Wohnraumberatung für Senioren

Kleine Hilfen mit oftmals großer Wirkung

Jessica Stemmann koordiniert die Aktivitäten im Südkreis. Rolf Dieter Goedeken ist „Wohn-Erleichterer“. In der Hand halten sie einen speziellen Messstab. Mit dem lassen sich zum Beispiel ideale Sitzhöhen und Türbreiten ermitteln. - Foto: Buschmann

Rotenburg - Von Ulf Buschmann. Bärbel T. fühlt sich in ihrem Haus nicht mehr sicher. Eine Schwelle hier, ein fehlender Handlauf dort – irgendetwas müsse geschehen, denkt sich die eigentlich noch recht agile Dame. Bislang war das Bewegen im Haus kein Problem. Doch seit dem Tod ihres Mannes vor einem halben Jahr ist niemand mehr da, der Bärbel T. wieder auf die Beine helfen könnte, wenn sie mal über eine der Schwellen oben oder unten stolpert.

Bärbel T. und ihre Sorgen sind in diesem Fall konstruiert – aber nahe dran an der Realität. Mit Menschen wie Bärbel T. hat es Rolf Dieter Goedeken gewöhnlich zu tun. Der ehemalige Anzeigenleiter der Rotenburger Kreiszeitung und Ortsgruppen-Vorsitzende der DLRG engagiert sich als ehrenamtlicher „Wohn-Erleichterer“.

Goedeken und weitere Ehrenamtliche arbeiten in der Wohnraumberatung des Landkreises Rotenburg mit. Es ist eines der Angebote des Senioren- und Pflegestützpunktes Niedersachsen (RoSe). „Zurzeit haben wir zehn aktive Wohnberater“, sagt Jessica Stemmann. Sie koordiniert die Wohnraumberatung für den Südkreis. Ihre Kollegin Beate Schulz ist für den Nordkreis zuständig. Sie sind die ersten Ansprechpartner.

Stemmann betont, dass es bei der Wohnberatung nicht um psycho-soziale Beratung gehe. Im Vordergrund stünden alleine technische Aspekte: Was gibt es für technische Hilfsmittel? Wo sind bauliche Maßnahmen sinnvoll? Welche finanziellen Hilfen können die Senioren in Anspruch nehmen? Wenn allerdings gar nichts mehr geht, nehmen sich die „Wohn-Erleichterer“ auch des Themas Wohnalternativen an. „Aber das steht an allerletzter Stelle“, sagt Goedeken.

Berater und Klient sprechen sich ab

Wenn sich Menschen wie Bärbel T. gemeldet haben, verabreden sie sich zum Beispiel mit Goedeken. Er sieht sich mit geschultem Blick in der Wohnung oder gleich im ganzen Haus um. Dafür sprechen Berater und Klient miteinander ab, um welche Bereiche es geht. „Aber wir schauen uns alles an, das ist wie ein Hausdurchgang“, erklärt Goedeken. Vom Hauseingang geht es in den Flur, danach ins Treppenhaus, ins Wohnzimmer, die Küche und ins Bad. Auch Schlafzimmer, Balkon, Terrasse und den Garten nehmen Goedeken und Co. unter die Lupe. Um zum Beispiel ideale Sitzhöhen oder Türbreiten bestimmen zu können, verfügen die Wohnberater über einen speziellen Messstab.

Ihre Empfehlungen tragen sie in ein für die Wohnberatung entwickeltes Protokoll ein. Was die Senioren davon machen, liegt in ihrer eigenen Verantwortung. Aber wenn sie sich für eine vorgeschlagene Maßnahme entscheiden, gibt es auch bei der Umsetzung Hilfe von Stemmann und ihrem Team – zum Beispiel beim Einholen von Angeboten für Umbauten.

Oftmals indes helfen schon kleine, günstige technische Hilfsmittel. So lassen sich aus entsprechend zugeschnittenen und eingefassten Kanthölzern Erhöhungen für die guten alten Sessel zaubern, die für viele Menschen irgendwann zu tief werden. Günstig ist auch das Nachtlicht für die Steckdose, in das sich trotzdem noch weitere Geräte anschließen lassen, sagen die Experten..

Jessica Stemmann ist übrigens unter der Telefonnummer 04261 / 983-3277 zu erreichen. Beate Schulz hat die Nummer 04761 / 983-5230.

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