Katholische Kirche plant Weihnachten mit Gottesdiensten

Strenge Regeln für die Feiertage

Eine Absage der Weihnachtsgottesdienste möchten Anne Friberg und Pfarrer Stefan Reinecke nach Möglichkeit vermeiden.
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Eine Absage der Weihnachtsgottesdienste möchten Anne Friberg und Pfarrer Stefan Reinecke nach Möglichkeit vermeiden.

Krippengang statt Krippenfeier – auch in diesem Jahr wird die katholische Kirchengemeinde Corpus Christi die Weihnachtszeit in Rotenburg und Zeven anders feiern. „Es gibt Unwägbarkeiten“, sagt Pfarrer Stefan Reinecke. Doch einen Vorteil findet er in dieser Situation dennoch: „Wir haben in der Vergangenheit viele Erfahrungen gesammelt, auch mit unserem Schutzkonzept.“

Rotenburg – Stand dieser Woche sind mehrere Gottesdienste an den Feiertagen geplant, allerdings kein Drive-In wie im vergangenen Jahr, und auch online wird es keine Übertragung vom Gottesdienst geben. „Wenn wir die Regeln einhalten, sind wir hoffentlich auf der sicheren Seite“, so der Pfarrer.

Reinecke und Anne Friberg, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, sind deutlich gelassener in dieser Adventszeit. Sie können auf ihre Erfahrungen aufbauen. „Die Perspektive ist eine andere als letztes Jahr“, meint Friberg. Auf das, was gut gelaufen ist ebenso wie auf das, was nicht funktioniert hat und verbessert werden muss. Dieses Jahr fällt die Anmeldung im Vorfeld für die Gottesdienste weg. Großer Aufwand sei das gewesen, erinnert sich Friberg – und letztlich seien viele aus diversen Gründen gar nicht gekommen. „Im Jahresverlauf hat es gut geklappt ohne Anmeldung, daher wollen wir das auch an Weihnachten so handhaben.“ Um das Ganze zu entzerren und vielen Menschen die Möglichkeit zum Besuch zu geben, gibt es mehrere Gottesdienste. Lediglich in Zeven wird es auch eine ganz kleine Krippenfeier mit drei bis vier Kindern geben, die mit Abstand zueinander die Weihnachtsgeschichte erzählen.

Weihnachtsfeiertage

Aktuell sind an den Weihnachtsfeiertagen in der Corpus-Christi-Kirche in Rotenburg folgende Gottesdienste geplant: An Heiligabend, 24. Dezember, ist die Kirche geöffnet und lädt von 15 bis 17 Uhr zum Krippengang und um 22 Uhr zur Christmette ein. Am ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, findet um 9 und um 11 Uhr die Heilige Messe statt, am zweiten Weihnachtstag ist diese für 10 Uhr geplant.

In Rotenburg fällt das Krippenspiel erneut aus. Aber da die geöffnete Kirche mit dem Krippengang an Heiligabend gut angenommen wurde, wird es das Angebot erneut geben. Dabei erklingen Weihnachtslieder von einer CD und die Weihnachtsgeschichte ist zu hören – für alle, die in die Kirche möchten, sich aber trotz Hygienekonzept nicht trauen.

Das wiederum ist „streng und strikt“, erklären beide: Abstand in der Kirche, alle müssen Masken tragen. Auf die Einhaltung der Regeln achten freiwillige Ordner, die maximal 48 Personen in die Kirche lassen. Es wird nicht gemeinsam gesungen – nur der Chor darf laut Bistum Hildesheim, zu dem die Kirche gehört, mit maximal vier Sängern auf die Empore. Die ist in der Zeit für Besucher gesperrt. Zu schnell könnte es sonst gefährlich werden, wenn alle singen dürften, meint Friberg. Aber auf der positiven Seite lässt sich vermerken: Der Chor, der zeitweise wieder proben konnte, hat sogar Mitglieder dazugewonnen in der Pandemie.

Die Gemeinde ist daran gewöhnt, vorsichtig zu sein.

Anne Friberg

Auch während der niedrigen Inzidenzen im Sommer sind diese Regeln nicht gelockert worden. Ganz bewusst, meint Friberg. „Die Gemeinde ist daran gewöhnt, vorsichtig zu sein.“ Und so ändert sich für die Besucher der katholischen Kirche nichts, so lange die Regeln in den kommenden Wochen wie bisher bleiben – einen kompletten Lockdown kann derzeit dennoch niemand ausschließen. „Natürlich müssen wir spontan sein und auf Dinge reagieren können. Da sind wir in enger Abstimmung“, sagt Friberg. Schon das ganze Jahr über sei die Gemeinde vorsichtig, prüfe wöchentlich, was neu ist, angepasst werden muss. Aktuell ist das Tragen einer FFP2-Maske in der Kirche wieder Pflicht, auch dort sind wie vielerorts keine OP-Masken zulässig. „Wir wollen unsere Gemeinde maximal schützen.“

Eine Vorgabe von 2G oder sogar 2G-plus gibt es bislang für die Kirche nicht. Und das begrüßen Friberg und Reinecke. Die Kirche wolle niemanden ausschließen, der sie vor allem zur Weihnachtszeit aufsucht – eine Zeit, die besinnlich und voller Vorfreude sein soll, für manche aber auch noch bewusster Einsamkeit bedeutet. „Kirche möchte für alle da sein“, nennt es Friberg. „Wir hoffen, dass wir die G-Regeln nicht anwenden müssen“, ergänzt Reinecke.

Einen Gottesdienst unter früheren Bedingungen kann sich Friberg aktuell kaum noch vorstellen. 200 bis 300 Besucher waren schon mal dabei. Doch Reineckes heimliche Hoffnung liegt auf Ostern, dass es ein Fest unter „normaleren Bedingungen“ geben könnte, bei dem er mehr als 48 Menschen auf einmal in seine Kirche lassen kann. Doch in einem ist er beruhigt: Die Besucherzahlen sind jetzt zwar gezwungenermaßen niedriger, aber konstant. „Und so langsam kommen auch die wieder, die lange nicht da waren“, sagt er. Der Impffortschritt tue da sicher sein Übriges.

Und auch einen gewissen Aufschwung mit neuen Ideen merken Friberg und Reinecke in diesem Zug innerhalb ihrer Gemeinde. So gibt es aktuell unter einigen jungen Leuten die Überlegung, den Mini-Gottesdienst für die Jüngsten wieder ins Leben zu rufen, der nun lange pausieren musste.

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