60 Kästen für die Mauersegler der Stadt gebaut

Nistraum wird knapper

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In einer Gemeinschaftsaktion wurde etwas für die Mauersegler der Kreisstadt getan.

Rotenburg - Von Bettina Diercks. Immer knapper wird der Nistraum für Mauersegler, einer Vogelart, die schon ewig in der Kreisstadt beheimatet ist. „Woran ich mich gut erinnern kann, ist das Pfeifen in der Stadt“, sagte Bürgermeister Andreas Weber (SPD) am Donnerstag. Doch für die Segelkünstler sei es schwieriger geworden in Rotenburg.

Grund ist die Sanierung vieler alter Gebäude, die keine Lücke mehr für Nistplätze der Segler lassen. Daher begrüßt die Stadt die Idee vom BUND, Nistkästen bauen zu lassen und Plätze dafür zu finden. Einer ist die Stadtschule in der Freuden-thalstraße. Dort nahm Weber einen Teil der insgesamt 60 Brutstätten in Empfang. Für die Standortwahl rückten Elisabeth Quentin (Amt für Planung, Entwicklung und Bauen ) und Ines Stein (Gebäudemanagement) aus, um geeignete Gebäude zu finden. Damit bleibt die Stadt ihrem Entschluss, „die biologische Vielfalt zu schützen und zu verbessern“, treu. 2012 war sie dem Verein „Kommune für biologische Vielfalt“ beigetreten, einem Bündnis, das „die Bedeutung von Natur im unmittelbaren Lebensumfeld des Menschen und der Schutz der Biodiversität“ in den Blickpunkt rücken will.

2013 hat der BUND einige dazu passende Vorschläge gemacht. Daher rührt auch der „Arbeitskreis Bienen“. Die Nisthilfen für Mauersegler sind das zweite Projekt, das umgesetzt wird.

Das Bildungswerk Niedersächsischer Volkshochschule (BNVHS) erklärte sich bereit, die Lärchenholzbretter auf Maß zu schneiden. Schüler der Bernhard-Röper-Schule (Heilpädagogische Kinder- und Jugendheime Rotenburg e.V.) hatten die Aufgabe, sie zusammen zu bauen. Lehrkraft Dietlinde Schlaphof-Gärtner: „Als die Schüler mit den Nistkästen fertig waren sagten sie: ,Uns fehlt etwas‘.“ „Ich finde es toll, dass Menschen die Möglichkeit gegeben wurde, sich zu beteiligen“, so Bürgermeister Weber.

Die Beteiligten gehen nicht davon aus, dass die Nistkästen noch in diesem Jahr von den Seglern angenommen werden. Sie sind aber sehr standorttreu und vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie die Brutstätten entdecken. Mauersegler verbringen nahezu ihr ganzes Leben in der Luft, schlafen und paaren sich sogar im Fluge. Sie gelten als für den Luftraum perfektionierte Vogelart. Je nach Witterung sind Mauersegler von etwa Mitte April bis Anfang August hier und ziehen dann wieder Richtung Afrika.

Wer ebenfalls Nistkästen für die Segelkünstler aufhängen will (in einer Mindesthöhe von fünf bis sechs Metern, beschatteter Bereich), kann sich an Manfred Radtke wenden, Telefon 04261/6967.

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