Katie Freudenschuss begeistert in der Volkshochschule mit Musikkaberett

Auf den Hund gekommen

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Neben den Plaudereien überzeugt Comedian Katie Freudenschuss mit musikalischem Ausdruck an Klavier und Stimme.

Rotenburg - Wie beginne ich eine Show? Diese Frage beantwortete Musik-Kabarettistin Katie Freudenschuss am Freitag in der Volkshochschule Rotenburg auf ziemlich ungewöhnliche Weise. Die Hamburger Songschreiberin und selbst ernannte „Sachensagerin“ war im wahrsten Sinne des Wortes auf den Hund gekommen – und der stahl ihr anfänglich sogar die Show.

Geplant war das fiepende Intermezzo nicht; erst, als der Gastgeber und Leiter der Volkshochschule Michael Burgwald die Situation rettete und mit dem von der Kabarettistin jüngst geretteten Kroatien-Vierbeiner zum Gassigehen abzog, konnte das Programm „Bis nach Hollywood is‘ eh zu weit“ im zweiten Anlauf zünden.

Und darin nahm sie sich vor allem Frauenthemen an: Ob schwedische Sängerinnen oder Modemodels mit grenzdebilem Schmachtblick, die plumpen Argumentationsstrategien nerviger Edel-Verkäuferinnen oder Beziehungsdinge: in Freudenschuss' pointierten Alltagsbeobachtungen fanden viele Gäste sich wieder.

Mal Kabarett, mal persönliches Zwiegespräch, Schnulzen- und Schlagerabend: Die Absolventin der Hamburger Pop-Akademie mochte sich nicht so recht festlegen – und muss es auch gar nicht. Das sorgte zwar zuweilen für Irritationen, wenn die Zuschauer vergeblich auf die Pointe eines Liedes warteten – aber es verlieh dem Abend Vielschichtigkeit.

Denn so distanziert-ironisch ihre Plaudereien, so melancholisch, verletzlich und gefühlvoll gab sie sich in ihren schön durchkomponierten und professionell am Klavier begleiteten Liedern, etwa, wenn sie in „Es tut nicht mehr weh“ ihr Single-Dasein thematisierte.

Die große Musikalität sollte dem Abend dann auch die nötige Würze geben. Gerieten ihre Plaudereien im ersten Teil zwar amüsant, wiewohl gelegentlich auch etwas länglich, so blühte die Entertainerin mit ihren Impro-Stücken auf. Wie Freudenschuss die Beziehung eines Paares in der ersten Reihe spontan nach gewünschten Melodien gesanglich auf den Punkt brachte oder mit Hilfe des Publikums eine Rotenburg-Ode verfasste: Stark!

Ein weiterer Höhepunkt: In ihrem ach so wunderbar glatten Titel-Song zum fiktiven neuen Format „Deutschland sucht den Super-Obdachlosen“ führte sie die deutsche Fernsehlandschaft so herrlich böse ad absurdum, dass manchem das Lachen im Hals stecken blieb.

hey

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