Aufschlussreicher Patienteninfotag am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg

Im Kampf gegen den Krebs

Eine Besucherin des Patienteninfotags lässt sich medizinische Geräte erklären. Foto: Bonath

Rotenburg - Von Wieland Bonath. Medizinisches Wissen in laienverständlicher Form mitzuteilen und dadurch die gesundheitliche Aufklärung wirksam zu gestalten – darum geht es den Krebszentren am Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg bei ihren regelmäßig stattfindenden Patienteninfotagen. „Wir wollen Ängste abbauen, Hemmschwellen senken und erklären, wie wichtig beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen sind“, so Dr. Oleg Heizmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie sowie Sprecher des Viszeralonkologischen Zentrums. Aus diesem Grund lag bei der jüngsten Auflage im Buhrfeindsaal der Schwerpunkt auch auf der Bedeutung der Vorsorgeuntersuchung und den Chancen der modernsten Medizin nach einer Krebsdiagnose. Außerdem wurde in mehreren Vorträgen beleuchtet, welche Möglichkeiten sich nach einer Krebsbehandlung ergeben könnten, um die Lebensqualität zurückzugewinnen.

Auf die Frage, ob es eines Tages ein Allheilmittel gegen den Krebs geben wird, sagte Heizmann: „Träume haben keine Nebenwirkungen, sodass ich sehr hoffe, dass es eines Tages möglich sein wird. Bis dahin werden wir alles zur Verfügung Stehende für unsere Patienten anbieten.” Und das ist, wie sich die mehr als 50 Besucher überzeugen konnten, sehr viel. Medizinisches Wissen und Können, gepaart mit modernster medizinischer Technik helfen Menschen und geben ihnen neue Hoffnung.

In seiner Begrüßung machte der Mediziner, der die wissenschaftliche Leitung über den Patienteninfotag hatte, darauf ein, dass es für Betroffene zunehmend schwieriger werde, sich bei der wachsenden Informationsflut zu orientieren. Hinzu komme eine teilweise irreführende Werbung, die falsche Hoffnungen wecke. Die zertifizierten Krebszentren im Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg würden hingegen von neutralen Institutionen überprüft.

Die Referenten vermittelten im Anschluss das Wissen aus ihren jeweiligen Fachgebieten. Dem Thema „Prostatakrebs: Früherkennung rettet Leben“ widmete sich beispielsweise Dr. David Lazica, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Agaplesion. Diese häufigste Krebserkrankung bei Männern sei, früh erkannt, gut behandelbar. Eine Krebsart, so Lazica, die nur in seltenen Fällen zum Tode führe. Tobias Hesse, Oberarzt der Frauenklinik und Zentrumskoordinator des Brustkrebszentrums am Agaplesion, ging in seinem Referat „Neue medikamentöse Therapieoptionen bei Brust- und Eierstockkrebs” auf die unterschiedlichen zielgerichteten Therapien ein. Und Anneke Wiese, Chefärztin der Inneren Medizin an der Klinik Lilienthal, die zuvor jahrelang am Rotenburger Krankenhaus gearbeitet hatte, sprach zum Thema „Magen- und Darmkrebs – Nein danke! Was kann ich tun?” Und noch weitere Krebsarten und deren Behandlungsmöglichkeiten kamen zur Sprache.

Einen Überblick über die Arbeit der vor zehn Jahren im Kreis Rotenburg aufgebauten SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgung) gab Annette Ehmer-Schulte, leitende Koordinatorin des Palliativstützpunkts Rotenburg und Umgebung. Der Palliativstützpunkt, dessen Arbeit von den Krankenkassen finanziert wird, hatte im vergangenen Jahr 141 Patienten, eine kleine Palliativstation im Krankenhaus und ist in eigenen Büroräumen auf dem Mutterhausgelände untergebracht. Zum Stützpunkt gehört eine 24-Stunden-Ärztebereitschaft. Die Zusammenarbeit mit den Behörden, den Rotenburger Werken und den Ehrenamtlichen der ambulanten Hospizarbeit in der Region Rotenburg, betonte Ehmer-Schulte, verlaufe hervorragend. Sehr positiv sei der für das kommende Jahr geplante Bau eines stationären Hospizes in der Nähe des Rotenburger Therkornsbergs.

Im Anschluss zog Oleg Heizmann ein positives Fazit: „Uns ist es heute gelungen, den Bogen von der Vorsorge über die Therapie medikamentös und operativ bis hin zur palliativen und ambulanten Therapie zu spannen unter Einbezug der Lebensqualität.“ Seinen Worten nach sei es immer mehr möglich, Krebserkrankungen unter der Berücksichtigung der Bedürfnisse Einzelner im Sinne der personalisierten Medizin zu behandeln. Heizmann: „Die Zukunft der Medizin wird immer komplizierter. Daraus resultieren aber auch die Behandlungsmöglichkeiten. Es bietet aber auch für die Patienten die Chance im Falle einer bösartigen Erkrankung und bessere Lebensqualität während der Therapie.” Sein Wunsch von der Politik beruhe auf eine größere finanzielle Unterstützung der Krankenhäuser sowie mehr Engagement für die Krebsforschung – strukturell und finanziell.

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