Kirche, Werke und Krankenhaus beenden Modellprojekt Fundraisingbüro

Die Kooperation bleibt

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Matthias Richter hat mit Katharina Rogge-Balke das Fundraisingbüro geleitet. Seit Anfang des Jahres ist er Theologischer Direktor des Diakonieklinikums.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Fünf Jahre lang haben der Kirchenkreis Rotenburg, die Rotenburger Werke und das Diakonieklinikum gemeinsam um Spenden für verschiedene Initiativen und Vorhaben geworben. Doch das Projekt „Fundraisingbüro Rotenburg“ ist vorbei. Die Beteiligten beenden das Pilotprojekt – und setzen gleichzeitig weiter auf eine enge Zusammenarbeit.

Stolze 2,5 Millionen Euro stehen nach fünf Jahren in der Bilanz des Gemeinschaftsprojekts. Spendengelder, die in die verschiedenen Bereiche der Einrichtungen geflossen sind. „Eine einmalige Kooperation von Kirche und Diakonie innerhalb der Landeskirche Hannovers“, die überregional Beachtung gefunden habe, schwärmt Superintendentin Susanne Briese vom Fundraisingbüro. Sie betont wie alle anderen Beteiligten, dass das mit bis zu drei Mitarbeitern besetzte Büro von Beginn an ein auf fünf Jahre befristet angelegtes Pilotprojekt gewesen sei.

Jutta Wendland-Park, Pastorin und Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke, deutet allerdings an, „dass beide Fundraiser eine berufliche Weiterentwicklung gemacht und sich damit die Rahmenbedingungen verändert haben“. So ist Matthias Richter, der seit Dezember 2010 das Fundraisingbüro geleitet hat, seit Februar Theologischer Direktor am Diakonieklinikum. Zuvor war er neben seiner Tätigkeit im Fundraisingbüro 18 Monate Referent der Geschäftsführung. Seine Fundraising-Kollegin Katharina Rogge-Balke hat sich mittlerweile ganz aus Rotenburg verabschiedet, sie ist seit Mai Referentin für Erbschaftskommunikation beim Medien-Service-Zentrum der Landeskirche Hannover.

Ziel des gemeinsamen Büros war es, das vorhandene Engagement der drei Einrichtungen, Freunde und Förderer für die gemeinnützige Arbeit zu finden, aufeinander abzustimmen und auszubauen. Als gute Beispiele für den Erfolg könnten die Aktionen für den Bau des Finteler Gemeindehauses und die Unterstützung für die Palliativstation des Diakos gelten. In beiden Fällen wurden binnen kurzer Zeit mehr als 100000 Euro Spendengelder generiert. „Daneben war auch der Ausbau der Äthiopienarbeit des Mutterhauses ein Arbeitsschwerpunkt“, so Richter rückblickend. Hier konnte demnach die Zahl der langfristigen Patenschaften für ein äthiopisches Kind um ein Drittel erhöht und zahlreiche andere Projekte initiiert werden. Dazu habe zum Beispiel der Erwerb eines gebrauchten Röntgengerätes für das Krankenhaus in Aira gehört, das im Umkreis von 80 Kilometern für viele Menschen die einzige Möglichkeit eines Hospitals sei, sowie die Unterstützung bei der Gewinnung von einheimischen Fachärzten für das Krankenhaus.

Auch habe das Fundraisingbüro wichtige Aufbauarbeit in den Strukturen der Partner geleistet und der Landeskirche insgesamt Anregungen gegeben. Letztendlich bleibt laut Richter aber festzuhalten: „Zweckmäßiger ist es, das Büro bei den Partnern direkt anzusiedeln.“ Zwar habe es bei der Verteilung der Spendengelder bei den Unterstützern nie Irritationen gegeben, aber als Fundraiser sei es besser, Teil des Unternehmens selbst zu sein. Werke, Diako und Kirchenkreis arbeiten derzeit daran, sich in diesem Bereich mit eigenem Personal neu aufzustellen.

Für Richter steht die Zusammenarbeit auch künftig nicht in Frage. „Inhaltlich ist es ein roter Faden, der fortgesetzt wird“, sagt er. Das klingt bei Werke Chefin Wendland-Park ähnlich: „Auch in Zukunft wird es eine Zusammenarbeit geben, die wir in den vergangenen Jahren sehr schätzen gelernt haben. Sie wird lediglich in anderer Form erfolgen.“ Zum 30. November endet die bisherige Organisationsstruktur. Superintendentin Briese: „Nicht verändern wird sich jedoch, dass die Einrichtungen weiterhin in enger Kooperation um Unterstützung für ihre sozialen Projekte bitten.“

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