Kirchenkreis hat’s kalt erwischt

Superintendentin Susanne Briese gibt vorzeitig ihr Amt auf

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Superintendentin Susanne Briese verlässt den Kirchenkreis Rotenburg nach nur drei Jahren im Amt.

Rotenburg - Von Guido Menker. Der evangelische Kirchenkreis Rotenburg muss sich einen neuen Superintendenten suchen – und kann gleich am Freitagabend damit anfangen. Denn kurz vor der Sitzung des Kirchenkreistages in Kirchwalsede hat Susanne Briese bekanntgegeben, ihr Amt vorzeitig Ende März kommenden Jahres nach nur drei Jahren aufzugeben.

Die 53-Jährige tritt am 1. April 2018 ihre neue Stelle als Landespastorin für Ehrenamtliche im Haus kirchlicher Dienste in Hannover an. „Ich bedauere diese Entscheidung nach nur drei Jahren sehr“, sagt Hartmut Ladwig, Vorsitzender des Kirchenkreistages gegenüber der Kreiszeitung.

„Ich bin sehr gern Superintendentin in diesem Kirchenkreis, und die gute Zusammenarbeit mit den Menschen in den unterschiedlichen Verantwortungsbereichen war mir immer wichtig. Für dieses konstruktive Miteinander der letzten Jahre bin ich sehr dankbar“, sagt die Theologin selbst, die sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht habe. „Ich habe gelernt, anders auf mein Leben zu schauen und lernen müssen, anders mit meiner Gesundheit umzugehen.“ Sie freue sich auf die neuen Aufgaben: „Nicht zuletzt hat ja die Arbeit mit Ehrenamtlichen auch gerade in unserem Kirchenkreis einen sehr hohen Stellenwert “, begründet die 53-Jährige ihren Wechsel.

Brandy bedauert Entscheidung

Hans Christian Brandy, Landessuperintendent im Sprengel Stade, bedauert die Entscheidung von Briese: „Ich habe die Zusammenarbeit mit ihr sowie ihre Ideen und Impulse sehr geschätzt. Aber ich zolle ihr Respekt für ihre Entscheidung, eine andere Aufgabe in der Landeskirche zu übernehmen.“ Vor dem Hintergrund einer schweren Erkrankung, die Susanne Briese mehrere Monate lang außer Gefecht gesetzt hatte, kann auch Hartmut Ladwig den Schritt Brieses nachvollziehen. Denn: „Das hat uns alle kalt erwischt“, erklärt Ladwigs Stellvertreterin Karin Fuge-Venzke aus Sottrum.

Briese hatte erst am Mittwoch im Kirchenkreisvorstand von ihrem Vorhaben berichtet. „Wir wissen um ihre schwere Zeit“, so Fuge-Venzke, „und deshalb hatten wir uns gefreut, dass sie wieder zu 100 Prozent einsteigen kann.“ Der Kirchenkreis blicke zudem auf ein „tolles Reformationsjubiläum“ zurück, „das uns beflügelt hat“, führt die stellvertretende Kirchenkreistagesvorsitzende weiter aus. Vor diesem Hintergrund habe sie eine Erschrockenheit wahrgenommen, nachdem Susanne Briese ihre Entscheidung bekanntgegeben hat.

Neue Stelle ab April

Bis März 2015 sei der Kirchenkreis von einem innovativen Superintendenten Hans-Peter Daub geprägt gewesen, erinnert sich Fuge-Venzke. Susanne Briese sei eher abwägend und zuhörend, ohne dabei zögerlich zu sein. Auch sie habe viele Ideen, wenngleich sich der eine oder andere „ein bisschen mehr Führung erwartet habe“, sagt die Sottrumerin. An der Superintendentin gefalle ihr das strukturierte Arbeiten und der gute Überblick über die Abläufe und das Personal. Fuge-Venzke: „Susanne Briese pflegt einen wertschätzenden Umgang.“

Da passt es ins Bild, dass sie erst zum 1. April ihre neue Stelle in Hannover antritt. Wie Hartmut Ladwig berichtet, habe sie sich mit Rücksicht auf die am 11. März stattfindenden Kirchenvorstandswahlen für diesen Wechsel-Termin entschieden, um die Wahl selbst, aber eben auch die damit verbundenen, sehr umfangreichen Vorbereitungen noch zu begleiten. „Sie ist dann also noch dabei, und das finde ich sehr schön“, so Ladwig.

Er selbst werde alles daran setzen, die Bildung eines Wahlausschusses noch für Freitagabend auf die Tagesordnung des Kirchenkreistages setzen zu lassen. Dabei seien nämlich einige Formalitäten zu berücksichtigen, die aus diesem Vorhaben alles andere als einen Selbstgänger machen. „Aber es wäre schon gut, die Nachfolgesuche in die Wege zu leiten, damit wir keine Zeit verlieren.“ Ladwig und seine Stellvertreterin gehen davon aus, dass der Nachfolger erst in der zweiten Hälfte 2018 gefunden ist. „Schön wäre, wenn es früher klappt, aber ein Termin im Sommer wäre schon sehr sportlich“, so Fuge-Venzke.

Immerhin wird eine Entscheidung am Freitagabend ohne Schwierigkeiten über die Bühne gehen: Pastor Matthias Wilke aus Kirchwalsede wird neuer stellvertretender Superintendent und damit Nachfolger von Thomas Steinke.

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