Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ wird ab 20. September aufgeführt

„Kleines Ensemble“ feiert Theaterdebüt

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Die Darsteller des „Kleinen Ensembles“ proben fleißig für Sartres Drama „Geschlossene Gesellschaft“: Petra Vermehren (v.l.), Jürgen Cassier und Christina Wedemeyer-Neumann.

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Ein Jahr lang haben sie regelmäßig für diesen Moment geprobt: Am Mittwoch, 20. September, will sich das „Kleine Ensemble“ mit Jean-Paul Sartres Drama „Geschlossene Gesellschaft“ den Theaterfreunden vorstellen. Es wird das Debüt sein der „kleinen Schwester“ von der Theatergruppe Rollentausch in der Aula der Theodor-Heuss-Schule in Rotenburg.

Das „Kleine Ensemble“ mit den Schauspielern Jürgen Cassier, Bettina Renken, Christina Wedemeyer-Neumann und Petra Vermehren arbeitet unter der Regie von Rena Seifert aus Stapel an der Inszenierung des Stücks, das der französische Dramatiker, Romancier, Philosoph und Publizist Jean-Paul Sartre (1905 – 1980) im Zweiten Weltkrieg geschrieben hat und das 1944 einen Skandalerfolg auslöste.

Gymnasiallehrerin Rena Seifert zu dem Inhalt des Einakters: „Garcin, Ines und Estelle, die einander vorher nie begegnet sind, werden nach ihrem Tod von einer mysteriösen Figur in einen Raum gewiesen, der sich im doppelten Sinn als Hölle erweist“, erklärt Seifert den Prolog der Geschichte. Denn die Drei können diesem Ort weder entfliehen, noch können sie dem Blick der anderen entkommen. „Auf Gedeih und Verderb sind sie einander ausgeliefert. Erst nach vielen Ausflüchten stellt sich nach und nach heraus, wie sie gestorben sind und was sie auf der Erde hinterlassen haben“, so die Lehrerin weiter. Verzweifelt suchen die drei Protagonisten nach Selbstbestätigung und drehen sich dabei auf schmerzliche Weise im Kreis. Gibt es einen Ausweg?

Regisseurin des Stücks ist Rena Seifert.

Das Fünfergespann, ergänzt die Regisseurin, habe hinterfragt, ausprobiert, verworfen, Sartre und seinen Existenzialismus hin und her gewendet: Laut Sartre sei dem Menschen nichts vorgegeben, keine Werte und keine Normen. Seine Freiheit bestehe darin, dass er allein aus sich selbst heraus seinen Lebensentwurf hervorbringe und seine Vorstellung vom Guten. Seifert: „Jeder ist allein verantwortlich für sein Handeln, auch wenn er manchmal gerne die Augen davor verschließen möchte. Und immer wieder neu hat oder hätte er die Chance, sich frei zu entscheiden. So auch in ,Geschlossene Gesellschaft’.“

Das Publikum, so Seifert, sei eingeladen, „sich einzulassen auf diese abgründige Szenerie und die Verwicklungen, die sich ergeben, wenn Menschen Getriebene und vermeintlich Gefangene sind“.

„Geschlossene Gesellschaft“ wird in der Aula der Theodor-Heuss-Schule am Mittwoch und Donnerstag, 20. und 21. September, sowie am Freitag und Sonnabend, 29. und 30. September, jeweils um 20 Uhr aufgeführt. Regisseurin Rena Seifert: „Es gibt keine Pause. Dafür können Sie sich bereits ab 19.30 Uhr mit Getränken versorgen und im Theatersaal Neues entdecken. Ein bisschen Überraschung darf sein. Die Fünf freuen sich auf Sie.“

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