Helmut Lent gilt nicht als beispielgebende Person

Kaserne verliert Namen

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Die Kaserne bleibt, aber der Name des Rotenburger Bundeswehrstandortes wird sich ändern. 

Rotenburg - Von Guido Menker. Die Lent-Kaserne in Rotenburg bekommt einen neuen Namen. Das bestätigte der stellvertretende Standortälteste Oberstleutnant Heinz Schweda auf Anfrage der Kreiszeitung.

Spätestens dann, wenn im Zuge der Bundeswehrreform das Fernmelderegiment 1 sowie das Logistikbataillon 3 ausgezogen sind und das Jägerbataillon 91 eingezogen ist, werde es darum gehen, einen neuen Namen für die Kaserne zu finden, machte er deutlich.

Die Kaserne in der Kreisstadt ist 1964 – also vor 50 Jahren – nach dem Flieger Helmut Lent benannt worden. Lent, 1918 in Pyrehne (Kreis Landsberg) im heutigen Polen geboren, hatte sich im Zweiten Weltkrieg als Pilot einen Namen gemacht. Er galt als der zweiterfolgreichste Nachtjäger-Pilot der Luftwaffe und kam 1944 auf einem Flug von Stade nach Paderborn ums Leben. Mit ihm fanden drei weitere Besatzungsmitglieder den Tod, nachdem ein Motor der Junkers Ju 88 ausgefallen war. Das Flugzeug sei über die linke Tragfläche gekippt und im Gleitflug nicht mehr zu halten gewesen. Es habe eine Hochspannungsleitung berührt und sei abstürzt. Helmut Lent, der zwei Tage danach seinen Verletzungen erlag, sei kein Kriegsverbrecher gewesen, so Schweda, aber eben auch keine beispielgebende Person. Genau das aber fordere ein entsprechender Erlass zur Namensgebung von Kasernen.

Die Entscheidung, die Kaserne umzubenennen, sei „von höchster Stelle“ gekommen, fügte der stellvertretende Standortälteste hinzu. „An diesem Prozess sollen aber die neuen Nutzer dieser Kaserne beteiligt werden“, so Schweda weiter. Damit sei klar, dass es wahrscheinlich im kommenden Jahr dazu kommen werde, wenn sich das Jägerbataillon 91 hier an der Wümme etabliert hat. Heinz Schweda: „Die neuen Nutzer sollen sich mit dem Namen schließlich auch identifizieren können.“

In den vergangenen Jahren waren in der Lent-Kaserne zeitweise bis zu 2 000 Soldaten und zivile Mitarbeiter stationiert beziehungsweise beschäftigt. Zurzeit seien es noch etwa 1 000, sagte der Oberstleutnant. Das neue Jägerbataillon werde über mehr als 1 000 Soldaten verfügen; hinzu kommen etwa 250 Soldaten der dazu gehörenden Versorgungskompanie. Zusammen mit den zivilen Beschäftigten dürften es nach Angaben Schwedas dann bis zu 1 500 Soldaten und Beschäftigte am Standort Rotenburg sein. Und wie es sich gehört, kommt dann auch ein neues Namensschild an das Eingangstor an der Zevener Straße.

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