebens haben – von gesundheitlichen Aspekten über Fragen des Wohnraums bis hin zur Landwirtschaft und natürlich die Flora und Fauna betreffend. Bis 2050 will man in Europa klimaneutral sein, sind sich die EU-Mitgliedsstaaten einig: Doch dürfte das den Klimawandel nicht aufhalten, sondern höchstens abmildern.

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Meteorologin und Direktorin des German Institute for Climate Services Daniela Jacob hat auf Basis der Analysen betont, dass die Veränderungen die Menschen vor große Herausforderungen stellen werden: „Um 2050 müssen wir damit rechnen, dass die Sommermonate deutlich heißer und trockener sind“, so Jacob. Etwa für den Oberrheingraben bei Karlsruhe lasse sich schon heute projizieren, dass sich dort bis zur Mitte des Jahrhunderts die Anzahl der heißen Tage – also die mit einem Höchstwert von über 30 Grad – im Vergleich zum Zeitraum von 1970 bis 2000 circa verdoppeln werde. Zunehmen werden auch im Landkreis Rotenburg heiße und schwüle Tage, Wintertage, Frost und Eis werde es weniger geben, so die Prognose.

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