KAOS-Bläserworkshop führt junge Musiker in diversen Besetzungen zusammen

„Ein Wald aus Fagotten“

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Gleich sieben Fagotte unter Leitung von Bettina Blanke: ein seltener Hörgenuss.

Rotenburg - Von Ulla Heyne. Klassik oder „Kleiner grüner Kaktus“, Quintett oder großes Orchester – oder gar ein Ensemble gleicher Instrumente? Nicht nur die Zuhörer des Abschlusskonzerts des „KAOS-Musikworkshops“(Kammermusik und Orchesterspiel im Elbe-Weser-Dreieck) bekamen am Sonntag im Saal der Kreismusikschule eine große musikalische Bandbreite geboten, sondern auch die 25 Teilnehmer selbst.

Zweieinhalb Tage lang hatten die 11- bis 17-jährigen Nachwuchsbläser aus der gesamten Region in der Rotenburger Jugendherberge Gelegenheit gehabt, im Rahmen eines Workshops mit Dozenten aus den Reihen der Kreismusikschule innerhalb ihrer Register, aber auch Instrument übergreifend zu musizieren. Dabei ergaben sich immer wieder ebenso schöne wie ungewohnte Hörerlebnisse. Etwa, wenn ein ganzer „Wald aus Fagotten“, wie Organisator Gert Lueken es ankündigte, erst die „Air“ von Händel und anschließend „Wochenend‘ und Sonnenschein“ der Comedian Harmonists zu Gehör brachte.

Auch wenn Lueken und seine Mitstreiter immer wieder das „Wegbrechen“ der fortgeschrittenen Musiker zu beklagen haben und das Spielniveau dementsprechend stark variiert, waren auch dieses Mal durchaus wieder große Momente dabei: Dazu gehörte Humperdincks Gebet aus „Hänsel und Gretel“ in einer Bearbeitung für Klarinettenensemble, mit feiner Intonation, viel Gespür für Klangfarben und erstaunlicher Dynamik in der wechselnden Melodieführung.

Am mitreißendsten geriet, mal abgesehen vom Gassenhauer „Always Walk On The Bright Side Of Life“ als orchestrales Finale Grande, ausgerechnet der Vortrag des Registers mit der zahlenmäßig schwächsten Besetzung: Das „Everybody“ aus dem Film „Blues Brothers“ hätte Dozent Dominik Kratzer mit seinen beiden Horn-Schülerinnen kaum schmissiger gelingen können.

Hornistin Marlene Rüpke aus Verden ist eine der „dienstältesten“ Teilnehmerinnen. Sechs Mal war sie bereits dabei und ließ sich keine Arbeitsphase entgehen, „einfach, weil es einen Riesenspaß macht“. Die Qualität des Workshops für Bläserkammermusik hat sich in der mittlerweile sechsten Auflage herumgesprochen: Nicht nur aus dem Landkreis, sondern auch aus Verden oder Bremen kommen die Teilnehmer, um intensive Proben und ungewöhnliche Klangwelten zu erleben.

So können sich Lueken und sein Dozententeam freuen, dass immer wieder junge Musiker „nachwachsen“. Er gab sich nach drei intensiven Workshop-Tagen zufrieden: Auch wenn bei den Bläserquintetten nicht alle Instrumente gleich gut zu besetzen waren und drei Klarinettisten im letzten Moment erkrankt seien: „Es war sehr harmonisch – und mit etwas Improvisation hat es gut geklappt“, zog er als Fazit.

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