Organisatoren zeigen sich zufrieden

Klimastreik: Erst Andacht, dann Mahnwache

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Mit Bannern geht es zur Mahnwache.

Rotenburg - Von Guido Menker. Schon lange nicht mehr haben so viele Fahrräder vor dem Haupteingang der Rotenburger Stadtkirche gestanden, wie gestern zur Mittagszeit. Viele der weit mehr als 50 Rotenburger Teilnehmer am Klimastreik sind nämlich klimafreundlich angereist, um zunächst eine Andacht in der Stadtkirche zu besuchen. Pünktlich um 13.30 Uhr läuteten zur Erinnerung daran die Glocken – nicht nur hier, sondern auch in der Auferstehungs- sowie in der Michaelskirche.

Pastorin Amely Lißner von der Stadtkirchengemeinde sowie ihr Kollege Christian Relius von der Michaelskirche und auch Kirchenvorstandsmitglied Hilmer Drögemüller ergriffen in der Andacht das Wort. Zum Gesang der Teilnehmer spielte Ingeborg Riese am Klavier. Während die Gefährdung unserer Umwelt also zunächst aus kirchlicher Sicht im Fokus stand, hatten die Vertreter der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit eher die wissenschaftliche Brille auf – allen voran der Rotenburger Kinderarzt Christoph Dembowski. Er spricht angesichts der weltweiten Klimakrise von einem „medizinischen Notfall“ und unterstreicht seine in der Kreisstadt bereits bekannte Forderung nach einer CO2-Abgabe. Die Allianz hatte zu einer Mahnwache eingeladen. Ein Großteil der Kirchenbesucher machte sich daher entlang der Goethestraße auf den Weg zur Mühlenstraße / Ecke Burgstraße.

Am „Burger King“ platzierten die Teilnehmer zwei Banner, sie sangen gemeinsam ein paar Lieder und kamen miteinander ins Gespräch. Dembowski unterstrich, welche Herausforderung der Klimawandel für den Gesundheitssektor darstellt. „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“ ist daher auch eine der Kernaussagen, mit der die Allianz – ein Netzwerk von Einzelpersonen, Organisationen und Verbänden aus dem gesamten Gesundheitsbereich – an die Öffentlichkeit geht.

Die Andacht in der Kirche ist gut besucht.

Elisabeth Dembowski, Mitglied der Grünen in Rotenburg und zugleich auch Sprecherin ihrer Fraktion im Stadtrat, verteilte kleine Kärtchen, „um das Problem mit dem CO2 etwas griffiger zu machen“, erklärte ihr Mann. Wolle man die Erderwärmung im Jahr 2036 auf 1,75 Grad begrenzen, „haben wir 2019 noch ein CO2-Budget von 7,3 Gigatonnen, müssen wir jährlich unsere CO2-Emissionen um sechs Prozent reduzieren“, steht auf dieser Karte.

In Rotenburg waren es gestern überwiegend ältere Menschen, die dem weltweiten Aufruf zum Klimastreik gefolgt waren. Superintendent Michael Blömer sprach am Rande der Mahnwoche von einer „guten Aktion“ und betonte: „Wir als Kirche unterstützen das, und der Klimawandel ist ja zurzeit auch ein Thema bei unserer Bürgerkanzel.“

Klimademo in Rotenburg mit Andacht

Klimademo in Rotenburg mit Andacht

Gute eine Stunde sollte die Mahnwache dauern. Ob daraus etwas entwächst, vermochte Dembowski noch nicht zu sagen. Aber freuen würde er sich schon.

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