Bei den Erststimmen liegt die SPD in Rotenburg vorne

Klares Votum für Lars Klingbeil

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Frank Neumann ist gleich um 8 Uhr der erste Wähler in der Schule am Grafel.

Rotenburg - Von Guido Menker. Die beiden großen Parteien verlieren zwar, schneiden aber deutlich besser ab als auf Bundesebene, die Grünen sind drittstärkste Kraft, Lars Klingbeil (SPD) hat bei den Erststimmen die Nase vorn, dahinter folgen Kathrin Rösel (CDU) und Michael Stewart (AfD) auf den weiteren Plätzen. So lassen sich die Rotenburger Ergebnisse der Bundestagswahl zusammenfassen.

Frank Grafe, der Vorsitzende des Rotenburger SPD-Ortsvereins, hat die gestrigen Ergebnisse mit einem weinenden und einem lachenden Auge betrachtet: „Es ist das erste Mal, dass die SPD in Rotenburg mehr Erststimmen geholt hat als die CDU“, sagte er zufrieden. „Die Rotenburger trauen Lars Klingbeil also was zu.“ Klingbeil kommt in der Wümmestadt auf 38,99 Prozent, Kathrin Rösel erreicht 34,69 Prozent. Aber Grafe sieht auch, dass die SPD dennoch nicht ihr Potenzial ausgenutzt habe: „Das tut richtig weh“, so Grafe. Bei den Zweitstimmem kommen die Sozialdemokraten lediglich auf 26,1 Prozent. Vor vier Jahren hatte die SPD noch 30,46 Prozent der Stimmen auf sich vereint. 

„Ich bin mit diesem Ergebnis zufrieden“

Aber auch das Abschneiden der AfD gefällt dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden gar nicht: „Die hat bei uns zwar einen deutlichen Abstand gegenüber dem Bundestrend, aber das ist natürlich kein Grund zu sagen, das wäre gut.“ Die AfD landet bei den Zweitstimmen mit 8,54 Prozent immerhin auf Rang vier, bei den Erststimmen indes erzielt Michael Stewart 7,37 Prozent und erreicht damit Platz drei.

Das wiederum freut Thomas Ossadnik, für die AfD im Rotenburger Stadtrat und Mitglied im Kreisvorstand seiner Partei: „Ich bin mit diesem Ergebnis zufrieden. Wir hatten hier eher mit einem Ergebnis wie bei der Kommunalwahl gerechnet – jetzt liegen wir sogar darüber.“ Ossadnik fühle sich daher für seine Arbeit im Stadtrat gestärkt. Die Wähler seien ganz offensichtlich unzufrieden mit den Auswirkungen der Politik in den vergangenen Monaten, sagte er. Dass Lars Klingbeil in Rotenburg die Nase vorn hat, „kommt für mich ein wenig überraschend. Aber ich beglückwünsche ihn zu seinem Ergebnis“, erklärte der Mann von der AfD.

Schwungvoll starten die Wahlhelfer in der Kantor-Helmke-Schule in den Abend. Nach der Wahl muss schließlich jede Stimme ausgezählt werden. Die Stadt Rotenburg hat 16 Wahllokale. Im Rathaus werden die Ergebnisse zusammengefasst. - Foto: Menker

Überrascht vor allem vom Erststimmen-Ergebnis für Kathrin Rösel zeigte sich am Abend der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende und Landtagskandidat Eike Holsten. Es sei hingegen nicht ungewöhnlich, wenn die SPD wie auch bei Kommunalwahlen durchaus stark abschneiden. Doch Holstens Blick geht über die Kreisstadt hinaus und gilt dem gesamten Südkreis. Und was den betrifft, sei das Ergebnis im Prinzip gut – für Rösel und die CDU. Das mache ihn durchaus zuversichtlich für die Landtagswahl am 15. Oktober. 

„Das betrübt mich ernsthaft als Politiker“

Was Holsten gar nicht gefällt, ist das Abschneiden der AfD: „Das betrübt mich ernsthaft als Politiker, der diskutiert, argumentiert und mit den Menschen spricht“, sagte er. Vor diesem Hintergrund sei es zu den verhältnismäßig schlechten Ergebnissen für die CDU und die SPD gekommen. Holsten: „Da gilt es, selbstkritisch zu werden.“ Die Resultate machten die Unzufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik in Bund und Land deutlich.

Wesentlich besser war am Wahlabend die Laune da schon bei Gunter Schwedesky, Ortsvereinsvorsitzender der Rotenburger FDP: „Für unsere Verhältnisse und unseren Kandidaten Hendrik Jürgens ist das ein tolles Ergebnis. Das macht uns froh, denn unsere Arbeit ist anscheinend angekommen.“ Jetzt könne man kräftig durchatmen, sagte Schwedesky. Vor vier Jahren hatte die FDP in Rotenburg fast zehn Prozentpunkte verloren und schloss den Abend mit 3,86 Prozent ab.

Die Grünen übrigens konnten ihr Ergebnis von vor vier Jahren (10,63 Prozent) fast halten – sie sicherten sich diesmal 10,58 Prozent bei den Zweitstimmen und sind somit drittstärkste Kraft in der Kreisstadt.

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