Sommer im Büro: Business-Coach gibt Tipps für den Dresscode

Kalte Füße für Schreibtischtäter

Während des Sommers dürfen hohe Schuhe unterm Schreibtisch abgelegt und die Füße gekühlt werden. - Foto: Ginter

Rotenburg/Scheeßel - Von Jessica Ginter. Endlich ist der Sommer da! Lange genug haben die Rotenburger auf wärmere Temperaturen gewartet. Doch bei 30 Grad und mehr wird die Arbeit im heißen Büro zur Qual. Da kann man auf Krawatte und den dunklen Anzug doch gerne mal verzichten, oder? Lydia Wieshoff-Schuhmann aus Bremervörde ist Business-Coach. Sie erklärt, worauf bei der Kleiderwahl im Sommer geachtet werden sollte. Fest steht: dies ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

Grundsätzlich gilt: „Es muss darauf geachtet werden, in welcher Branche, in welchem Unternehmen und in welcher Position jemand arbeitet“, erklärt Wieshoff-Schuhmann. Daraus leite sich ab, wie hoch die Anforderungen an den Dresscode sind. Pauschal könne man sagen: Je höher die Position, desto klassischer die Kleidung. Auch bei über 30 Grad gilt also der Dresscode. Wer als Schwimmeister im Freibad oder als Mechaniker in einer Werkstatt arbeitet, für den gilt ein anderer als für Mitarbeiter in einer Bank oder Verkäufer im Autohaus. „Wo es keinen Kundenkontakt gibt, darf man sich etwas legerer kleiden“, erklärt die Frau vom Fach.

Bei den Sparkassen Scheeßel und Rotenburg-Bremervörde werde vom Vorstand keine feste Kleiderordnung vorgegeben, wie der Leiter der Personal-Chef beim der Sparkasse im Beeke-Ort, Tobias Riebesehl, und Mathias Schröder, Pressesprecher der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde wissen. „Wir haben diesbezüglich kein Regelwerk und keine Vorschriften“, so Schröder. Es werde jedoch angemessene Kleidung erwartet, die auch die Kunden erwarten würden. Der Unterschied zwischen den beiden Banken: In Scheeßel bleibt die Krawatte um. In Rotenburg ist man liberaler: „Wenn es zu warm ist, kann der Schlips abgenommen oder ein Knopf gelockert werden“, so Schröder.

„Geschlossenes Schuhwerk bei den Herren – also nichts, was in irgendeiner Weise an Sandalen erinnern könnte –, bei den Damen etwas offener, die Zehen müssen jedoch bedeckt sein“, ergänzt Wieshoff-Schuhmann bezüglich des Schuhwerks. Sie hat einen Tipp parat: Unter dem Schreibtisch einen mit Wasser gefüllten Behälter stellen, um seine Füße darin abzukühlen.

Ähnliches gilt auch für Angestellte des Rotenburger Autohauses Schmidt und Koch. Geschäftsführer Axel Rodloff lässt seinen Angestellten Freiheiten: „Für den Sommer haben wir für die Verkaufsberater Kurzarmhemden. Die Krawatten dürfen auch abgelegt werden, wenn es zu warm ist. Die Damen im Betriebsbüro tragen Sommerkleidung.“ Hierzu weiß die Expertin: Röcke sollten mindestens das Knie bedecken, der Ausschnitt nicht zu tief und die Schultern immer bedeckt sein.

Eine Klimaanlage gibt es in dem Gebäude nicht. Der Grund: „Die Fläche ist einfach zu groß“, erklärt Rodloff. Morgens würde jedoch ordentlich gelüftet werden, solange es draußen noch nicht all zu warm ist.

Die Werkstattmänner vom Rotenburger Autoservice Lohmann haben T-Shirt-Freiheit. Geschäftsführer und KFZ-Meister Matthias Lohmann erlaubt den Mechanikern „mal ein Hosenbein hoch zu krempeln, wenn es zu warm ist.“ Eine Klimatisierung ist aufgrund der großen Werkstatttore auch dort nicht möglich, da die warme Luft beim Öffnen wieder eindringen würde. Beim Schuhwerk gibt es Sommeralternativen: Schuhe mit Luftlöchern. Doch eines gilt trotzdem: „Die Sicherheit geht vor.“ Arbeitsschuhe mit Stahlkappe sind Pflicht. „Hitzefrei gibt es nicht, aber ich spendiere gerne mal eine Runde Eis“, so der KFZ-Meister. Die Tipps der Expertin hier: „Ein Wechseloberteil und Deo sollte man dabei haben.“

Trotz der Freiheiten, die die Vorgesetzten ihren Angestellten bieten – am angenehmsten haben es wohl immer noch die Bade- und Schwimmmeister. Marcus Hils und Franziska Dreyer, Fachangestellte für Bäderbetriebe in Scheeßel, dürfen in Badelatschen arbeiten. Doch auch hier gilt: Trotz großer Hitze und praller Sonne – oben ohne ist verboten. „Wir tragen unsere gelben Dienst-T-Shirts, damit wir für die Badegäste erkennbar bleiben“, erzählt Dreyer. Vorgegeben wird dies von der Gemeinde. Doch egal, ob untenrum die kurze Shorts oder eine Trainingshose herhält – für die Schwimmeister gilt: „Wenn es brenzlich wird, springen wir in Klamotten rein.“

Mehr zum Thema:

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

„Hoya ist mobil“ 2017

„Hoya ist mobil“ 2017

Treckertreffen in Dreeke

Treckertreffen in Dreeke

Meistgelesene Artikel

A1 nach Unfällen wieder frei

A1 nach Unfällen wieder frei

Sperrung auf der A1: Wenn Mama nach dem Essen fragt

Sperrung auf der A1: Wenn Mama nach dem Essen fragt

Familientag zum Jubiläum: Vier Stunden Action pur

Familientag zum Jubiläum: Vier Stunden Action pur

Nach Gefahrgut-Unfall: Einsatz für die „Aufräumer“

Nach Gefahrgut-Unfall: Einsatz für die „Aufräumer“

Kommentare