Präventionskurs in Rotenburg

Kinder der Schule am Grafel üben für den Notfall

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Iven zeigt, wie es gemacht wird, und das mit selbstbewusster Körpersprache. 

Rotenburg - Viele, vor allem schüchterne, körperlich schwache und unsichere Kinder, werden oft Opfer von physischer und seelischer Gewalt. Diese Meinung teilt die Vorsitzende des Fördervereins der Rotenburger Grundschule am Grafel, Melanie Kohlmeyer.

„Immer häufiger wird in den Medien von Gewalt an Schulen berichtet.“ Der Verein habe das Thema aufgegriffen und für die Erst- bis Viertklässler einen Kurs „Gewaltprävention“ in Kooperation mit der „Wing Tsun“-Kampfsport-Schule organisiert. Insgesamt 75 Schüler haben am Wochenende das Angebot in der Turnhalle der Schule wahrgenommen.

Selbstbehauptung Stimme, Optik, Mimik, Gestik

„Die Kinder erleben ihre eigene Hilflosigkeit gegenüber der Gewalt, die von anderen als Machtmittel genutzt wird. Der Kurs dient der Gewaltprävention und enthält daher einerseits Maßnahmen zur Gefahrenerkennung und deren Einschätzung sowie die Selbstbehauptung durch den Einsatz von Stimme, Optik, Mimik, Gestik und Haltung und andererseits einfache Selbstverteidigungstechniken“, erklärte Kursleiter Cord Woytal.

Jeder Kurs startete mit dem „Worst-Case-Szenario“ und einem Opfer, das völlig verängstigt und wehrlos gegenüber Angriffen ist. Dies kommt der Schulnote „Ungenügend“ gleich – eine glatte Sechs. Auch wer versucht, sich körperlich zu wehren, aber es nicht schafft, bekommt ein „Mangelhaft“. Die Note „Ausreichend“ wird zum Beispiel erreicht, wenn der Schüler angegriffen wurde, aber die Attacke nicht im Ansatz vereiteln konnte und sich erst mit Selbstverteidigung befreien kann.

„Besser ist, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, indem man die Situation direkt im Ansatz löst“, so der Experte. Der Angegriffene kontert Schubs-, Greif- oder Schlagversuche und erhält die Note „Befriedigend“. „Gut“ erhält derjenige, der ganz ohne Kampftechniken eine Bedrohung vereitelt und stattdessen die Körpersprache nutzt und den Angreifer im Gespräch von seinem Vorhaben abbringt. Wer dies nicht mehr nötig hat, weil er durch sein selbstsicheres Auftreten kein Opfertyp mehr ist, sich couragiert für andere einsetzte und als Vorbild auf Einsatz von Gewalt verzichtet, der erhält eine Eins, erklärte der Kursleiter. Für viele Schüler sei der Weg von einer Sechs zu einer Eins aber durch Training machbar. So erlernten die Grundschüler anhand von Rollenspielen das richtige selbstbewusste Auftreten und Verhalten bei Streitigkeiten in und außerhalb ihrer Schule. 

go

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