KLIMASCHUTZ VOR ORT Viertklässler setzen Projekt um

Kinder lernen Aspekte kennen

Besonders junge Menschen engagieren sich bei den Klimaprotesten. Foto: imago images/ipon

Rotenburg - Von Farina Witte. Greta Thunberg ist die zentrale Figur des Klimaprotests, und sie animiert besonders junge Menschen, sich den Fridays-for-Future-Demonstrationen anzuschließen. Dass das sogar schon für Grundschüler gilt, haben jetzt die Viertklässler der Stadtschule Rotenburg gezeigt. Sie waren zwar nicht bei einer Demonstration dabei, aber haben auf dem Schulhof ihre jüngeren Mitschüler über den Klimawandel und seine Folgen informiert. Die Aktion war eingebettet in ein Projekt zum Thema Klimaschutz, erzählen die Lehrerinnen Claudia Goldschmidt und Monia Lemke im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Eigentlich, sagt Lemke, wird Klimaschutz erst in höheren Klassen unterrichtet. Denn das Thema sei durchaus schwierig und komplex, spielten doch etwa auch politische Aspekte eine Rolle. Die Entscheidung, die Kinder trotzdem an die Zusammenhänge im Sachunterricht heranzuführen, fiel im Zusammenhang mit den Waldjugendspielen. Dafür haben die Kinder eine Station vorbereitet, bei der es um das Thema Klimawandel ging. Für die Fridays-for-Future-Schulhofaktion haben sie schließlich entsprechende Plakate erstellt, um das erworbene Wissen auch an ihre jüngeren Mitschüler weiterzugeben. Vorerst solle es auch dabei bleiben, Klimaschutz und -wandel allerdings zöge sich auch in der Grundschule durch wie ein roter Faden. Aspekte rund um diesen Themenkomplex spielten im Unterricht immer wieder eine Rolle. Es fange bei einfachen Dingen wie dem Weg zur Schule an. Dabei hielten die Lehrkräfte die Kinder an, den Weg zu Fuß oder mit dem Rad zu bewältigen, statt mit dem Auto fahren zu lassen. Auch setzten sich die Schüler früh mit dem Thema Ernährung auseinander. „Die dritten Klassen machen zum Beispiel den Ernährungsführerschein“, erklärt Goldschmidt. Den Viertklässlern, die das Projekt umgesetzt haben, begegne im Sachunterricht weiterhin der Klimaschutz. „Gerade geht es um das Thema Strom“, gibt Lemke ein Beispiel. Die Schüler experimentierten, lernten aber ebenfalls, welche Möglichkeiten der Stromgewinnung es überhaupt gibt. „Es geht dabei auch um die Alternativen, die es für die Stromerzeugung gibt“, berichtet Lemke. Dabei vermittelten die Lehrerinnen nicht nur, was daran gut ist, sondern auch, welche Nachteile es gibt.

Mittlerweile seien die Schüler deutlich sensibler gegenüber dem Thema. Sie erinnerten sich beispielsweise gegenseitig daran, das Licht auszumachen. Das ist den beiden Lehrerinnen auch wichtig, erzählen sie. „Es geht darum, ein Bewusstsein für die Klimaproblematik zu schaffen“, meint Goldschmidt. „Und da ist es das A und O, dass es früh beginnt.“ Das Bewusstsein müsse dann aber auch nach Hause in die Familien getragen werden, wo die Kinder sich weiter darüber austauschen.

Teil des Lehrplans ist der Klimawandel zwar konkret nicht, aber oft ließe es sich gut in die einzelnen Themenbereiche mit einarbeiten. Die beiden Lehrerinnen würden es durchaus begrüßen, würde Klimaschutz ein Teil des Curriculums für Sachunterricht an Grundschulen.

Dass die Schulen trotzdem Anregungen bekommen, Klimaschutz in verschiedenen Bereichen altersgerecht einzubringen, so wie es die Rotenburger Stadtschule schon macht, bestätigt Bianca Trogisch, Pressesprecherin der Landessschulbehörde. Einige Schulen nutzten darüber hinaus die Möglichkeit, sich mit nachhaltigen Projekten als „Umweltschule in Europa“ auszeichnen zu lassen, darunter auch einige Grundschulen. Im Projektzeitraum 2016 bis 2019 ist von 49 ausgezeichneten Schulen in Niedersachsen aus dem Landkreis Rotenburg nur die Fintauschule in Lauenbrück mit dabei.

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