Kinder heben ab

Flieger Dennis Weseloh will den Kindern des Rotenburger Hospizvereins eine besonderes Ostergeschenk machen. Foto: Bonath

Ein ganz besonderes nachträgliches Ostergeschenk sollen die Mädchen und Jungen der Kindertrauergruppe des Hospizvereins Rotenburg bekommen. Sie können ihre Heimat aus einer neuen Perspektive erleben – bei einem Kinderflugtag am 19. Mai in Rotenburg.

VON WIELAND BONATH

Rotenburg – Das ist die Idee und der Wunsch von Dennis Weseloh aus Westerholz, 32-jähriger Software-Mitarbeiter eines IT-Betriebes im Schwarzwald. Immer, wenn der Beruf Weseloh Zeit ließ, kreisten seine Gedanken um diese Idee: „Ich wollte Kindern, die, vom Schicksal gefordert, eine schwere Zeit durch den Verlust eines lieben Menschen erlitten haben, eine Freude machen.” Dennis Weseloh setzte sich mit dem Rotenburger Hospizverein, mit der Leiterin der Gruppe, Sozialarbeiterin Almuth Baak-Bione, in Verbindung. Speziell für die Kinder der Trauergruppe sollte ein Flugtag veranstaltet werden. 18 Mädchen und Jungen sollen am 19. Mai ab 14 Uhr auf dem Rotenburger Flugplatz an der Seite von Sportpiloten bei Rundflügen ihre Heimat von oben sehen. Für alle ein bisher einmaliges Erlebnis!

Überall Begeisterung: beim Verein, bei den Eltern und Angehörigen der Mädchen und Jungen, bei den Rotenburger Stadtwerken als Eigentümerin des Flugplatzes, vertreten durch Geschäftsführer Achim Figgen, bei Piloten, die spontan bereit waren, sich am Kinderflugtag mit ihren Maschinen zu beteiligen und natürlich bei den Mädchen und Jungen, den Hauptpersonen dieses mit Spannung erwarteten Sonntags im Mai. Dieser 19. Mai gehört allein den Kindern der Hospizverein-Trauergruppe Rotenburg. Vertreter des Vereinsvorstandes werden erwartet.

Der 32-jährige Weseloh, der den größten Teil der organisatorischen Vorbereitungen unter Dach und Fach hat, erinnert sich, wie alles vor wenigen Monaten begonnen hat: „Ich habe nach Vereinen gesucht, die einen Bezug zu Rotenburg haben und bin dabei im Internet auf den Hospizverein gestoßen. Die Stadtwerke Rotenburg haben mich bei der Verwirklichung meiner Idee unterstützt. Die Verantwortlichen waren sofort bereit, in diesem Fall von den Piloten keine Landegebühr zu erheben. Außerdem übernehmen die Stadtwerke die Verpflegung der Jungen und Mädchen und ihrer Angehörigen.”

Probleme, erinnert sich Dennis Weseloh, habe es auch bei seinem Aufruf in einer Rund-E-Mail an seine Fliegerkameraden nicht gegeben: Die benötigten neun Piloten stellten sich umgehend mit ihren Maschinen für den 19. Mai gern zur Verfügung. Sämtliche Kosten, die durch die Flüge entstehen, werden von ihnen aus eigener Tasche bezahlt.

Für den Flugtag im Mai fehlt also nur noch dieses Geschenk: Ein strahlender Himmel, damit die Mädchen und Jungen als „Nachwuchs-Copiloten” vom Cockpit aus ihre Heimat und vielleicht das Wohnhaus, in dem sie leben, ganz genau erkennen können. Und das aus einem bisher einmaligen, „aufregenden” Blickwinkel. In regelmäßiger Folge werden, drahtlos verbunden mit dem Flugleiter in dem zwölf Meter hohen Tower, die Maschinen mit den Kindern zu den jeweils etwa 20 Minuten dauernden Rundflügen über dem Landkreis Rotenburg starten und landen.

Zu Dennis Weselohs Flugtag-Vorbereitungen gehörte auch sein Besuch bei der Kindertrauergruppe, die sich regelmäßig mit ihren Betreuern in der Lindenschule der Rotenburger Werke trifft. Eine Einführung in die Sportfliegerei, der die Mädchen und Jungen sehr interessierte, folgte.

Etwa fünf Jahre, erinnert sich Dennis Weseloh, sei es her, dass am Tag der offenen Tür auf dem Rotenburger Flugplatz über das Gleitschirmfliegen seine Begeisterung für das Fliegen geweckt worden sei. Und so ging es bei Weseloh weiter: Beim Bremer Verein für Luftfahrt, der in Rotenburg stationiert ist, machte er seine Ausbildung, erhielt seine Ultraleichtfluglizenz und ist nun Vereinsmitglied. Außerdem gehört er als Mitglied dem Lauenbrücker Verein Aero-Club an.

Mit einer dieser Maschinen, einer „Breezer”, die in Lauenbrück stationiert ist, hat Weseloh den rund 15 Kilometer langen Sprung zum Flugplatz am Rand der Kreisstadt gemacht – ein toll gepflegter „Vogel” mit 100 PS, etwa 190 km/h schnell und circa 300 Kilogramm leicht. Ähnliche Daten gelten für die anderen Maschinen, die am 19. Mai mit den Kindern in den Rotenburger Himmel aufsteigen. Ultraleichtflugzeuge, ergänzt Dennis Weseloh, seien extrem sichere Flugzeuge. Dafür sorge besonders ein Gesamtrettungssystem, bei dem in problematischen Situationen das Flugzeug an einem Fallschirm zu Boden gleite. Neben den Ultralichtflugzeugen werden beim Kinderflugtag zudem Motorflugzeuge und sogenannte Tragschrauber starten.

Selbst am Steuer

Diesen Tipp hat Weseloh für diejenigen parat, die nach ihrer Flugtaufe Lust darauf bekommen, irgendwann einmal sich selbst an den Steuerknüppel zu setzen: Nachwuchs ist in dem in Rotenburg stationierten Bremer Verein für Luftsport willkommen. Unter E-Mail schnupperflug@gmx.de gibt es mehr Informationen für Interessierte.

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