"Mal ernst und mal heiter"

Benefiz-Kabarett erinnert an den Komiker Heinz Erhardt

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Mit vollem Körpereinsatz bringt der Kabarettist Christian Schliehe seine Hommage an den Schauspieler und Komiker Heinz Erhardt im Wachtelhof dar.

Rotenburg - Von Heidi Stahl. Lachen für einen guten Zweck – dazu hatte der Verein Kinderhilfe Kenia am Muttertag eingeladen. Den Organisatoren Heinz Gehnke und Ingo Reimann war es zum dritten Mal gelungen, den Kabarettisten Christian Schliehe für diese Benefizveranstaltung unter dem Motto „Und es geht weiter, mal ernst und mal heiter“ zu gewinnen.

Und so genossen die vielen Besucher im voll besetzten Saal des Wachtelhofes in Rotenburg den Wortwitz und den zeitlosen Humor Heinz Erhardts. Für die Kinderhilfe Kenia bot der Kabarettist ein buntes Programm aus dem schier unerschöpflichen Repertoire des Schauspielers und Musikers.

Erhardt, in seinen vielen Filmrollen der 1950er-, 60er- und 70er-Jahre stets der sympathische Looser, der doch eigentlich immer gewinnt, hatte aber noch viele andere Seiten. So war er auch ein ausgezeichneter Pianist und Komponist. Dieser Facette gedachten vier Jugendliche des Scheeßeler Kinder- und Jugend-Streichorchesters unter der Leitung von Freddy Schmidt mit ihrer musikalischen Einführung.

Mit der Titelmusik aus „Vater, Mutter und neun Kinder“, die aus Erhardts Feder stammt, stimmte sie die Besucher auf die Veranstaltung ein. Danach feuerte Schliehe vor den amüsierten Zuhörern ein Feuerwerk ab an Gedichten, Vierzeilern und verballhornisierten Wortverdrehungen wie dem „Mundschmiss, äh, Maulwurf“ oder „Sturmsack, ach, ich meine natürlich Windbeutel“.

Aussehen als Hommage an Erhardt

Auch das Aussehen des Kabarettisten war als Hommage an Erhardt gedacht. Denn die Hornbrille mit den dicken Gläsern war für Erhardt immer ein Requisit, mit dem er sein Lampenfieber kaschierte, da er dann sein Publikum nur verschwommen sah. Auch Schliehe ließ es sich nicht nehmen, mit dicker Brille auf der Nase vor das Publikum zu treten.

Er verstand es auch, das versierte Timing Erhardts, die hohe Kunst, die richtigen Pausen bei Pointen zu setzen, gekonnt nachzuahmen. Zeitlose Komik und das Lebensgefühl der Nachkriegsjahre „Das Beste daraus machen“ war das Markenzeichen Erhardts, der den Nerv der kleinen Leute traf.

Sprüche wie „das Reh springt hoch, das Reh springt weit – warum auch nicht, es hat ja Zeit“, immer mit verschmitztem Lächeln, eigentlich sinnlos, aber immer gültig, amüsieren die Zuhörer auch heute noch.

Klassische Literatur auf Schippe genommen  

Auch klassische Literatur wird auf die Schippe genommen. Wer kennt nicht seinen „Taucher“ von Schiller: „Wer wagt es Knippersmann oder Ratt zu tauchen in diesen Schlund hinab ...“ oder Goethes „Erlkönig“, bei dem am Ende nicht das Kind, sondern das Pferd tot ist, oder auch die Vierzeiler über die Jahreszeiten, bei denen am Ende der Winter vor der Tür steht und friert, weil die Tür verschlossen ist.

Auch Erhardts Lieder wie „Dann hau ich mit dem Hämmerchen mein Sparschwein“ wurden von Schliehe mit Hilfe von Ingo Reimanns manchmal etwas verspätet einsetzendem Playback, das der Kabarettist auch gleich humoristisch kommentierte, vorgetragen. Und als Zugabe durfte „Die Made mit dem Kinde hinter des Baumes Rinde“ auf keinen Fall fehlen. Ein amüsanter Nachmittag, der die Projekte der Kenia Kinderhilfe unterhaltsam, aber auch manchmal nachdenklich unterstützte.

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