Landeskirche muss Sanierung der Kirchenfenster zustimmen

Klarheit gibt’s im März

Rolf Rinck ist Baubeauftragter im Vorstand der Rotenburger Stadtkirchengemeinde. Foto: Menker

Rotenburg – Für Rolf Rinck und die anderen Mitglieder im Vorstand der Rotenburger Stadtkirchengemeinde ist die Sache eigentlich klar: Die Sanierung der Fenster in der Stadtkirche soll möglichst bald erfolgen. Der Finanzplan steht, und die schlimmsten Befürchtungen, wonach das Projekt mehr als eine Million Euro verschlingen könnte, haben sich nicht bewahrheitet. „Wir gehen von Kosten in Höhe von 777 000 Euro aus“, sagt Rinck, der im Kirchenvorstand als Baubeauftragter mit am Tisch sitzt.

Alles klar also? Nicht ganz. Der Kirchenvorstand will, aber das letzte Wort habe die Landeskirche. „Sie muss zustimmen, eine Entscheidung soll im März erfolgen.“ Dort gehe man noch einmal die komplette Dokumentation durch, letztendlich habe die Landeskirche anschließend das Geld freizugeben. Vorher sei es nicht möglich, den Auftrag zu erteilen. Im Raum stehe auch noch die Frage, ob es zu einer erneuten Ausschreibung kommt. Dann müsste sich auch Kathrin Rahfoth noch einmal bewerben. Von einer Ausschreibung würde Rinck am liebsten absehen, denn Kathrin Rahfoth hatte im vergangenen Jahr zwei der 15 großen Kirchenfenster saniert – eines an der Nord-, ein weiteres an der Südseite der Kirche –, um zu zeigen, wie das Ergebnis am Ende aussehen könnte und zu erfahren, wie groß der Aufwand der Sanierung tatsächlich ist. „Mit dem Ergebnis ihrer Arbeit bin ich sehr zufrieden“, sagt Rinck, während er mit der Hand über den Rahmen eines der beiden neu hergerichteten Fenster streicht. Der Unterschied sei deutlich, die Fenster wieder heller. Die Endabnahme ist bereits erfolgt und protokolliert. Es seien alle Vorgaben des Amtes für Bau- und Denkmalpflege erfüllt worden.

Dass die Fenster in der Rotenburger Stadtkirche ein Sanierungsfall sind, steht schon länger fest. Rahfoth hatte im vergangenen Jahr einen Anfang gemacht. Dieser erste Schritt diente als Muster, auf dessen Grundlage es dann im nächsten Schritt zu entscheiden gilt, wie es weitergeht, wer den Zuschlag für die gesamte Arbeit erhält und nach welchem Zeitplan vorzugehen ist. Auf genau diese Fragen soll es bestenfalls im kommenden Monat Antworten geben. Nur eines dürfte sicher sein, sagt Rolf Rinck: „Die Sanierung wird sich über mehrere Jahre erstrecken.“ Jetzt hoffe er, dass Rahfoth den Zuschlag erhält. Die Erfurterin gilt als ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet.

Bevor sie sich an die ersten beiden Fenster herangemacht hat, hatte Rahfoth versucht, mehr über die Fenster in der Stadtkirche und ihre Geschichte zu erfahren. Das war nicht leicht, aber dann kam sie eben doch einen Schritt weiter. Im Landesamt für Denkmalpflege sei man auf eine Akte gestoßen, die für etwas mehr Klarheit gesorgt habe. „Die Fenster sind demnach definitiv nicht von 1842.“ Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg eingebaut – die ursprünglichen Fenster waren im Krieg zerstört worden. Gleich nach dem Krieg habe ein ortsansässiger Glaser die Fenster im Kirchenschiff erneuert, 1958 habe der Bremer Experte Heinz Lilienthal den Zuschlag für die Fenster im Chorraum erhalten. Alt und ursprünglich seien lediglich noch die Rahmen sowie Teile der Verstrebungen. Diese müssen allerdings neu angepasst und zugeschnitten werden, um für mehr Stabilität zu sorgen, erklärte Rahfoth in einem Gespräch mit unserer Redaktion. „Die Geschichte der Fenster ist nicht entscheidend für die Restaurierung, aber sie hilft mir, ein Gefühl für sie zu entwickeln“, schilderte die Expertin. Zwei Wochen benötigt sie schließlich für den Wiedereinbau. Auch, weil es manchmal kniffelig wird bei der Arbeit.

Mit Blick auf die bevorstehende Sanierung der Fenster setzt der Kirchenvorstand darauf, dass der normale kirchliche Betrieb weitergehen kann. „Aber das hat ja auch im vergangenen Jahr schon sehr gut funktioniert“, so Rolf Rinck.

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