Jürgen Husemann fordert vom Landkreis aktive Rolle

Wer kämpft für das MLK?

Das Zevener Martin-Luther-Krankenhaus ist nicht mehr länger nur ein schwer kranker Patient, sondern liegt schon in den letzten Zügen.

Zeven - Von Thorsten Kratzmann. Aufgeschreckt von den jüngsten Entwicklungen und den dunkelsten Wolken, die über dem Zevener Martin-Luther-Krankenhaus (MLK) aufgezogen sind, bezieht Zevens parteiloser Samtgemeinde-Bürgermeister Jürgen Husemann Position. Er verweist auf die Gesetzeslage. Und die nimmt den Landkreis in die Pflicht, die bedarfsorientierte, stationäre medizinische Grund- und Notfallversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Hermann Luttmann (CDU) habe es als Landrat und Gesellschaftervertreter der Ostemed-Kliniken bislang an der gebotenen Transparenz der Öffentlichkeit gegenüber fehlen lassen, kritisiert Husemann. Das zurückhaltende Gebaren des Landrats befördere Politikverdrossenheit, meint der Bürgermeister. Er spielt damit auf die Einschätzung des CDU-Kreisvorsitzenden, Kreistags- und Landtagsabgeordneten Marco Mohrmann an, wonach die Politik das Vertrauen der Bevölkerung in Sachen MLK verspielt habe.

„Ich erwarte glaubhafte Informationen vom Krankenhausträger“, fordert Husemann. Er erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass sich die Samtgemeinde Zeven bereit erklärt hat, jährlich 500 000 Euro zum Erhalt der stationären Chirurgie am MLK an den Landkreis, der das Gros der Kosten trägt, zahlen zu wollen. Husemann formuliert zudem die Erwartung, dass das seit Jahren von allen Seiten eingeforderte Konzept für die künftige Krankenhausstruktur im Altkreis Bremervörde endlich erarbeitet wird. Der Bürgermeister der Stadt Zeven, Norbert Wolf (CDU), erscheint Husemann ein geeigneter Kandidat für die Konzeptarbeit zu sein.

Bestandteil des Landeskrankenhausplans

Ins Fahrwasser des gelernten Verwaltungsbeamten Luttmann begibt sich Jürgen Husemann, wenn er auf die gesetzmäßigen Zuständigkeiten pocht. Im Krankenhausgesetz des Landes werde die Krankenhausversorgung den Landkreisen zugewiesen. Der Landkreis habe mithin für die stationäre medizinische Grund- und Regelversorgung der Bevölkerung zu sorgen. Das MLK sei Bestandteil des Landeskrankenhausplans, sei also vom Landkreis zu erhalten. Aus diesem gesetzlichen Auftrag sieht Husemann wiederum Ansprüche des Kreises gegenüber dem Land und den Krankenkassen erwachsen. Das Land habe Investitionen zu fördern und die Kassen die Leistungen des Krankenhauses zu vergüten. Es verbiete sich in seinen Augen, über eine mögliche Schließung des MLK als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung zu spekulieren.

„Wenn die Kassen gegen den Sicherstellungszuschlag klagen wollen, dann sollen sie es tun“, sagt Husemann und betont, dass auch die Bürger in der Mitte des Landkreises Krankenkassenbeiträge zahlen. „Ich wünsche mir den Landkreis dabei proaktiv und nicht nur reagierend.“

„Kein Geld verbrennt“

In diese aktive Rolle sollten seiner Meinung nach auch die Vertreter des Landkreises in den Gremien der Ostemed GmbH schlüpfen. In die Gesellschafterversammlung hat der Kreistag nach den Kommunalwahlen im Herbst 2016 Erich Gajdzik (CDU), Reinhard Lindenberg (WfB) und Landrat Luttmann entsandt. Mitte 2018 übernimmt Hermann Luttmann den Vorsitz der Versammlung von seinem Stader Amtskollegen Michael Roesberg.

Auf einer Linie mit Landrat Luttmann befindet sich Husemann, indem er beklagt, dass sich die Gesundheitsversorgung des ländlichen Raums systematisch verschlechtere. Gleichwohl stellt sich der Zevener auf den Standpunkt, dass der Landkreis mit der finanziellen Absicherung des Zevener Krankenhauses „kein Geld verbrennt“ – zumal im Falle einer Schließung des MLK die Folgekosten für eine Aufstockung des ebenfalls vom Landkreis zu zahlenden Rettungsdienstes gegenzurechnen wären. zz

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