25 Teilnehmer dabei

Fünfter Border Collie Trial am Wochenende in Borchel

Der Border Collie hat die fünf Schafe fest im Griff. Das freut den Schäfer, der schon am Zielpunkt bereitsteht, wo die Schafe einzupferchen sind. Der Border Collie Trial steigt am Wochenende wieder in Borchel. Die Zuschauer erleben spannende Wettkämpfe. - Foto: Menker

Borchel - Von Guido Menker. Links. Rechts. Stopp. Schneller. Die Kommandos sind eindeutig. Und gerade die Border Collies gelten als intelligent, flink und besonders lernfähig. Wie gut sie sind, können sie am Wochenende wieder in Borchel unter Beweis stellen – beim inzwischen fünften Border Collie Trial auf dem Hof von Marco Hörmann in der kleinen Rotenburger Ortschaft.

Es geht um die Qualifikation für die Landesmeisterschaften. 25 Schäfer haben sich mit ihren Hunden angekündigt und wollen sich diesem Wettbewerb stellen. Sie gehen in zwei Klassen an den Start: die Anfänger und die Fortgeschrittenen. „Bei den Anfängern geht der Schäfer selbst noch mit ins Feld, bei den Fortgeschrittenen bleibt er am Zielpunkt und sendet von dort aus seine Kommandos mit der Pfeife und mit englischen Ansagen.“ 

Marco Hörmann

Marco Hörmann betreibt einen Schäferhof, hat 200 Tiere und eine Fläche, die sich sehr gut eignet für einen Wettbewerb dieser Art. Immer fünf Tiere werden für einen Trial benötigt. Der Parcours mit Hindernissen, mit Toren und simulierter Brücke ist etwa 800 Meter lang. Es geht um Zeit und damit schließlich um Punkte. Da ist es wichtig, dass die Hunde die Vorgaben ihres Chefs schnell umsetzen. Und die Kampfrichter schauen sehr genau hin, denn wenn einer der Hunde im Wettbewerb eines der Schafe beißt, erfolgt die Disqualifizierung. „Das hat allerdings nur wenig mit der Realität zu tun“, wirft Hörmann ein. Vor allem bei sehr großen Herden lasse sich diese Vorgabe nicht immer durchsetzen.

Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Niedersachsen und Hamburg, sondern auch aus Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen. „Ein Kollege aus der Heide hatte mich mal angesprochen, weil er ständig auf der Suche nach Kollegen ist, die viele Tiere und die Möglichkeit haben, einen solchen Trial zu veranstalten“, erinnert sich Hörmann an die Anfänge des Borcheler Wettbewerbs. 2014 fiel dort der Startschuss, mittlerweile scheint dieser Termin fest im Kalender der interessierten Border-Collie-Besitzer zu stehen. Interessierte Zuschauer gibt es ebenfalls eine ganze Menge – sofern das Wetter mitspielt.

Marco Hörmann ist 31 Jahre alt, kommt aus Wittorf und hat zunächst bei Borco-Höhns in Rotenburg eine Ausbildung zum Fahrzeugbauer absolviert. Doch irgendwie war der Wunsch, einmal Schäfer zu werden, größer. Er ging nach Bielefeld und packte eine Lehre obendrauf. Danach kam er zurück und kaufte sich einen Hof in Borchel. Seit fünf Jahren betreibt er ihn – und hat jede Menge Arbeit. Mit seinen Tieren pflegt er viele Flächen – öffentliche und private. Allein 60 Regenrückhaltebecken hat er auf dem Plan. „Wir halten das Gras kurz“, umschreibt Hörmann die wesentliche Aufgabe. Zugleich festigt die Herde den Boden. Auch die Fläche einer großen Photovoltaikanlage steht in seinem Auftragsbuch. „Da ist es wichtig, dass die Panels vom Gras nicht überwuchert werden.“ Hörmann betreibt seinen Hof allein, ist viel unterwegs, um die Schafe von einem Ort zum anderen zu bringen, Zäune zu erreichten und die Tiere im Blick zu haben.

Gleich geht’s los. Dieser Border Collie wartet auf den Startschuss, um sich auf die Suche nach den Schafen zu machen. Dabei hört er auf die Kommandos des Schäfers.

Wenn das Wetter mitspielt, wechselt er von Dezember bis April mit seinen Schafen in die Wanderschaft-Haltung. In den Stall bringt er sie nur, wenn es gar nicht anders geht. Bei Schnee und Eis eben. Zurzeit bereitet er sich darauf vor, das Angebot seines Hofes zu erweitern. „Ich will die Wolle künftig selbst verarbeiten und plane, Bettdecken zu fertigen und anzubieten.“ Bislang konzentriert er sich auf die Landschaftspflege sowie auf den Verkauf von Lämmern – etwa 300 sind es pro Jahr.

Hörmann ist fasziniert von den Border Collies, die viele Schäfer bei ihrer Arbeit unterstützen. „Wir sind den ganzen Tag an der frischen Luft und arbeiten mithilfe eines Tieres mit Tieren“, schwärmt er. Wie das geht, können die Besucher am Sonnabend und Sonntag jeweils von 9.30 Uhr an erleben. Darüber hinaus gibt es Speisen und Getränke, außerdem einen Treckerparcours für Erwachsene sowie eine Stroburg für den Nachwuchs. Stefan Klee stellt darüber hinaus das Angebot seiner Miet-Maschinen aus.

Und wenn Zeit bleibt, erzählt Marco Hörmann oder einer der Kollegen vor Ort ganz sicher gerne von seiner Arbeit. Die gestaltete sich angesichts der Hitze in diesem Jahr besonders schwierig. Zu wenig Gras ist gewachsen. Das war schon kritisch. Außerdem gehen die Schäfer inzwischen dazu über, Wolfszäune zu errichten, um ihre Herden zu schützen. „Wir zäunen die Schafe nicht ein, sondern die Wölfe aus“, sagt er. Aber wenn er selbst draußen unterwegs ist, begleitet ihn kein Border Collie, sondern er arbeitet mit altdeutschen Hütehunden. Nicht, weil er mit den Border Collies nicht zurechtkommt, sondern „weil diese für meine Arbeit genau richtig sind“.

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