Die Kleinen wachsen 

CDU und SPD im Landkreis Rotenburg spüren demografischen Wandel

Die meisten Mitglieder haben im Landkreis Rotenburg CDU und SPD. Aber die kleineren Parteien, allen voran die Grünen, holen auf. Foto: imago images / sepp spiegl
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Die meisten Mitglieder haben im Landkreis Rotenburg CDU und SPD. Aber die kleineren Parteien, allen voran die Grünen, holen auf.

Rotenburg – Es ist ein niedersachsenweiter Trend, der sich auch im Landkreis Rotenburg bestätigt: Die kleineren Parteien verzeichnen einen Mitgliederzuwachs, während die größeren Einbußen zu verzeichnen haben. Vor Ort sind in den vergangenen Jahren vor allem Die Linke und die Grünen gewachsen. So spricht Hans-Jürgen Schnellrieder, Sprecher der Kreisgrünen, von einem deutlichen Zuwachs gegenüber den Vorjahren.

Während die Partei über einige Jahre stets 150 bis 160 Mitglieder zu verzeichnen hatte, seien es aktuell 211. „Tendenz steigend“, meint Schnellrieder. Der Anstieg sei besonders seit Ende 2018 zu verzeichnen, wobei gerade die Europawahl nochmal einen Auftrieb für grüne Politik gezeigt habe. Das Wachstum auf Kreisebene sieht der Kreisvorstand auch darin begründet, dass eine Vielzahl von Veranstaltungen gerade jüngere Wähler anspreche. Das habe besonders im Nordkreis zum Erfolg geführt. Schnellrieder meint zudem, dass die Partei zeigen konnte, dass sie neben Klima- und Naturschutz auch bei anderen Themen wie Wirtschaft und Teilhabe Inhalte liefern kann.

19 Mitglieder mehr verzeichnet die Linkspartei innerhalb von drei Jahren – von 31 im Jahr 2016 auf 50 Ende vergangenen Jahres. Gerade die Altersgruppe der unter 35-Jährigen befände sich unter den Neu-Mitgliedern. „Innerhalb der letzten fünf Jahre hat der Mitgliederstand um 54 Prozent zugenommen“, gibt Kreisschatzmeister Peter Pfleging eine Zusammenfassung der Statistik. Dazu beigetragen haben aus Sicht des Vorsitzenden Stefan Klingbeil der Ausgang der Bundestagswahl und auch die Wahl Trumps. Generell sieht er in dem Zuwachs für die Partei auch eine Reaktion auf den gestiegenen Rechtspopulismus.

Allerdings, merkt Klingbeil an, unterliegen die Mitgliederzahlen seit 2018 größeren Schwankungen. „Allein im letzten Jahr mussten wir teils wöchentlich die Erfahrung machen, dass Eintritten ebenso vielen Austritte entgegenstanden. Insbesondere ältere Menschen verlassen uns, leider auch durch Todesfälle“, erklärt Klingbeil. Wegen der jungen Altersstruktur gebe es auch viele Zu- und Wegzüge, etwa wegen Ausbildung oder Studium.

Der demografische Wandel ist auch für SPD und CDU im Landkreis zu spüren. So ist die CDU zwar, schreibt Eike Holsten, noch die „mit Abstand mitgliederstärkste Partei im Landkreis“, hätte aber eben durch die alternde Bevölkerung auch Verluste hinnehmen müssen. Daneben sieht Holsten auch eine schwindende Parteibindung als ursächlich an. „Bis zum Jahr 2015 ist die Zahl, vorwiegend aus Altersgründen, auf rund 1500 Mitglieder zurückgegangen“, so Holsten. Dem zwischenzeitlichen Tief hätten vor zehn Jahren 1 628 CDU-Mitglieder gegenüber gestanden, aktuell sind es 1 668.

Dem demografischen Wandel schiebt die SPD im Kreis ebenfalls die Entwicklung der vergangenen Jahre zu. So nennt Manuel Kramer von der Partei-Geschäftsstelle in Cuxhaven die Zahlen von 2018 und 2019 als Beispiel. Während es vor zwei Jahren noch 766 Mitglieder waren, sind ein Jahr später nur noch 731 registriert.

Vor allem Sterbefälle hätten die Zahlen in dem Fall beeinflusst, bei den Ein- und Austritten habe es wenig Veränderungen gegeben im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre zuvor. Eine Ausnahme allerdings macht der Sozialdemokrat trotzdem aus. Der „Martin-Schulz-Hype“, sagt Kramer, habe sich in der Mitgliederentwicklung der SPD im Kreis widergespiegelt. Dass es nicht mehr so einfach ist, Menschen für die Mitarbeit in Parteien zu begeistern, merkt auch die SPD. „Das ist schwieriger geworden in der Parteienlandschaft“,

Keinen größeren Schwankungen unterworfen ist hingegen die Mitgliederzahl der FDP. Die Liberalen im Landkreis haben seit längerer Zeit knapp über 100 Mitglieder, teilt der Kreisverband mit.

Von wachsendem Interesse am Stammtisch der Kreispartei berichtet die AfD-Vorsitzende Marie-Therese Kaiser. Was die Mitglieder betrifft, gebe es allerdings derzeit keine Bewegung.

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