RK/VN-Wettermann Reinhard Zakrzewski widmet sich dem wechselhaften April

Kälterückfall steht bevor

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Bei den Temperaturen gibt es im April noch starke Schwankungen, ehe es zum Mai hin wieder wärmer wird.

Rotenburg - Der Frühling ist da, die Sonne scheint warm, aber die Temperaturen machen einfach nicht mit. Im März reichte es grade mal für 15 Grad, und im April konnte das Thermometer die 20-Grad-Hürde nur kurzzeitig überspringen. Selbst die warme Mitfrühlingsphase, die gewöhnlich um den 22. und 23. April ansteht, fällt diesmal aus. Denn anstatt Wärme vom Mittelmeer erwartet uns am Wochenende ein später und massiver Kälterückfall, sagt unser Wettermann Reinhard Zakrzewski voraus.

Von Sonntag bis zum kommenden Mittwoch sind im Altkreis Rotenburg höchstens einstellige Werte drin, und bei nächtlichem Aufklaren droht Luft- oder zumindest Bodenfrost. Dazu erleben wir Aprilwetter vom Feinsten mit wiederholten Regen-, Schnee- oder Graupelschauern und vielleicht sogar kurzen Gewittern. Auch eine weiße Überraschung zum Berufsverkehr am Montagmorgen ist nicht ausgeschlossen. Zwischendrin ist aber auch die Sonne und ein teils kräftiger Wind mit von der Partie. Zum Monatswechsel zeigt der Temperaturtrend voraussichtlich wieder nach oben und die Sonnenstunden mehren sich.

Doch warum tut sich die Frühjahrserwärmung insgesamt so schwer? Grund ist die Kaltluftproduktion in der Arktis, die nach der langen Polarnacht erst im März ihren Höhepunkt erreicht. Durch den niedrigen Sonnenstand kann sich die Luft nur sehr langsam erwärmen. Bei nördlichen bis östlichen Wetterlagen wird das arktische Kältereservoir Richtung Mitteleuropa angezapft, sodass das winterliche Erbe die empfindliche Vegetation noch bis zu den Eisheiligen – vom 11. bis zum 15. Mai – schädigen kann.

„Wohl hundert Mal schlägt das Wetter um, das ist des Aprils Privilegium“, so beschreibt eine alte Bauernregel April treffend. Grund für das Chaos am Himmel und die häufige Achterbahnfahrt der Temperaturen ist der Kampf zwischen Warm- und Kaltluft über unseren Köpfen. Während sich – wie gesagt – das Polargebiet im Frühjahr nur langsam erwärmt, legen die Temperaturen im Mittelmeerraum rasch zu.

Prallen die beiden sehr unterschiedlich temperierten Luftmassen über Mitteleuropa direkt aufeinander, was im April aufgrund einer besonderen Luftdruckverteilung recht häufig der Fall ist, bleiben heftige Wetterturbulenzen und Temperaturstürze nicht aus.

Erreicht die Polarluft auf ihrem Weg nach Süden unter Tiefdruckeinfluss das warme Festland, steigt die verwärmte Kaltluft vom Boden auf. Der vorhandene Wasserdampf kondensiert in der Höhe zu mächtigen Quellwolken.

Im Gegenzug sinkt wie in einem Paternoster Luft aus oberen Luftschichten ab, wobei sich Wolkenauflösung einstellt. So kann sich das bekannte Streuselkuchenmuster am Himmel bilden mit einem raschen Wechsel von kurzen Aufheiterung und starker Bewölkung sowie durchziehenden Regen-, Schnee- oder Graupelschauern. Oder: Typisch April eben! 

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