50 Jahre WVVROW

Keine Selbstverständlichkeit

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Volker Meyer, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbands Rotenburg-Land, begrüßte die Gäste.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Rund 80.000 Einwohner versorgt der Wasserversorgungsverband Rotenburg-Land. An diesem Wochenende sind es mehr als 150.000, inklusive der Besucher beim Hurricane Festival, obwohl die eigentlich, zumindest von oben, Wasser genug haben. Versorgt werden an diesem Freitag aber auch mehr als 100 Ehrengäste – bei der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Verbandes am Sitz in Unterstedt.

Es ist warm in der Lagerhalle, die eigens für die Feierlichkeiten hergerichtet wurde. Die Gäste sind durstig, und so liegen Wortspiele und ernsthafte Beiträge der Redner zum Trinken, zur Trinkwasserqualität, zum Wasser insgesamt nahe. Zumal an diesem Tag zeitgleich in Berlin über das neue Fracking-Gesetz abgestimmt wird. Erdgasförderung und Belastungen mit Düngemitteln – diese zwei großen Problemfelder tauchen immer wieder auf, wenn es um das hiesige Wasser geht. Doch man müsse differenzieren, betont Landrat Hermann Luttmann (CDU): „Wir haben zwar ein massives Problem mit Nitrat in oberflächennahen Gewässern.“ Aber: „Wir haben keine Probleme mit unserem Trinkwasser. Das ist frei von sämtlichen Schadstoffen.“

Die immer wieder thematisierte Rotenburger Rinne ist es, die die hiesigen Wasserhähne speist und die es zu schützen gilt. Sowohl gegen die Auswüchse der Landwirtschaft als auch mit strengeren Regeln fürs Fracking und Verpressen von Lagerstättenwasser, ist mehrfach zu vernehmen. Mit Geschäftsführer Volker Meyer habe der im Juni 1966 gegründete Zweckverband zur Förderung und Verteilung von Trink- und Brauchwasser den idealen Mann an der Spitze, sagt die Landtagsabgeordnete Elke Twesten (Grüne): „Sie sind einer der besten Anwälte für die Rotenburger Rinne!“ Tatsächlich war es in den vergangenen Tagen Meyer, der von vielen Seiten als Experte befragt wurde, wie denn nun das neue Fracking-Gesetz zu beurteilen sei. Der Gefragte selbst bittet diesbezüglich um Geduld – eine Verbesserung zur bisherigen Gesetzeslage sei es allemal. Auch der Verbandsvorsitzende Klaus Dreyer, SPD-Politiker, mahnt unabhängig von Parteizugehörigkeiten im Sinne der Region, dass im Detail geschaut werden müsse, wie sich das Gesetz auswirke. Eine massive Kritik, weil die Maximalforderungen nicht gleich erreicht worden sind, sei unangebracht.

„Wasserversorgung muss eine kommunale Aufgabe sein.“

Landrat Luttmann nimmt in seinem Grußwort den Ball auf, erweitert den politischen Blick aufs Wasser aber noch. Denn auch das Thema Privatisierung sei längst nicht abgehakt: „Wasserversorgung muss eine kommunale Aufgabe sein.“ Beispiele einer Verschlechterung durch Privatisierung seien das Mobilfunknetz oder Internet auf dem Land – diesbezüglich hinke man wegen der Unwirtschaftlichkeit in ländlichen Gebieten schlichtweg hinterher. „Dort wären wir heute mit einem staatlichen Unternehmen besser aufgestellt.“

Insgesamt, so der Tenor in allen Redebeiträgen, könne sich die Region glücklich schätzen. Die Versorgungssicherheit mit bestem Wasser sei gegeben; ein Verdienst des Verbandes, der in den vergangenen Jahrzehnten rund 50 Millionen Euro dafür investiert habe. Der Rostocker Professor Harald Weber deutet in dem Festvortrag zur Zukunft der Energieversorgung an, dass der hier als normal geltende Zustand mit ausreichend Energie und Wasser auch in Deutschland nicht normal sei. Und die Probleme würden größer, global wie lokal gesehen. Die Landtagsabgeordnete Mechthild Ross-Luttmann (CDU) untermauert das: „Wir machen uns viel zu selten klar, dass Wasserversorgung nicht selbstverständlich ist.“

Wie das Wasser aus der Rotenburger Rinne zu den Bürgern ins Wachbecken kommt, lässt sich heute noch beim Tag der offenen Tür beim Wasserversorgungsverband erleben. Von 10 bis 17 Uhr sind Vorträge, Ausstellungen und ein buntes Kinderprogramm geplant. Mehr online:

www.wvvrow.de/aktuelles

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