„Wow-Momente und Lebensfreude“ 

Kathrin Bahr von „zweifellos.net“ über „La Strada“

Kathrin Bahr(r.) und Julia von Wild von der Agentur „zweifellos.net“ stehen hinter dem Programm von „La Strada“. Sie haben wieder hochkarätige Straßenkünstler engagiert.

Rotenburg - Von Guido Menker. Es ist angerichtet: Freitagabend startet zum neunten Mal „La Strada“ in Rotenburg. Der Spaß beginnt um 19.30 Uhr auf dem Pferdemarkt. Die Besucher erwartet ein unterhaltsames Programm.

Wir haben Kathrin Bahr ein paar Fragen gestellt. Sie betreibt zusammen mit Julia von Wild die Agentur „zweifellos.net“, die hinter dem Programm steht.

Frau Bahr, der Start der neunten Auflage von „La Strada“ in Rotenburg steht bevor. Die Menschen in der Kreisstadt und in der Region freuen sich. Sie auch?

Kathrin Bahr: Ja, klar! Wir haben unsere Aufgaben für „La Strada unterwegs...“ wieder monatelang am Schreibtisch vorbereitet, und nun geht’s endlich los. Erst der Aufbau in der Innenstadt, am Freitag kommen die ersten Künstler an und abends dann die Eröffnung auf dem Pferdemarkt, da steigt auch bei uns das Adrenalin, und die Vorfreude lässt uns zappelig werden.

Was haben Sie und Ihre Kollegin jetzt noch zu tun?

Bahr: Bei uns laufen viele Fäden zusammen. Wir nehmen die Künstler in Empfang, geben ihnen alle Infos zu ihren Auftrittsbedingungen und ihrem Aufenthalt in Rotenburg. Gleichzeitig teilen wir das technische Personal ein und koordinieren deren Aufgaben, die neben der Betreuung der Spielorte in der Innenstadt ja auch die Einrichtung der Realschulaula für die Galashow am Samstagabend umfassen. Parallel bringen wir die fleißigen Festivalhelfer, die an den Bühnen und den Infoständen eingeplant sind, auf den neuesten Stand, damit sie „La Strada“ optimal und kompetent unterstützen können. Daneben gibt es jede Menge Rücksprachen mit allen Beteiligten, wie zum Beispiel den Verantwortlichen für das Catering oder mit Reinhard Lüdemann, der alle städtischen Weichen für uns auf „Go“ stellt.

Wie sehr spielt Ihnen bei der Vorbereitung Ihre Erfahrung mit derartigen Veranstaltungen in die Karten?

Bahr: Wie jedem Handwerker sein gelerntes Wissen und seine Routine helfen, so haben natürlich auch wir nach mehr als zehn Jahren Berufserfahrung eine Menge Wissen, auf das wir bei der Vorbereitung zugreifen. Tatsächlich reisen wir momentan viel durch Europa und sehen viele verschiedene Festivals und damit unterschiedliche Möglichkeiten in der Programmgestaltung, genauso wie in Organisationsstrukturen. Und das lässt uns den Kopf offen halten für immer Neues.

Was zeichnet das Programm in diesem Jahr aus Ihrer Sicht ganz besonders aus?

Bahr: Wir haben jedes Jahr den Anspruch, einen Auszug dessen zu zeigen, was das Genre Straßentheater aktuell europaweit bietet. In diesem Jahr ist zum Beispiel das finnische Duo Lotta & Stina dabei, das akrobatisch ganz sicher zur europäischen Spitzenklasse gehört und gleichzeitig als starkes Frauenteam all unsere Sympathien genießt. Wir haben Zirkus Morsa eingeladen, ein junges und sehr erfolgreiches Duo, das eher die zarten Töne des Neuen Zirkusses anschlägt, und setzen dagegen Multiakteure wie Finn Jagd Andersen von Zirkus Gonzo, der mit dem Klischee der guten alten Zirkuskunst spielt. Wir versuchen also, durch sehr unterschiedliche Produktionen und Künstler ein abwechslungsreiches Programm zu schaffen, das von Wow-Momenten, Publikumspartizipation, Lebensfreude und besonderen Augenblicken lebt.

Und wie steht’s mit dem Wetter? Das haben Sie doch sicherlich auch im Griff, oder?

Bahr: Das Wetter macht, was es will, das beeindruckt uns aber nicht. Rotenburg glänzt mit einer Vielzahl von alternativen Bühnenorten, die wir im Notfall nutzen dürfen. Ansonsten gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.

Sie arbeiten Hand in Hand mit der Kir? Wer macht eigentlich was?

Bahr: Die Kir und die Stadt Rotenburg sind die Veranstalter von „La Strada unterwegs... in Rotenburg“. Alle vorbereitende Organisation wie Budgetierung, Koordination der Helfer und des Caterings liegen bei der Kir. Reinhard Lüdemann von der Stadt kümmert sich um die Räumlichkeiten, Schlüssel, Genehmigungen und koordiniert die Unterstützung durch den Bauhof. Das Internationale Programm, die Produktion und die Veranstaltungsdurchführung koordinieren wir.

Die Eröffnung geht wieder auf dem Pferdemarkt über die Bühne. Wird es wieder genauso spektakulär wie im vergangenen Jahr?

Bahr: Nachdem wir im vergangenen Jahr das Rathaus geentert haben, wird’s in diesem Jahr wieder eine Eröffnung auf der Bühne geben. Die wird musikalisch und komödiantisch erstklassig, und den Abschluss bildet die schmissige golden Twenties Feuershow von Looop. Für Spektakel ist also gesorgt.

Es gibt auch eine Gala am Samstag. Wie viele Karten sind dafür noch zu haben?

Bahr: Der Vorverkauf läuft prima, aber es gibt noch Karten an der Abendkasse, also frühzeitig kommen.

Die Kreiszeitung beteiligt sich am Programm mit einem Mitmachzirkus. Jonglage und Artistik zum Ausprobieren. Worin werden Sie selbst sich versuchen?

Bahr: Julia und ich haben zweifellos ein komödiantisches Talent, das ist aber eher unbeabsichtigt, und da wir das rechtzeitig erkannt haben, bleiben wir solchen Versuchungen grundsätzlich fern.

Dazu kommt die sogenannte regionale Bühne. Wie wichtig ist das für ein Fest wie „La Strada“?

Bahr: La Strada steht zunächst mal für internationale Straßenkunst der Spitzenklasse, das macht das Festival zu dem, was es ist. Die regionale Bühne bringt etwas Lokalkolorit in die Sache, und für die regionalen Künstler ist es natürlich eine tolle Gelegenheit neben den internationalen Profis aufzutreten.

Alles in allem also eine runde Sache. Was macht „La Strada“ in Rotenburg aus Ihrer Sicht eigentlich seit vielen Jahren schon so erfolgreich?

Bahr: „La Strada unterwegs... in Rotenburg“ ist ein gelungenes Konzept für Kultur im öffentlichen Raum – und zwar fernab von Mainstream und herkömmlichen Stadtfesten. Das Festival hat sich über die Jahre zum kulturellen Höhepunkt in Rotenburg entwickelt und stellt einmal im Jahr auf wundervolle Weise die Kreisstadt auf den Kopf.

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