Bürgermeister bleibt realistisch

La Strada 2019: Keine große Hoffnung mehr

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Für La Strada braucht es viele helfende Hände, aber vor allem einen, der die Organisation in die Hand nimmt. Doch der ist bis heute nicht gefunden worden. Deshalb macht sich der Bürgermeister für 2019 keine große Hoffnung mehr.

Rotenburg - Von Guido Menker. Andreas Weber (SPD) ist bekanntermaßen ein Optimist. Doch als Bürgermeister der Stadt Rotenburg muss er auch Realist sein. Und als solcher geht er in diesen Tagen an das Thema La Strada 2019 heran.

Wann wird Rotenburg die elfte Auflage vom Straßenzirkus La Strada erleben? Wirklich beantwortet ist die Frage noch nicht, aber: „Ich mache mir keine großen Hoffnungen mehr, dass La Strada in diesem Jahr stattfinden wird.“ Das hat Andreas Weber am Donnerstag auf Anfrage der Kreiszeitung gesagt. In diesem Monat sollte in weiteren Gesprächen mit der Kulturinitiative Rotenburg (Kir) sowie der Agentur „zweifellos.net“ das Thema noch einmal erörtert werden. Vermutlich wird es Ende des Monats dazu kommen.

„Dieser Termin war eigentlich für die Übergabe vorgesehen - da geht es um die Kalkulation sowie um die Kontakte“, sagte Julia von Wild von „zweifellos.net“ auf Anfrage. Für sie sei die Aussage Webers jetzt neu. Allerdings brauche die Agentur möglichst zeitnah eine klare Ansage, „um loslegen zu können“. Diese Ansage wird es vermutlich erst Ende des Monats geben, aber wenn schon der Bürgermeister die Hoffnung fast aufgibt, sieht es für den Straßenzirkus in diesem Jahr alles andere als gut aus.

Kir kündigt Verschnaufpause an

Uwe Goldschmidt, Vorstandsmitglied und Sprecher der Kulturinitiative Rotenburg (Kir), hatte Anfang November der Kreiszeitung per E-Mail mitgeteilt, dass es in diesem Jahr kein La Strada in Rotenburg geben wird. „Die Kir braucht nach zehn Jahren ,große Straßenkunst für kleines Geld’ eine Verschnaufpause, sammelt aber jetzt schon neue, tolle Ideen für 2020“, hieß es in dem Schreiben. 

Weber (SPD) zeigte sich von dieser Nachricht überrascht. Kein Wunder: Die Stadt ist immerhin Mit-Veranstalterin vom La-Strada-Straßenzirkus. Goldschmidt betonte in seiner Mitteilung, dass viele Helfer und auch die Organisatoren eine schöpferische Pause brauchten. Sie wollten aber unbedingt danach in Rotenburg wieder Straßenkunst auf höchstem Niveau präsentieren. „Die letzten Jahre haben unglaublich viel Kraft gekostet“, schrieb er.

Julia von Wild geht davon aus, dass dennoch viele freiwillige Helfer aus dem Kreise der Kir auch in diesem Jahr helfen wollten. Problem: Wer setzt sich den Hut auf, führt Regie und nimmt die organisatorische Verantwortung auf sich? Mit dieser Frage wolle man sich im Dreier-Gespräch Ende des Monats befassen, so Weber. 

Bislang allerdings habe sich noch niemand gemeldet, fügte der Bürgermeister hinzu. Obwohl es darum geht, La Strada auch unter reduziertem finanziellen Aufwand durchzuführen. Eine Frage, die man sich ohnehin stellen müsse. Insofern könne ein solches Gespräch auch schon richtungsweisend für 2020 sein.

Mit Blick auf 2020 ergebnisoffen

Goldschmidt findet die Entscheidung vom November zwar auch schade, doch man brauche die Pause zum Durchatmen. „Insofern bedaure ich die Entscheidung nicht.“ Das bevorstehende Gespräch sei mit Blick auf 2020 ergebnisoffen. Er könne sich für La Strada zum Beispiel einen Zweijahresrhythmus vorstellen und würde gerne noch mehr regionale Aspekte mit in das Konzept einfließen lassen. 

Auch die Bereiche zwischen den einzelnen Spielstätten würde er gerne mehr nutzen. Aber: „Auf Dauer muss jedoch eine so große Veranstaltung mit dieser Besucherzahl zumindest eine schwarze Null schreiben“, schrieb der Vorsitzende im vergangenen November. Das gelingt allerdings nicht. Uwe Goldschmidt: „Wir müssen als Vorstand ja auch innerhalb des Vereins Rede und Antwort stehen.“

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