Klarheit dank Gutachten

Zweiter Abschnitt des Baugebiets an der Brockeler Straße könnte größer werden

Im Baugebiet „Brockeler Straße“ in Rotenburg sind Geschossbauten entstanden. Das hatte die Verwaltung auch für einen möglichen zweiten Bauabschnitt dort vorgesehen. Die CDU wünscht sich Alternativvorschläge. - Archivfoto: Menker

Rotenburg - Wo kann Rotenburg Bauplätze schaffen? Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass die Antwort auf diese Frage nicht leicht zu finden ist, insbesondere weil Rotenburg an Moore grenzt. Im Auge hat die städtische Verwaltung derzeit einen zweiten Bauabschnitt an der Brockeler Straße. Um zu klären, ob in Richtung des Schießstandes sogar ein 7,4 Hektar großes Gebiet entstehen könnte, hat der Ausschuss für Planung und Hochbau in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen, Verhandlungen mit Grundeigentümern aufzunehmen. Außerdem sollen ein Schallgutachten sowie ein Teilgutachten zu Moorlinsen in Auftrag gegeben werden.

Dass die Stadt an der Brockeler Straße einen zweiten Bauabschnitt plant, ist nichts Neues. Das Thema war bereits am 13. Februar im Ausschuss für Planung und Hochbau auf den Tisch gekommen. Allerdings sah ein Entwurf des Bebauungsplanes „Brockeler Straße Nordost – Ahlsdorfer Forst“ noch eine Größe von 3,8 Hektar vor. Im Zuge der Auslegung des Entwurfs hätten sich aber weitere Eigentümer gemeldet, die ihre Flächen der Stadt verkaufen möchten. Das teilte Stadtplaner Clemens Bumann mit. Statt also 37 wären dann 78 Bauplätze für Einzel- oder Doppelhäuser sowie vier statt zwei Geschosswohnungsbauten möglich.

Um diese Idee überhaupt realisieren zu können, wird ein zweites Schallgutachten notwendig, weil das vorherige nicht das größere Gebiet, das auch näher am Schießstand der Kreisjägerschaft liegt, einbezieht. Zu klären ist laut Bumann, ob an der Anlage etwas verändert werden müsste, um ausreichenden Schallschutz zu gewährleisten. Er brachte unter anderem einen Wall, Bauplatten oder eine komplette Einhausung ins Spiel. „Die Frage ist, ob sich diese Kosten lohnen“, so Bumann. Fraglich ist noch, inwieweit auch die Planungen des Landkreises bezüglich Windkraftanlagen im Bereich Rotenburg/Wohlsdorf bei der Lärmbelästigung zu berücksichtigen sind.

„Rotenburg ist schwer zu bebauen“

Doch es gibt nicht nur ungeklärte Fragen zum Lärm. Weil es schon beim ersten Bauabschnitt Probleme mit dem Untergrund gegeben hatte, möchte man dem bereits jetzt mit einem Gutachten entgegenwirken. „Rotenburg ist schwer zu bebauen“, stellte Bumann auch am Montagabend fest. Moorlinsen im Boden hatten auf mehreren Grundstücken im Gebiet „Brockeler Straße“ für zusätzliche Kosten gesorgt, die die Stadt zum Teil übernommen hatte. „Es hat sich gezeigt, dass die Leute schwer enttäuscht waren. Man muss intensiv prüfen, damit man weiß, was man verkauft“, so Klaus Rinck (CDU), der deshalb vorschlug, den ursprünglichen Beschluss zu erweitern und an insgesamt 30 Stellen Proben entnehmen zu lassen. Die Stadt hatte bereits vorher an einigen Stellen Proben entnehmen lassen. Mit den Ergebnissen aus den Gutachten rechnet Bumann im August.

Rinck störten außerdem die möglichen vier Geschossbauten, die im Entwurf dargestellt sind. Klassischerweise sind die Baugrundstücke direkt neben den Geschossbauten nicht so beliebt, auch im Baugebiet „Brockeler Straße I“ sind noch immer nicht alle Grundstücke verkauft. Deshalb beantragte er, – sollte es zum zweiten Bauabschnitt kommen –  eine Bauplan-Alternative mit Häusern für ein bis zwei Familien und Reihenhäuser statt Geschossbauten zu präsentieren. Ein Vorschlag, der zwar auf Seiten der SPD keine Gegenliebe hervorrief – sie wollte den sozialen Wohnungsbau forcieren –, allerdings stimmten fünf Ausschussmitglieder dafür und nur vier dagegen. Abschließend entscheidet der Verwaltungsausschuss der Stadt am 14. Juni über beide Empfehlungen. 

iq

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