Klemmbrett-Betrüger im Landkreis am Werk

Trickdiebe auf dem Parkplatz

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Mit fingierten Spendensammlungen waren am Wochenende in Rotenburg und Scheeßel Trickbetrüger am Werk.

Rotenburg/Scheessel - Von Matthias Röhrs. Am vergangenen Wochenende sind gleich mehrmals im Landkreis Rotenburg Trickdiebe unterwegs gewesen. Das bestätigte Polizeisprecher Heiner van der Werp gegenüber der Kreiszeitung. Demnach haben Passanten am Sonnabend gegen 11 Uhr auf zwei Parkplätzen am Vahlder Weg in Scheeßel zwei verdächtige Personen gemeldet, die vermutlich unter Vorgabe einer Spendensammlung mit Klemmbrettern für eine Taubstummen-Organisation auf Beutezug waren.

Laut van der Werp benutzen die Trickdiebe die Klemmbretter, um unter ihrem Schutz Bargeld aus Portemonnaies zu entwenden, wenn die Opfer diese für eine Spende herausholen. Die beiden als 1,70 Meter große Südländer mit kräftiger Statur beschriebenen Männer waren allerdings mit einem Auto verschwunden, ehe Polizisten am Ort des Geschehens ankamen. Das von Zeugen beschriebene Fahrzeug fanden sie später auf dem Parkplatz des Wümme-Parks in Rotenburg, von den Verdächtigen fehlte aber jede Spur.

Kurz darauf, gegen 11.40 Uhr, wurde ein sich nicht im Dienst befindlicher Beamter auf einen „Spendensammler“ ähnlichem Aussehens auf dem Parkplatz eines Supermarktes an der Harburger Straße in der Kreisstadt aufmerksam. Nachdem er sich als Polizist erkennbar machte, ergriff der Verdächtige die Flucht, ließ aber ein Klemmbrett mit einer fingierten Unterschriftensammlung zurück.

Diese Masche werde im Landkreis Rotenburg „immer mal wieder angewandt“, so der Polizeisprecher. Er geht davon aus, dass die Zahl der vollendeten Diebstähle auf diese Weise im Jahr 2015 aber im „sehr“ unteren zweistelligen Bereich liege.

Wie bei dem Fall im Rotenburg, würde in der Regel eine Spendensammlung für Organisationen für behinderte Menschen gesammelt. Der „Spendenaufruf“ vom Sonnabend sei außerdem im fehlerhaften Deutsch verfasst gewesen. Die Diebe seien immer schwer zu fassen, so van der Werp weiter. Die Zugriffe seien meist das Ergebnis von Zufällen, zumal die Täterbeschreibungen meist sehr ähnlich und oberflächlich seien.

Der Polizeisprecher empfiehlt, in solchen Fällen den Kontakt zu Passanten zu suchen, sie auf das Geschehen aufmerksam zu machen und es der Polizei zu melden. Dabei könne man auch mal lauter werden. „Die Verdächtigen suchen meist schnell körperliche Nähe“, warnt van der Werp. In der Regel seien ältere Menschen das Ziel. Das Portemonnaie sollte auf keinen Fall herausgeholt und am besten in der Innentasche der Jacke verwahrt werden. Vom Festhalten des Verdächtigen rät er ab.

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