Kinder sollen nicht mehr angeln

„Töten als Freizeitspaß“: Rotenburg stellt Ferienprogramm nach Peta-Kritik ein

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Dieses Bild will Peta nicht mehr sehen.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Im Kinderferienprogramm der Stadt Rotenburg wird es in diesem Jahr keine Angel-Veranstaltungen mehr geben. Das bestätigte am Dienstag Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Die Stadt reagiert damit auf Kritik der Tierrechtsorganisation Peta. Die hatte das Angebot in der Kreisstadt als „Tiere töten als Freizeitspaß für Kinder“ bezeichnet. Auch andere Kommunen bundesweit sehen sich diesen Vorwürfen ausgesetzt.

Peta hatte zum Beispiel schon im vergangenen Jahr Anzeige wegen Tierquälerei gegen einen Anbieter eines Kinderferienprogramms in Osnabrück erstattet. Auch wenn die Klage im Januar abgewiesen wurde, in Osnabrück setzte ein Umdenken ein: Im März wurde bekannt gegeben, die Angel-Veranstaltungen aufgrund ethisch-moralischer Bedenken einzustellen. Man wolle sich auf pädagogisch sinnvollere Angebote konzentrieren. 

In Rotenburg klingt es ganz ähnlich, wenn auch etwas zurückhaltender. Bürgermeister Weber begründet die Absage der Kurse, die schon seit über 20 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Angelsportverein Rotenburg durchgeführt würden, vor allem damit, einer Diskussion aus dem Weg gehen zu wollen, die nicht gewonnen werden könne. „Auf dieses Feld wollen wir uns nicht begeben.“ Bevor es juristische Auseinandersetzungen gebe, stoppe man das Schnupperangeln und den Übernachtungsabend mit Angeln und Zelten für Jungen aus dem Kinderferienprogramm. Ob andere Kommunen wie Scheeßel, die Angeln im Ferienprogramm haben, nachziehen, war am Dienstag noch unklar.

„Kinder verlieren ihr natürliches Empathievermögen“

Peta hatte sich nach eigenen Angaben an die Stadt gewandt und gebeten, dem Beispiel Osnabrücks zu folgen und das Angeln zu streichen. Laut Tierschutzgesetz müsse ein vernünftiger Grund für das Töten eines Wirbeltieres vorliegen, und ein solcher sei laut Gesetz nur der Verzehr der Fische – und nicht die Lust am Angeln. 

„Auch wenn Kinder gerne am Wasser und in der Natur sind, fühlen sie sich in der Regel unwohl, wenn ein Tier verletzt und getötet wird. Gelingt es den Erwachsenen, ihnen ihr natürliches Mitgefühl auszureden, lernen sie, es auch künftig zu ignorieren und verlieren ihr natürliches Empathievermögen“, so Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei Peta. „Wir appellieren an die Stadt Rotenburg, das Angeln aus dem Ferienangebot zu streichen und stattdessen tierfreundliche Aktivitäten in der Natur anzubieten, wie zum Beispiel Tiere beobachten, Wandern, Klettern oder Kanu zu fahren.“

Das tue Rotenburg längst, erwiderte Weber diese Kritik. Natur- und Erlebnispädagogik bleibe ein „hochattraktives“ Kernthema des Kinderferienprogramms. Darüber hinaus blieben für Interessierte ja auch noch die Kurse für Angelscheine.

+++Aktualisierung+++

Aufgrund dieses Berichts gab es in Rotenburg und dem Umland eine Debatte um dieses Thema. Nach heftiger Kritik lenkte Bürgermeister Andreas Weber ein: Angeln bleibt doch im Rotenburger Kinderferienprogramm

Peta setzt sich gegen Angel-Veranstaltungen ein

Schon länger hat die Tierschutzorganisation die Angler im Visier. Auch gegen Wettangeln setzen sich die Aktivisten ein - so wie 2014 in Weseloh.

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