Kommunikation im Fall einer Quarantäne / Informationen auf allen Kanälen

„Keiner kann sagen, er habe es nicht gewusst“

Über die App „Integreat“ informiert der Landkreis auch über das Coronavirus. Foto: Beims

Rotenburg – Für Aufsehen sorgte vor Kurzem bundesweit die Nachricht, dass in einem Hochhaus-Komplex in Grevenbroich in Nordrhein-Westfalen zwei mit Covid-19 infizierte Familien gegen die Quarantänevorschriften verstoßen hatten. Sie hatten sich nicht an die Auflagen des Gesundheitsamtes gehalten, was durch telefonische Kontrollen zutage gekommen sei, wie diverse Medien mitteilten. Wie Landkreis und Polizei auf Nachfrage übereinstimmend mitteilen, sei ein Verstoß im Landkreis Rotenburg aber bisher nicht vorgekommen, die Menschen würden sich allgemein sehr diszipliniert verhalten, lobt Polizeisprecher Heiner van der Werp.

Dass es niemand mitbekommen würde, wie er sich zu verhalten habe, sollte es zum Beispiel zu einer Quarantäne kommen, ist unwahrscheinlich – die Informationen sind breit gestreut auf allen möglichen Kanälen. Zeitungen, Radio, Fernsehen, Internet, das Gespräch mit Bekannten oder Freunden. Kommt es zu einer Quarantäne, informiert außerdem das Gesundheitsamt über Verhaltensregeln. So bekommen Infizierte zum Beispiel eine Mappe mit Informationen, Erklärungen von den Mitarbeitern und zudem eine schriftliche Anordnung. „Es kann also keiner sagen, er habe es nicht gewusst“, macht Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier deutlich. Wer sich nicht an die Auflagen halte, begeht zudem eine Straftat, die unter anderem mit hohen Geldbußen belegt werden kann.

Auch Flüchtlinge und andere Migranten werden vom Landkreis eingehend informiert, auf verschiedenen Wegen und in mehreren Sprachen, sodass ihnen alle nötigen Informationen zur Verfügung stehen. Zum Beispiel für den Fall, dass Einzelpersonen oder Familien in Quarantäne müssten. „Zum einen werden sie von den Gemeinden, ehrenamtlichen Helfern, Migrationsberatungsstellen und anderen Institutionen informiert, mit denen sie in Kontakt stehen. Zum anderen gibt es über soziale Medien, Internet und persönliche Kontakte oft ein dichtes Netzwerk unter den Migranten selber, um aktuelle Informationen auszutauschen“, erklärt Gerd Hachmöller, Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung, auf Nachfrage der Kreiszeitung.

Viele der in den Jahren 2015 und 2016 Zugewanderten würden aber mittlerweile so gut Deutsch sprechen, dass sie Nachrichten im Radio und Fernsehen gut folgen könnten. So könnten sie wiederum die – meist älteren – Familienmitglieder informieren, die sich im Deutschen noch nicht so sicher fühlen.

Der Landkreis selber nutze mehrere Kanäle, um die meist dezentral und/oder in eigenen Wohnungen untergebrachten Migranten zu informieren: Da ist zum einen die App „Integreat“, die muttersprachliche Informationen in sieben Sprachen bereitstellt. „Und wir haben mehrfach unseren Verteiler an ehrenamtlichen Helfern und Hilfsorganisationen aktiviert, um muttersprachliche Informationen zu streuen“, so Hachmöller. Auch der Verteiler der Gemeinden sei genutzt worden. „Auf diese Weise ist sichergestellt, dass keine wichtigen Informationen zu Corona an Migranten vorbei gehen, weil diese keinen Zugang zu ihnen haben oder die deutsche Sprache nicht ausreichend verstehen“, verdeutlicht der Leiter. So gibt es unter anderem eine Info zu Verhaltensregeln, bereitgestellt von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, die in zehn Sprachen von Englisch bis Farsi die Regeln erklärt.  acb

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