Ausstellung im Foyer des Diako über multiresistente Bakterien in Krankenhäusern

Kampfansage an die Keime

Das Desinfizieren der Hände ist eine zentrale Schutzmaßnahme, um die ungewollte Verbreitung von Keimen in Krankenhäusern zu verhindern. Joachim Henßel (v.l.), Matthias Richter und Erika Bohlmann sagen: „Stopp! Keine Chance den Keimen.“ - Foto: Goldstein

Rotenburg - Das Thema Hygiene im Krankenhaus sorgt immer wieder für Schlagzeilen in den Medien und für eine große Verunsicherung der Patienten. Das hohe öffentliche Interesse hat die Niedersächsische Krankenhaus-Gesellschaft aufgegriffen und in diesem Jahr die Kampagne „Gemeinsam für Gesundheit: Keine Keime - Keine Chance für multiresistente Keime“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Patienten und Angehörige über das komplexe und spannende Thema zu informieren und die vielfältigen Maßnahmen in Krankenhäusern zu erläutern.

Das Diakonieklinikum Rotenburg hat sich der Kampagne angeschlossen. Bis Mitte Oktober ist im Foyer des Haupthauses jene Ausstellung zu sehen, die Besucher und Patienten umfassend über das Thema informiert. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Kliniken mit mehr als 400 Betten einen hauptamtlichen Arzt für die Krankenhaushygiene einsetzen. In Rotenburg ist das Joachim Hessel. Er war bei der Ausstellungseröffnung persönlich anwesend und berichtete, dass Keime eigentlich etwas ganz Natürliches seien.

„Sie gibt es in jedem Körper. Keime sind auf unserer Haut, in Schleimhäuten und im Darm, wo sie dabei helfen, das Essen zu verdauen oder Vitamine zu nutzen“, erklärte er. Die Bakterien können aber auch Schaden anrichten. So zum Beispiel, wenn sie in eine Wunde gelangen. Dabei sind resistente Keime ein Problem. Sie können Abwehrstrategien gegen Medikamente entwickeln. Erst einmal gegen zwei Antibiotikagruppen immun, sprechen die Fachleute von multiresistenten Keimen, die bei einer Infektion die Behandlung erschweren. „Die Übertragung von Keimen findet zu 96 Prozent über die Hände statt“, erklärte die Hygienefachkraft Erika Bohlmann. „Wer seine Hände korrekt desinfiziert, verhütet die Übertragung.“ Matthias Richter, der Theologische Direktor im Diakonieklinikum, kennt die besondere Verantwortung der Krankenhäuser, nicht nur Patienten zu versorgen, sondern auch zu verhindern, das resistente Keime Patienten infizieren.

„Risikopatienten“, egal welchen Alters, werden schon bei der Aufnahme in der Klinik untersucht. Das Personal nimmt regelmäßig Kontrollen vor. Das Labor der Klinik untersucht die Abstriche aus dem Rachen- oder Nasenraum untersucht. „Werden resistente Erreger nachgewiesen, werden die Betroffenen sofort isoliert“, erklärt Henßel. Ärzte und Pfleger betreten das Krankenzimmer dann nur noch in Schutzkleidung, um das Übertragungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Patienten und Besucher des Krankenhauses können übrigens selbst dabei mithelfen, die Ausbreitung von Keimen so gering wie möglich zu halten: „Im Diako befinden sich in allen Bereichen Desinfektionsspender, die kostenlos genutzt werden können. Ich fordere alle auf, Verantwortung zu übernehmen und diese Spender auch zu nutzen“, so der Leiter der Krankenhaushygiene. J go

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