Klares Bekenntnis zur „630“

Verkehrsausschuss für Stärkung der wichtigsten Buslinie im Kreis

Die Busline 630 zählt zur am stärksten genutzten und wichtigsten Buslinie im Landkreis Rotenburg.
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Die Busline 630 zählt zur am stärksten genutzten und wichtigsten Buslinie im Landkreis Rotenburg.

Rotenburg – Keine Frage: Mit durchschnittlich 1 300 Fahrgästen pro Tag ist die Buslinie 630 die am stärksten genutzte im Grundliniennetz des Landkreises Rotenburg. Und sie ist, was den ÖPNV betrifft, eine der Wichtigsten, verbindet sie doch das Mittelzentrum Zeven über Tarmstedt mit der Stadtgemeinde Bremen – bis hin zum dortigen Hauptbahnhof. Warum die Linie jetzt im Kreisausschuss für Wirtschaft und Verkehr Beratungsgegenstand war?

Bisher, seit der Neuvergabe der Busverkehre zum 1. August 2019, musste der Landkreis als ÖPNV-Aufgabenträger lediglich den Linienbetrieb bis zur Kreisgrenze bezahlen – die anderen Verkehre, also die im Landkreis Osterholz und in der Hansestadt, waren vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) beauftragt worden. Nur, erläuterte Erster Kreisrat Torsten Lühring in der Sitzung, „sagt mittlerweile die Stadtgemeinde Bremen grundsätzlich, dass sie die ganzen Überlandbusse gar nicht interessieren würde, man brauche sie im Prinzip nicht und zahle keinen Cent dazu“.

In der Folge bliebe die Finanzierung der Verkehre auf Bremer Gebiet, immerhin machten die Lührings Worten nach ein Viertel der kompletten Linie aus, so momentan am Landkreis Osterholz hängen. „Der möchte das Ganze aber natürlich nicht alleine bezahlen“, erklärte Lühring. Daraufhin hätten sowohl die Osterholzer als auch der ZVBN kundgetan, Rotenburg möge sich für die weitere Durchführung nach Bremen doch ebenfalls finanziell beteiligen – nach deren Vorstellung zu ungefähr Zweidritteln. „Wir haben das aber ein bisschen anders ausgerechnet“, so der Verwaltungsmann. Demnach käme der Landkreis Rotenburg auf eine 60-prozentige Beteiligung und der Landkreis Osterholz auf 40 Prozent der zu tragenden Kosten. „Wenn wir nicht bezahlen, wir sprechen von 38 000 Euro im Jahr und jeweils knapp 9 000 Euro, die die Samtgemeinden Zeven und Tarmstedt zu tragen hätten, müsste man die Linie 630 bis zum Bremer Hauptbahnhof einstellen, dann würde sie in Lilienthal-Falkenberg an der verlängerten Straßenbahnlinie 4 enden“, verdeutlichte Lühring.

Kostenaufteilung bei besonderen Fahrtenwünschen

Schon lange bevor der Landkreis Rotenburg Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) war, hatten sich die Samtgemeinden Zeven und Tarmstedt auf den Weg gemacht, die für sie bedeutsame Linie 630 von sich aus zu unterstützen. Seit der Neuaufstellung des letzten Nahverkehrsplanes (einsehbar im Internet unter www.lk-row.de) zahlt der Landkreis dieses Angebot – wie auf allen seinen Grundlinien, bei denen werktags im Zwei-Stunden-Takt beispielsweise mit sieben Fahrtenpaaren in jede Richtung gefahren wird – im Alleingang. Ferner hat sich der Kreis mit der Neuvergabe der Busverkehre zum 1. August 2019 mit den beiden Samtgemeinden darauf geeinigt, dass man bei allem, was bei den Verkehren an besonderen Fahrtenwünschen über dieses Finanzierungsmodell hinaus geht, halbe Sache bei der Kostenaufteilung macht.

Auf eine solche Unterbrechung, immerhin mit der Möglichkeit zum Umstieg, wird es wohl aber nicht hinauslaufen, empfahl der Ausschuss doch einstimmig, die Co-Finanzierung zu übernehmen. „Eine direkte Anbindung aus unserem Mittelzentrum Zeven ist einfach auch eine Qualität dieser Strecke“, befand beispielsweise Bernd Petersen (WFB). „Und für Studenten ist es doch sympathisch, wenn sie mit dem Bus direkt zur Uni kommen könnten“, äußerte sich Reinhard Bussenius (Grüne). „38 000 Euro – das ist ja auch nicht ganz so dramatisch.“

Ein weiterer Punkt, den sich die Politiker im Kontext mit der „630“ vornahmen: Die Linie könnte eine Aufwertung zu einer landesbedeutsamen Buslinie erfahren, für die das Land Niedersachsen über einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren Zuwendungen in Aussicht stellt. Laut Lühring kämen für eine solche Förderung vor allem Linien zu Mittelzentren ohne Schienenpersonenverkehr infrage, was auf Zeven zutreffen würde. Nur sei das Ganze eben auch an gewisse Bedien- und Qualitätsstandards geknüpft – und die gingen ordentlich ins Geld. „Beispielsweise müssten wir, um dem geforderten Ausbau eines stündlichen Taktes nachzukommen, montags bis freitags noch zwei weitere Fahrtenpaare anbieten, am Samstag sind es acht zusätzliche und an Sonn- und Feiertagen elf.“ Problem in diesem Zusammenhang sei es, dass nur für neu eingerichtete Fahrten auch eine höhere Förderung vom Land fließen würde, während man für das, was an Verkehren schon da sei, eigentlich fast gar nichts bekomme. „Das bestraft natürlich diejenigen, die schon ein gutes Angebot haben – wie wir bei der Linie 630“, so der Erste Kreisrat. In Zahlen müsste der Landkreis so selbst noch einen jährlichen Zuschussbedarf in Höhe von 80 000 Euro übernehmen, eine Summe in gleicher Höhe Zeven und Tarmstedt, „wobei beide sich wiederum als vom ZVBN assoziierte Gemeinden fördern lassen können“, erläuterte Lühring.

Der Zustimmung des Fachausschusses taten die von ihm präsentierten Fakten jedenfalls keinen Abbruch. Und so empfahl das Gremium, die Aufwertung anzugehen, ebenfalls einstimmig – sollten Zeven und Tarmstedt bei der Co-Finanzierung denn auch wirklich mitziehen wollen.

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